Rezensionen
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Interpret: SIEGES EVEN

Titel: "Paramount"

Genre: Progressive Rock

Laufzeit: 61:48 min

Veröffentlichung: 21.09.2007

Label: Inside Out/ SPV


 

SIEGES EVEN - "Paramount"

Wer wusste, dass die Münchner Progressive Kultcombo SIEGES EVEN in frühen Demozeiten den Namen SODOM, wie die gleichnamige Thrashmetal-Ikone aus Gelsenkirchen, trug? Nach der Umbenennung startet man unter dem bekannten Namen durch und wird als WATCHTOWER-Clone gehandelt.

Doch die folgenden Alben zeigen, dass die Jungs um die Holzwarth-Brüder flexibel und facettenreich, wie kaum eine andere Formation dieses Genre sind. Man entwickelt sich stetig weiter. Jede Scheibe klingt anders, doch einen Stilbruch begeht man nie und bleibt den Ursprüngen mehr oder weniger treu.

Labelprobleme trugen jedoch zur Auflösung der Formation bei. Neue Lebenszeichen gab es als LOOKING-GLASS-SELF, dann als VAL’PARAISO. Doch SIEGES EVEN sind verdammt noch mal SIEGES EVEN! Das „Comeback“ vor zwei Jahren mit dem großartigen Konzeptwerk „The Art Of Navigating By The Stars“ schlug ein wie eine Granate.

Mit neuem niederländischen, wohlmöglich besten Sänger, welcher der Band jemals seine Stimme lieh, setzt man nun ganz neue Akzente. „Paramount“ ist das zweite Album dieser Ära. Die Erwartungen sind dementsprechend hoch. Eines sei vorneweg gesagt: „Paramount“ erreicht nicht ganz den Level von „The Art Of Navigating By The Stars“, obwohl Anspruch, Komplexität bei gleichzeitiger Kompaktheit, Melodieführung und Arrangement auf ähnlich hohem Niveau wie des Vorgängers anzutreffen sind, fehlt ein klitzekleiner Kick (deshalb im Vergleich zu „The Art Of Navigating By The Stars“ die niedrigere Bewertung) zum endgültigen Progasmus.

Oder sollte man die Platte mal so richtig wirken lassen? Oftmals offenbaren sich wunderbare Kleinigkeiten und Details erst nach mehreren Durchläufen, so verliert die Scheibe selbst nach intensivem Konsum nie ihren Reiz. Selbst Gegensätzliches lassen SIEGES EVEN wie aus einem Guss wirken. Anspruchsvolle Härte kombiniert mit träumerischer Verspieltheit, sind ebenso keine Seltenheit, wie tiefe Melancholie, die sich in pure Lust auflöst. In den zehn Stücken auf „Paramount“ ist wirklich alles zu finden, was der verwöhnte Proghead sucht. Eingängige Melodiebögen werden ebenso präsentiert, wie vertrackte Rhythmusgewitter oder filigrane Synthieklänge. In arrangierte Einheit entstehen so zehn kleine Kunstwerke, die dem eingefleischtem Fan, wie auch dem Neuling, die Freudentränen in die Augen treiben werden.

Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

(by: Michael Kümmet - 24.08.2007)


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