Review

LIQUIDO,
FURY IN THE LAUGHTERHOUSE
& LENINGRAD COWBOYS

am 17.12.05 in Bendorf beim 20. Weihnachtsrock-Festival

Vorab schon mal ein dickes Lob an die Organisatoren: Was hier nur mit ehrenamtlichen Helfen aus dem Boden gestampft wurde, ist mehr als anerkennenswert. Respekt!

Das Weihnachtsrock wird 20 und so haben sich die Organisatoren etwas ganz Besonderes einfallen lasen. Zum erstenmal geht das Event über 2 Tage und als Location wurde ein riesiges 6-mastiges Zirkuszelt gewählt. An Essen und Trinken ist ausreichend gedacht, nur die Anzahl der Dixiklos ist zu knapp kalkuliert, was zu langen Schlangen vor denselben führt. Ansonsten gibt es aber nix zu meckern. Der Freitag wird ausschließlich von Cover-Bands bestritten, die da sind: ROBBIE WILLIAMS COVERBAND, STILL COLLINS und ABBA 99. Auch hier sind schon sehr gute Besucherzahlen zu verzeichnen. Ich möchte aber das Hauptaugenmerk auf den Samstag mit den Originalinterpreten legen, da dies doch ein bisschen mehr Rock´n Roll beinhaltet.

Den Eröffnungsslot am Samstag belegen LIQUIDO, momentan präsent in der Ü-Ei-Werbung. Etwas verhalten aufgenommen, schlagen sie sich recht wacker und mit Songs wie „Double Decker“, „Narcotic“ oder auch „Ordinary Life“ bringt man schließlich doch noch den einen oder anderen zum Hüpfen.

 

Wie erwartet haben FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE die etwas bessere Resonanz. Angesichts bandeigener Klassiker wie „Won´t forget“ oder „Radio Orchid“ die von der Menge begeistert abgefeiert werden, auch kein Wunder. Der Doppelpack „Time to Wonder“ und „Every Generation“ markieren den Höhepunkt des Sets und treibt die Zuschauer dazu zweimal lautstark nach Zugabe zu verlangen, was die Band auch bereitwillig tut. Saustarker Auftritt einer saustarken Band. Klasse!

Als Headliner konnte man dieses Jahr die Chaotentruppe der LENINGRAD COWBOYS verpflichten. Was diese Jungs alles durch den Rock´n Roll Wolf drehen, lässt sich nur mit einem Begriff definieren: Party! Beispiele gefällig? „Goldfinger“, „Puttin´on the Ritz“ „You´re my Heart, you´re my Soul”(!) Was sich nach einen stinknormalen Covergig anhört, war die verrückteste Bühnenshow die ich seit langem gesehen habe: Der Drummer hat in einem riesigen Traktor Platz genommen und kostümtechnisch ist von einem Elvis-Outfit bis zu den üblichen Mega-Haartollen und den viel zu großen Schuhen alles vertreten. Bei Neil Youngs „Rockin in a Free World“ von einer Zuschauerin fälschlicherweise lauthals als „Rockin on a Freeway“ intoniert , nehmen sich die Cowboys aus dem Publikum einen Schwung hübscher Mädels auf die Bühne, die natürlich sofort mitfeiern. Ein unvergesslicher Abend für Bendorf geht mit „Starman“ dann zu Ende und man kann nur hoffen, dass diese Jungs irgenwann noch einmal den Weg zu uns finden werden.

Wenn man sich die Besuchermenge vom Samstag vor Augen hält, wird klar, dass auch die zwanzigste Ausgabe des Weihnachtsrock erfolgreich war und wir uns schon jetzt auf Nummer 21 freuen können!

See you next Year!

(by: Thorsten "Steini" Steinbach - 21.12.05)

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