Rezensionen
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Interpret: HOKUM

Titel: "Pi"

Genre: Death-/Thrash Metal

Laufzeit: 42 Min

Veröffentlichung: bereitserschienen


 

HOKUM - "Pi"

Wir schreiben das Jahr 2008. In der Weltstadt Inkofen sitzt eine Band namens HOKUM, die sich anschickt der interessanteste Undergrounder zu werden, der mir in diesem Jahr ach so süße Klänge in mein Ohr brachte. HOKUM begannen im Millenium Musik zu machen, einige Proberaumsessions und irgendwann 2003 zockte man den ersten Gig. Aber wie in fast jeder Band gab es Wechsel in der Besetung. Mit Nicolai Retzlaff fand man nun den aktuellen Schlagzeuger, den man auch auf "Pi" hört.
 
"Pi" ist das Debütalbum der vier Jungs aus Inkofen (...ja Deutschland) in dem sie zwischen Death und Thrash-Metal schwimmen, aber in all dem Stilwasser schaut auch noch eine kleine Prog-Boje aus dem Wasser heraus und genau das ist es, was der Sache einen sehr interessanten Touch verleiht. Bereits auf dem Opener "Collapsing Synapses" hört man die gnadenlose technische Versiertheit der Band und die Liebe zum Detail sowie abwechselnde Taktsprünge, die sich wie Chili in Schokolade legen.
 
Da mich auch immer der Hintergrund zu einer Platte interessiert, begab ich mich auf die Suche und wollte herausfinden, ob HOKUM dieses Debüt in einem Studio eingespielt haben oder ob auch der Sound selbst produziert wurde. Da es auf deren Internetseite keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass die Jungs in einem Tonstudio waren, werden sie "es sich wohl selbst gemacht haben". Und dafür allerhöchsten Respekt, hier scheinen die Jungs wohl alles selbst in den Händen zu haben. Und der Sound ist sehr amtlich. Die Gitarren sind äußerst klar, ganz besonders die netten Gitarrensoli wie auf "Into The Wall" kommen ganz super raus. Ebenso das Schlagzeug klingt übelst knackig. Einzig und allein die Vocals von Sänger Benjamin Geppert bräuchten ein wenig mehr Dampf auf der Scheibe. Aber das tut absolut keinen Abbruch am Gesamtsound.
 
Besonders hervorzuheben ist auf "Pi" das Stück "The Dawn Of Change", welches wohl wieder übelsten Headbang-Muskelkater verursachen wird. Der Song bietet so viele verschiedene Facetten, die aber insgesamt so schlüssig wirken, das man anschließend mit offenem Mund vor dem Lautsprecher sitzt. Hut ab!
 
Ebenso sehr gravierend in meinem positiven ist das arg stilistisch gemischte "The Key", was ebenso herzhaft zu Potte geht wie "The Dawn Of Change".
 
Und wie auf jeder guten Scheibe muss eine feine Metal-Ballade her. HOKUM erledigen dies mit dem Song "Pi" welcher auch satte 7,5 Minuten andauert. Zum dahinschmelzen ;-)
 
Da ich immer ein Fan davon bin qualitative Musik aus dem Underground zu unterstützen, erteile ich hier einen definitiven Kaufbefehl. HOKUM haben sich mit dieser Scheibe wahnsinnig viel Mühe gegeben, egal ob man das Songwriting betrachtet oder die Recordingarbeit. Wenn es mehr solcher Bands gäbe, hätten wir bald einen sehr bekannten Underground, in dem die "Großen" nichts mehr zu sagen hätten (...hach du schöne Traumwelt..). Egal ob nun Death-Fan, Thrash-Fan oder Prog-Fan ist, die Scheibe ist für jeden was; gerade wegen der sehr schönen Detailverliebtheit.
 
Einzig und allein das Cover und das ganze Drumherum der Scheibe sehen nicht gerade so aus, als hätte man eine sehr gute Scheibe in der Hand. Da ist bei der nächsten Platte definitiv Nachholbedarf. Eine kleine Anmerkung noch zur Spiellänge. Auch dort könnte es ein wenig mehr sein. 42 Minuten sind ja jetzt nicht gerade schlecht, aber bei so einem guten Songwriting hätte man sich noch locker 10 Minuten mehr gewünscht.

Also ... besseres Design, den Sound auf der Scheibe noch ein wenig anheben, "more minutes" und zack befinden wir uns sicherlich auf einer noch besseren Punktzahl ;-)

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten

(by: Manolito Röhr - 02.09.2008)

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