Review

STREAM OF PASSION

Support: DAMIAN WILSON

am 03.02.2006 in der Aschaffenburg, Colos-Saal

Insider wissen, wenn Arjen Anthony Lucassen (AYREON) seine Finger mit im Spiel hat, ist der Erfolg so gut wie sicher. So war es auch mit seinem neuen Bandprojekt STREAM OF PASSION. Das im Oktober 2005 erschienene Debutalbum „Embrace the Storm” sorgte für viel Aufmerksamkeit und die Käufer wurden von dem progressiven Gothic-Rock-Album nicht enttäuscht. Dementsprechend wurde auch die erste Tour mit der Multikulti-Band in Deutschland erwartet.

Der Colos-Saal in Aschaffenburg ist die erste deutsche Station auf der Tour von STREAM OF PASSION. Einer der schönsten Clubs in Deutschland ist gut gefüllt und die Fans stehen – wohlwissend, dass ihnen heute auch etwas fürs Auge geboten wird - schon dicht gedrängt an der Bühne, um nichts zu verpassen.

Ein gut gelaunter DAMION WILSON (ex THRESHOLD), der auch bereits anderweitig mit Arjen Lucassen unterwegs war, übernimmt den Support-Act an diesem Freitag Abend. Um die Zuschauermenge, mit seinen hintergründigen und gefühlvollen Songs in seinen Bann zu ziehen, reichen ihm die Konzert-Gitarre und ein Barhocker. Zwischen den Songs zeigt sich Damian sehr redefreudig und bittet zwischendurch auch einen skandinavischen Gast - der anscheinend überhaupt kein Wort deutsch oder englisch versteht - auf die Bühne, um mit ihm (mehr recht als schlecht) den STONES-Klassiker „Satisfaction“ zu performen. Doch ehe man sich versieht ist die One-Man-Show auch schon wieder vorbei.

Nach einer kurzen Umbaupause hüllt sich die Bühne in Dunkelheit. Bevor STREAM OF PASSION die Bühne betreten, geht auf die Zuhörer ein akustisch inszeniertes Gewitter nieder – Donnergrollen und Regenschauer schallen aus den Lautsprecherboxen. Und zusammen mit der blitzartigen Lightshow wird damit der aktuelle Albumtitel „Embrace the Storm“ interpretiert. So entsteht gleich die richtige Spannung auf den ersten Song. Nach und nach betreten alle Musiker die Bühne; „Spellbound“ ist wie auch auf dem Album das erste Stück. Sogleich fühlen sich die Fans zuhause.

Im Fokus des Interesses steht zweifelsohne die bezaubernde mexikanische Sängerin Marcela Bovio; Arjen Lucassen ordnet sich bescheiden in die Bandstruktur ein und überlässt auch Lori Linstruth die Lead-Gitarre. Doch kommt er dennoch nicht zu kurz und kann sein Können sowohl an der Gitarre und auch am Mikrofon unter Beweis stellen.

Im Gegensatz zur Platte hat sich Marcela Bovio für die Live-Darbietung gesangliche Unterstützung mitgebracht; ihre ‚kleine’ Schwester Diana macht ihre Sache ausgezeichnet und überzeugt auch im Duett mit Marcela ebenfalls auf ganzer Linie. Und ganz nebenbei ist sie neben Marcela am Mikro und Lori an der Gitarre für die männlichen Besucher ein weiterer Augenschmaus. Aber auch alle anderen Musiker sorgen für eine fulminante Show und einen druckvollen Sound. Die Band geht richtig ab, und in reinster Metal-Manier werden die Matten immer wieder im Takt geschwungen.

In der Erwartung, dass in erster Linie die Songs von „Embrace the Storm“ präsentiert werden, beginnt das Konzert. Doch alleine die 12 Songs des Longplayers hätten nach Ansicht der Band wohl nicht ausgereicht, um die Besucher zufrieden zu stellen. So werden zwischendrin auch immer wieder Songs aus der AYREON-Ära präsentiert: „Waracle“, „Valley of the Queens“, „The Charm Of The Seer“, „Day One: Vigil”, „Day Three: Pain“, “The Castle Hall”, “Into The Black Hole” und „Day Eleven: Love“ reihen sich in die Songs der STREAM OF PASSION-CD ein. Letztlich ist es aber ein bisschen schade, dass die Songs von „Embrace the Storm“ in der Unterzahl sind und statt dessen mehr AYREON-Stücke gespielt werden. Doch der Qualität tut das keinen Abbruch. Die restlichen Songs des Debütalbums hätten es aber durchaus verdient live performed zu werden.

Eigentlich selbstverständlich, doch im Falle von STREAM OF PASSION eher erstaunlich, dass eine derart perfekte Show geboten wird, obwohl die Musiker aufgrund der räumlichen Entfernung zueinander nur wenig Zeit und Gelegenheit zur gemeinsamen Probe hatten.

Zum letzten Song vor der obligatorischen Zugabe kommt DAMIAN WILSON erneut auf die Bühne und übernimmt den Gesangspart zu „Castle Hall. Nach einer sehr kurzen Pause geht es mit „Into The Black Hole“ weiter; doch das sich anschließende Led Zeppelin-Cover „When The Levee Breaks“ wird zwar gut dargeboten, doch eigentlich überflüssig. Mit „Day Eleven: Love“ einem weiteren AYREON-Stück endet das erstklassige Konzert von STREAM OF PASSION. Bleibt zu hoffen, dass diese Formation auch in Zukunft weitere Songs unters Volk bringen wird.

(by: Dietmar Schäfer - 06.02.06)

-> zur Fotoserie: STREAM OF PASSION

-> zur Album-Rezension "Embrace the Storm"

Setlist STREAM OF PASSION:

  • Spellbound
  • Passion
  • Waracle
  • Wherever you are
  • Computer eyes
  • Calliopeia
  • Valley of the queens
  • Haunted
  • The Charm Of The Seer
  • Deceiver/Songs Of The Ocean
  • Day One: Vigil
  • Day Three: Pain
  • Nostalgia
  • Out In The Real World
  • The Castle Hall
    -----------------------------
  • Into The Black hole
  • When the levee breaks
    -----------------------------
  • Day Eleven: Love

[zurück] - [zum Seitenanfang] - [alle Reviews im Überblick] - [zur unitedpixel Hauptseite]