Review

ROCK HARD FESTIVAL 2007

BULLET · CRUCIFIED BARBARA · CATARACT · HEAVEN SHALL BURN · GRAVE DIGGER · HAMMERFALL

METAL INQUISITOR · MAROON · TURISAS · KORPIKLAANI · ROSS THE BOSS · VADER · ARMORED SAINT · DEATH ANGEL · AMON AMARTH

SABATON · HARDCORE SUPERSTARS · DEW SCENTED · DARK FUNERAL · TANKARD · PAUL DI ANNO · SPOCK'S BEARD · AXEL RUDI PELL · THIN LIZZY

25.-.27.05.2007 - Gelsenkirchen, Amphitheater

Das erste große Festival des Jahres steht an! Da dürfte man gespannt sein, ob dieser Auftakt die Erwartungen der Saison erfüllt. Schaut man sich die Billings aller größeren Metal-Veranstaltungen an, so sollten in diesem Jahr die Ansprüche etwas zurückgeschraubt werden. Auch das Rockhard-Festival macht hier keine Ausnahme.

Diesmal werden im Amphiteater Gelsenkirchen erstmals drei volle Tage Heavy Metal geboten. Alle Bands treten auf der großen, von der emporsteigenden Tribüne umsäumten, Hauptbühne auf. Die kleine Seitenbühne steht nun für unnötige Zwischen-Acts, wie einem albernen Luftgitarrencontest zu Verfügung. Wer hier mitmacht hat die Chance sich ins Rock Guerilla.tv zu rocken und sich zum Idioten zu machen. Auch Mike Terrana‘s (MASTERPLAN, AXEL RUDI PELL u.v.m.) Künste gibt es hier während seines Workshops zu bewundern.

Am Parkplatzangebot hat sich leider nichts geändert. Was aber auch ein schwieriges Thema darstellt, denn das ehemalige Gartenausstellungsgelände ist zwar wunderschön, doch Parkplätze gibt’s hier nur wenige. So sind die Besitzer eines der begehrten Tickets für den zentralgelegenen Hauptparkplatz in der glücklichen Situation nur kurze Wege zum Festivalgelände beschreiten zu müssen. Außerhalb Parken ist mit mindestens halbstündigen lästigen Fußmärschen verbunden.

Alternativ gibt’s natürlich noch die Möglichkeit auf dem Zeltplatz zu übernachten. Doch welcher Metalhead möchte warmes Bier aus Plastikflaschen trinken und Musik vom Walkman hören? Doch hier gibt’s ordentliche Wasserspül-Toiletten und warme kostenlose(!) Duschen, die wie auf den meisten Festivals, die jenes anbieten, auch dementsprechend dankbar besucht werden. Lange Warteschlangen vor den Türen sind bei diesem komfortablen Angebot keine Seltenheit.

Auf dem Festivalgelände selbst gibt’s weiterhin und ausschließlich nur WCs mit echter Wasserspülung. Hier sollten sich andere Veranstalter ein Beispiel nehmen. Beschissene Dixies, bei deren Benutzung man sich die Gelbsucht holt, sind nun wirklich kein Metal!

Patronengurte, Nieten und Kutten dagegen sind Metal! Doch mit Patronengurten muss man draußen bleiben! Die kompetente Security, die wohl mit friedlichen und vernünftigen Metalheads wenig Erfahrung hat, begründet dies mit der Verletzungsgefahr und zwar nicht die, welche während dem Bangen oder Abfeiern der Bands durch diese ach so gefährlichen Accessoires ausgehen kann, sondern beim möglichen Rausziehen des Bewaffneten aus der Menge, könnte sich die Sicherheitskraft selbst am Gurt verletzen - eine sehr einleuchtende Formulierung, zumal es an vielen Ständen auf dem Gelände Patronengurte zu kaufen gibt.

Auch kommt ein völlig unlogisches Pfandsystem zur Anwendung, das folgendermaßen abläuft: 1. Bon kaufen, 2. Getränk kaufen, 3. Pfand für den Becher bezahlen – ok, bis jetzt ist alles normal. Nun möchte man ein weiteres Getränk: 4. Becher am separaten Pfandstand abgeben, man erhält einen Bon hierfür, 5. Erst jetzt zum Getränkestand, das neue Getränk kaufen. Dieses sehr durchdachte System, denn es entlastet das Thekenpersonal, während das Pfandpersonal völlig überfordert ist, kommt dennoch nicht sehr lange zur Anwendung. Das alte System der letzten Jahre wird schon nach wenigen Stunden wieder eingeführt. Hier hat sich wohl der Veranstalter mit dem Getränkelieferant nachträglich abgesprochen, was sehr zum reibungsloseren Ablauf beiträgt. Auch wurde das Patronengurt-Problem gelöst. Nachdem Götz Kühnemund, der RockHard-Oberguru, auf der Bühne feierlich verkündet, dass man nun „bewaffnet bis auf die Zähne“ auf’s Gelände kommt, klappt’s auch mit der Security!

Wie schon angesprochen, sind die diesjährigen Billings der Festivals nicht gerade weltbewegend. So übernehmen freitags die Schweden HAMMERFALL die Headlinerposition und samstags ihre Landsmänner AMON AMARTH. Die Frage ist nur, ob solche durchschnittlichen Newcomerbands wirklich Headlinerpotential besitzen. Man sollte doch hier traditionelle Bands mit Geschichte, die einen gewissen Status besitzen, wie beispielsweise den Sonntagshauptact THIN LIZZY, berücksichtigen. Auch ist fraglich was neumodische Metalcorebands, wie CATARACT, DEW-SCENTED oder HEAVEN SHALL BURN auf einem METALfestival verloren haben.

Freitag:

Den Anfang jedenfalls macht eine Band die tatsächlich Metal ist – BULLET! Die Jungs sind einfach nur oldschool as fuck! Genau so soll Metal klingen. Irgendwelches aggressives Gehabe oder gar einen Aufruf zur Wall Of Death haben die jungen Schweden, die ein wenig wie ACCEPT klingen, nicht nötig. Hier ist Partylaune angesagt. (Übrigens hat mir der Bassist Lenny Blade (BULLET) 70 € für mein altes WATCHTOWER-Shirt geboten – sehr guter Musikgeschmack, doch ich bin hart geblieben!)

CRUCIFIED BARBARA haben letzten Jahr denn Sonntag eröffnet. Doch geöffnet waren damals die Eingänge noch nicht. So haben die vier Mädels aus Stockholm ihren Gig zunächst vor noch leeren Rängen gespielt. Doch dieses Jahr gibt’s erneut die Möglichkeit das Material ihres Longplayers „In Distortion We Trust“ an den Mann zu bringen. Und man(n) muss zugeben: Die Schwedinnen haben’s verdammt gut drauf. Rotzig röhrt Frontfrau Mia Coldheart (was für ein Name!) ihre Vocals ins Mikro. Die drei Mitstreiterinnen (Ida Evileye, Klara Force, Nicki Wicked – verdammt sind in Schweden die Namen true) haben mal mindestens genauso viel Feuer im Arsch. Wer hier nicht auftaut, der hat wohl den Rock’n’roll-Zug nur noch abfahren gesehen! Zu guter Letzt gibt’s, wie schon letztes Jahr, das MOTÖRHEAD-Cover „Killed By Death“ direkt in die Fresse.

Die Schweizer CATARACT verlassen mit ihrem Metalcore die stilistische Linie des Festivals, was sich in schwindender Zuschauerzahl niederschlägt. Ebenso ergeht es HEAVEN SHALL BURN. Nichts desto trotz können auch diese beiden Bands auf ihre Fans bauen und liefern eine gute Show.

Mit GRAVE DIGGER ist dann wieder eine traditionelle Combo am Start. Ok, die Jungs um Chris Boltendahl hat man schon tausend mal gesehen und „Rebellion“ schon ebenso oft gehört, doch sympathisch sind GRAVE DIGGER immer wieder. Vor allem die Schlagzeugarbeit von Stefan Arnold ist erwähnenswert. Eine außerordentliche Leistung die der Drummer hier ablegt. Außerdem haben die Speedmetaller haufenweise Hits am Start. „In The Dark Of The Sun“, „Headbanging Man“ oder „Heavy Metal Breakdown“ sind nur einige bei denen die Fans ihre Band abfeiern! (Doch trotz meines persönlichen Anratens, hat Stefan Arnold (GRAVE DIGGER) nicht das BLACK SABBATH-Kindershirt für seinen Kleinen gekauft – was soll bloß aus dem Bub mal werden?)

Die dritte schwedische Formation des heutigen Tages und zugleich Headliner des Abends sind HAMMERFALL. Zu damaligen Zeit als die „Glory To The Brave“-Scheibe aktuell war, wurde die Gothenburger Band gehypt wie keine andere. Sogar IN FLAMES‘ Jesper Strömblad wurde zu Promotionzwecke als Drummer im Booklet dieses Werkes ausgegeben. Doch aus Insiderkreisen ist bekannt, dass er lediglich nur ein paar Gitarren im Studio einspielte. Schon sehr ideenreich was sich manche Promoter so alles einfallen lassen. Doch die Saat ist aufgegangen. Trotz nur durchschnittlicher Alben und einem überbewerteten schwachbrüstigen Sänger, werden massenweise Platten verkauft und Festivals geheadlined. Mit den aufgebauten zehn Bassdrums, die den Schriftzug der Band zeigen, kann man wohl nur die Kiddies beeindrucken. Dennoch geben die Jungs um Frontmann Joacim Cans und Überposer Oscar Dronjak alles um den Freitag gebührend ausklingen zu lassen. Natürlich werden auch ein paar Stücke des Erstlingswerk, das eigentlich doch ziemlich geil ist, präsentiert.

Jetzt ist Zeit für Metal im Partyzelt. Hierfür wird nachts das große Zelt vor dem eigentlichen Gelände, in dem tagsüber der gut sortierte Metalmarket stattfindet geräumt. Hier kann man sich bei kühlen Erfrischungen von den Strapazen des Tages erholen. Doch beim wilden Posen und Bangen im Partyzelt (verdammt mussten die nur „Painkiller“ spielen?) habe ich mir an Doom-Cliff's Kopf ein fettes blaues Auge zugelegt.

Samstag:

Wer den Freitag gut überstanden hat, steht sicherlich pünktlich zu METAL INQUISITOR, der wohl größten deutschen Hoffnung in Sachen traditionellen Metals, auf der Matte. In Koblenz längst schon Superstars, sind die Jungs in Gelsenkirchen auch kein unbeschriebenes Blatt mehr. Die Warm-Up-Show auf der Seitenbühne vor zwei Jahren rockte schon enorm. Doch nun sind Blumi & Co. mit neuer fantastischer Scheibe „Doomsday For The Heretic“ zurück. Es haben sich reichlich Frühaufsteher eingefunden, um den Inquisitoren zu huldigen. Redegewandt wie eh und je treibt Frontmann El Rojo die Menge an. Die Instrumentalisten tun Gleiches, um die Metalmeute anzuheizen. Während des Gigs staunt Bassist Günter nicht schlecht, als er einem fliegenden Schuh ausweichen muss. Seine Vermutungen der Anschlag hätte ihm als neues Bandmitglied gegolten, sind jedoch unbegründet! An Coolness ist der Freitagsauftakt wohl kaum zu toppen, denn es wird echter Heavy Metal ohne irgendwelche Klischees geboten. Frühe und spätere Hits, wie beispielsweise „Take Revenge“, „Daze Of Avalon“ oder „Zombie Driver“ werden gleichermaßen präsentiert, wie „Persuader“, ein brandneues Stück, das wohl auf der kommenden Scheibe zu finden ist. Zu guter Letzt kommt mit „R.I.F.“ ein Demo-Song, der offiziell eigentlich gar nicht zu bekommen ist, zum Einsatz. Hier hat sich also das Frühaufstehen gelohnt!

Auch MAROON müssen sich mit ihrem Metalcore mit weniger Zuschauer zufrieden geben. Dennoch bleiben genug Leute vor der Bühne, um die Jungs aus Nordhausen abzufeiern.

TURISAS blasen zum Angriff! Die Kulisse ist gewaltig! Würde nun ein Wikingerschiff hinter der Bühne anlegen, wäre das Szenario nahezu perfekt. Auch hier befindet sich ein neuer Longplayer im Anschlag. „The Varangian Way“ gilt es natürlich eifrig zu promoten. So zeigen sich die finnischen Krieger von ihrer besten Seite. Außer dem Akkordeon kommt mit der Geige ein weiteres metal-untypisches Instrument zum Einsatz. Doch der Teufelsgeiger kann wohl die meisten Punkte sammeln. Vor allem sein abgefahrenes Distortion-Solo, lässt so manchen Gitarristen verblassen.

Weiter im Programm geht’s mit KORPIKLAANI, den Landsmänner von TURISAS, die nicht ganz so wild zur Sache gehen, wie ihre „Genrekollegen“. Doch auch diese Combo rockt ungemein. Wohl kaum eine andere Band, die sich dem Folkmetal verschrieben hat, kann eine derart energiegeladene Performance bieten, wie es diese Finnen tun. „Tervaskanto“ heißt hier die aktuelle zu präsentierende Scheibe, von welcher im Verhältnis nur sehr wenige Songs zum Einsatz kommen. Man setzt mehr auf die Präsenz von kultigen Trinkliedern, wie „Beer Beer“ oder „Let’s Drink“ und macht somit schon fast TANKARD, wenn auch nicht ernstzunehmend, Konkurrenz.

Und nun wird es mehr traditionell einhergehen. Kein geringerer als ROSS THE BOSS entert die Bühne. Der Ur-MANOWAR-Gitarrist hat ein Programm früher Songs angekündigt, das bis einschließlich Stücke von der „Kings Of Metal“-Scheibe enthält. Hier kann man sich auf was gefasst machen. Die Band, die ihn begleitet ist keine geringere als MEN OF WAR, die authentischste Coverband aus dem Pfälzischen, welche jedoch ab jetzt als ROSS THE BOSS-Band unterwegs sind. Natürlich geht’s, den Umständen entsprechend mit „Manowar“ los! Auch weitere Knaller im sind Repertoire von Ross Funicello, so der bürgerliche Name des Amerikaners. Dementsprechend rockt die Meute zu „Shell Shock“, „Death Tone“ oder „Hail To England“. Superhits wie „Hail And Kill“ oder „Thor“ sind natürlich auch vertreten. Rhino, der ehemalige MANOWAR-Drummer, gibt sich zu „Kill With Power“ die Ehre. Lediglich werden die ganz hohen Eric Adams-Tonlagen nicht erreicht. Doch die Playlist, Spielfreude und vor allem kein stundenlanges Geschwätz zwischen den einzelnen Songs macht dieses zu vernachlässigende Manko schnell wieder wett.

Jetzt wird Todesmetal aus Polen das Geschehen bestimmen. VADER, die ich leider verpasst habe, walzen offensichtlich ganz Gelsenkirchen nieder. Gefangene werden sowieso keine gemacht!

Zweifelsohne gehören ARMORED SAINT zu den geilsten Livebands dieses Planeten. Nun stellt sich nur eine Frage: “Can You Deliver?” Selbige wird gleich zu Beginn des Gigs lautstark beantwortet. Zwar können die Heiligen lediglich nur fünf reguläre Studioalben seit ihrem Ursprung in den Achtzigern nachweisen, doch sind diese fast ausschließlich mit Hits gespickt. Mit „Raising Fear“, „March Of The Saint“, „Last Train Home“ oder zu guter letzt noch „Lesson Well Learned“, dem hervorragenden Opener der ersten selbstbetitelten EP, können heute John Bush & Co. wieder mal beweisen, dass sie seit den Achtzigern zur Weltelite gehören.

Noch weniger reguläre Studioalben als ARMORED SAINT, gerade mal vier an der Zahl, können DEATH ANGEL nachweisen. Die Kult-Trasher aus San Francisco, die bis auf den „neuen“ Gitarristen Ted Aquilar, allesamt miteinander verwandt sind, haben sich vor fünf Jahren offiziell reformiert und mit „The Art Of Dying“ ein wahrhaftiges Comeback-Album vorgelegt. Von selbigen werden heute vier Stücke in Albumreihenfolge präsentiert. Ansonsten gibt’s eine gesunde Mischung damaliger Werke auf die Fresse – endlich mal eine Reunion, die nicht unnötig war, insbesondere der eigenwillige Stil, lässt DEATH ANGEL von der Masse abheben.

Nach zwei unglaublich exzellenten Bands wie ARMORED SAINT und DEATH ANGEL, die Heavy Metal-Geschichte schrieben, ist es geradezu blanker Hohn oder gar reine Blasphemie, eine zumindest aus meiner Sicht langweilige und überbewertete Combo wie AMON AMARTH den Headlinerposten zu gewähren. Dennoch sind der Innenraum vor der Bühne und die Tribüne ordentlich gefüllt. Sollte die Tatsache, dass Donnergott Thor während dieses Gigs die Himmelspforten öffnet und dem Amphitheater eine Sintflut beschert, als Zeichen gesehen werden, den Hauptact nächstes Jahr weiser zu wählen?

Sonntag:

Nach der verregneten Nacht meint es Petrus gut und pünktlich zu SABATON, den Openern des Sonntags, kann man trockenen Hauptes die schwedischen Newcomer bewundern. Zu präsentieren gibt’s eigentlich kein neues Werk. Die aktuelle Scheibe „Metalizer“ ist nämlich das neu aufgelegte Debüt „Fist For Fight“, welches damals nie offiziell das Tageslicht erblickte. So wundert man sich, dass von „Metalizer“ kein einziger Song gespielt. Dennoch kann sich die Playlist, eine Auswahl der beiden letzten Alben, sehen und hören lassen!

HARDCORE SUPERSTAR , die zweite Band, des heutigen und letzten Festivaltages, sind glücklicherweise nicht dem Genre verfallen, welches laut Namensgebung anzunehmen ist. Es wird dreckiger klischeebelasteter Rock’n’Roll geboten, der auf, sowie auch vor der Bühne jede Menge Spaß bietet!

Eigentlich sollte nun die dritte schwedische Combo des heutigen Tages aus den Startlöchern schießen, doch die Black Metaller NAGLFAR sind leider verhindert. DEW-SCENTED aus Braunschweig springen in die Breche. Für manche soll dies wie Thrashmetal klingen, doch für andere wiederum ist das alles nur ein moderner Abklatsch früherer Idole. Die Nuclear Blast-Band ist leider kein würdiger Vertreter.

Und schon wieder eine Kapelle aus dem Land der Elche – DARK FUNERAL sind abgrundtief böse. Mit Corpse Paint und Nieten hüllt man sich in Schwarten von Kunstnebel, so dass sich selbst bei hellem Tage ein beängstigendes Bühnenbild zeigt. Zwar sind DARK FUNERAL nicht Jedermanns Sache, doch ihrem Name machen sie alle Ehre und lernen dem räudigen Metalcore-Fan das fürchten!

Nach unendlich düsterer Stimmung geht’s wieder feucht fröhlich weiter. TANKARD aus Mainhatten, die ungeschlagenen Verfechter des „Alcoholmetals“, haben ein paar geniale Sauflieder im Repertoire. „Beermuda“, „Slipping From Reality“ oder „Need Money For Beer“ animieren ähnlich, wie die frühen Hits “Zombie Attack” oder “Chemical Invasion”. Doch die Hauptattraktion sind Frontmann Gerre’s wohlbeleibter Bauch, wie auch seine sympathischen Ansagen und über allem die Hymne „Freibier“, welche die komplette Gelsenkirchener Arena mitsingt! Geiler Gig!!!

Paul Di’Anno – Welcher Metalhead kennt diesen Namen nicht? Angekündigt ist ein Programm früher Stücke von IRON MAIDEN. Die Erwartungen diesbezüglich sind hoch. „Ides Of March“, das Intro aus der Konserve, ist die Einleitung zu „Wrathchild“. Weiter geht’s mit „Prowler“, „Murders In The Rue Morgue“ und „Remember Tomorrow“. Also eine unglaublich geniale Playlist wird hier geboten! Die Ausführung dieser hingegen lässt leider den Schluss zu, daß der gute Paul aufhören sollte. Stimmlich ist der Ex-Maiden-Sänger völlig am Ende. Schade eigentlich, denn die Band, die Di’Anno begleitet, besteht aus ausnahmslos begnadeten Musikern.

Genretypisch für dieses Festival ist der Sound von SPOCK’S BEARD wohl kaum. Dementsprechend gering ist der Andrang bei der wohlmöglich besten Band dieses Festivals. Jedoch dürften die Progrocker, aufgrund ihres phänomenalen Auftritts, einige Fans hinzugewonnen haben. Besonders abgefahren und durchgeknallt ist die Performance von Tastenmagier Ryo Okumoto, der mit Händen und Füßen, auf den Tasten liegend und stehend, so dass Bühnenhelfer seine Keyboardburg vor dem Umsturz hindern müssen, seine Soli abhält. Auch das Schlagzeugsolo, welches Frontmann Nick D’Virgilio und Livedrummer Jimmy Keegan, parallel auf den zwei aufgebauten Drumkits absolvieren, ist unglaublich. Wäre Mike Terrana clever, würde er sein langweiliges, seit Jahren gleiches Solo, ausfallen lassen. Im Gegensatz zu ihm, drehen die beiden keine Stöcke, sondern spielen im Duett unglaubliches nur schwer nachvollziehbares Zeug und das auf den Punkt genau. Das dargebotene Programm enthält auch Stücke der Neal Morse-Ära, die auch ohne den Ex-Bart ihren Charme nicht verlieren. Die wenigen Gäste vor der Bühne haben, wie auch die Musiker selbst, die mit ungesehener Leichtigkeit die komplexesten Themen behandeln, ihre wahre Freude an dem SPOCK’S BEARD-Gig, der leider zu kurz ausgefallen ist. Zu guter Letzt tauschen Nick und Jimmy die Positionen und die Band gibt ein LED ZEPPELIN-Cover zum Besten!

Ein weiterer Gitarrenvirtuose ist Axel Rudi Pell, der immer wieder für geile Hardrock-Knaller zu haben ist. Doch leider habe ich den Axel verpasst. Schade eigentlich, denn er hat „Fool Fool“ gespielt. Doch auch Glück im Unglück, dass ich das Terrana-Solo nicht gesehen zu haben.

The Boys are back in Town! THIN LIZZY sind im Gegensatz zu HAMMERFALL oder AMON AMARTH ein würdiger Headliner, der auch die nötige Tradition mitbringt. Über dreißig Jahre Musikgeschichte haben die Irländer geschrieben, deren Kultfaktor in den Achtziger mit dem Tod vom charismatischen Frontmann Phil Lynnot nochmals gesteigert wurde. John Sykes der „neue“ Sänger steht ihm keineswegs nach, so verlieren die Stücke, welche allesamt auf regulären Longplayern noch mit Phil Lynnot zu hören sind, keineswegs ihren Charme. Etliche Live-Veröffentlichen nach der Songwriting-Ära untermauern dies zweifelsohne. Hits gibt’s heute Abend genug zu hören. „Jailbreak“, „Cold Sweat“ oder „Bad Reputation“ sind da einige. Dieser fantastische Gig und ein trotz etwas merkwürdiger Bandauswahl dennoch gelungenes RockHard-Festival finden mit „Black Rose“ und „Rosalie“ einen denkwürdigen Ausklang.

Man wird sich nächstes Jahr sicherlich wieder sehen.

(Michael Kümmet)

Und so war der Samstag wirklich:

  • Ich stelle fest, dass ich vom wilden Bangen im Partyzelt ein blaues Auge habe.
  • Blumi bringt mich im Auto zum Bulli. Danke Blumi :-)
  • Nach der Druckbefüllung durch Metalage-Macher Uli Esser sieht Johannes‘ Bulli wie ein Müllwagen aus.
  • Johannes fährt rückwärts (natürlich mit aufgebautem Vorzelt) gegen die Absperrung – sehr gute Idee und Glück für den Fahrer der A-Klasse, die hinter Johannes‘ Bulli parkt!
  • Johannes fällt von Doom-Cliffs Bulli – nix passiert, die sind Schuhe noch da!
  • Doom-Cliff verletzt sich beim Aufräumen von Johannes‘ Bulli. Haben den Müll mit der abgerissenen Schranktür rausgeschippt.
  • Der Bulli von den Nachbarn brennt aus!
  • Johannes trinkt die Reste aus den Bierdosen die im Müll liegen.
  • Während DEATH ANGEL spielen wirft Johannes seine Schuhe in die Menge. Zwei Minuten später regnet es für zwölf Stunden!
  • In sicherer Unterkunft bei Doom-Cliff erzählen wir Schuhwitze und tätowieren Johannes (natürlich nur Schuhtattoos) mit dem Edding.
  • Im Partyzelt sind Johannes‘ Müllsackschuhe die Attraktion!

Und so war der Sonntag wirklich:

  • Aus der Dachluke von Johannes‘ Bulli ragen zwei geschundene Füße.
  • Der schlammige Totenkopfbecher wird Johannes zum Verhängnis.
  • Nachdem Johannes seinen Fußnagel abgerissen hat, liegt er rauschausschlafend in der ersten Sitzreihe.

Und so war Montag wirklich:

  • Johannes kann nicht Auto fahren (wen wundert’s?), also fährt ein Transformer und Devin Townsend-Haardouble namens Frank.
  • Johannes hat wieder Socken an.


Setlist CRUCIFIED BARBARA:

  • Play Me Hard (The Bachelor’s Guitar)
  • Going Down
  • Bad Hangover
  • My Heart Is Black
  • Motorfucker
  • In Distortion We Trust
  • Rock'n'Roll Bachelor
  • Losing The Game
  • Killed By Death (MOTÖRHEAD-Cover)

Setlist CATARACT:

  • Intro
  • War Of Cultures
  • Sacrificed For The Wealth
  • On This Graveyard
  • Denial Of Life
  • As We Speak
  • Skies Grow Black
  • Killing Tool
  • Tongues spitting hate
  • Vanished In The Dark
  • Nothing‘s Left

Setlist GRAVE DIGGER:

  • Intro: The Brave
  • Scotland United
  • In The Dark Of The Sun
  • Grave In a No Man‘s Land
  • Excalibur
  • The Last Supper
  • Headbanging Man
  • The Grave Digger
  • Silent Revolution
  • Vallhalla
  • The Grave Dancer
  • Knights Of The Cross
  • Rebellion (The Clans Are Marching)
  • Liberty Or Death (mit Intro)
  • Heavy Metal Breakdown

Setlist METAL INQUISITOR:

  • Doomsday For The Heretic
  • Restricted Agony
  • Take Revenge
  • Logan’s Run
  • Persuader (neuer Song)
  • Daze Of Avalon
  • Zombie Driver
  • M4 A1
  • Resistance Is Futile- R.I.F (Demosong, offiziell nicht zu bekommen)

Setlist KORPIKLAANI:

  • Journey Man
  • Korpiklaani
  • Cottages & Saunas
  • Tulikokko
  • Orbina
  • Pellonpekko
  • Let's Drink
  • Karhunkaatolaulu
  • Wooden Pints
  • Hunting Song
  • Beer Beer
  • Setlist ROSS THE BOSS:
  • Manowar
  • Shell Shock
  • Death Tone
  • Gloves Of Metal
  • We Will Kill (neues Stück!)
  • Thor (The Powerhead)
  • Fighting The World
  • Hail And Kill
  • Kill With Power
  • Hail To England
  • Gates Of Valhalla / Defender

Setlist ARMORED SAINT:

  • Can U Deliver
  • The Pillar
  • Glory Hunter
  • Last Train Home
  • For The Sake Of Heaviness
  • Upon My Departure
  • Symbol Of Salvation
  • Raising Fear
  • March Of The Saint
  • Reign Of Fire
  • Lesson Well Learned

Setlist DEATH ANGEL:

  • Seemingly Endless Time
  • Voracious Souls
  • Mistress Of Pain
  • Ex-Tc
  • 3Rd Floor
  • Thrown To The Wolves
  • 5 Steps Of Freedom
  • Thicker Than Blood
  • The Devil Incarnate
  • Disturbing The Peace
  • Stagnant
  • Veil of Deception
  • Bored
  • Kill As One

Setlist SABATON:

  • Intro
  • Panzer Battalion
  • In The Name Of God
  • A Light In The Black
  • Into The Fire
  • Attero Dominatus
  • Rise Of Evil
  • Primo Victoria
  • Metal Medley

Setlist HARDCORE SUPERSTAR:

  • Last Forever
  • Bag On Your Head
  • Bastard
  • She's Offbeat
  • Hateful
  • Medicate Me
  • Wild Boys
  • We Don't Celebrate Sundays
  • Kick On The Upperclass


Setlist DEW-SCENTED:

  • Intro
  • Never To Return
  • Cities Of The Dead
  • Turn To Ash
  • That's Why I Despise You
  • Bitter Conflict
  • New Found Pain
  • Into The Arms Of Misery
  • Soul Poison
  • Acts Of Rage

Setlist TANKARD:

  • We Still Drink The Old Ways
  • Zombie Attack
  • Slipping From Reality
  • Beermuda
  • The Beauty And The Beast
  • Need Money For Beer
  • Chemical Invasion
  • Die With A Beer In Your Hand
  • Rectifier
  • Freibier
  • (empty) Tankard

Setlist PAUL DI'ANNO:

  • Intro: Ides Of March
  • Wrathchild
  • Prowler
  • Murders In The Rue Morgue
  • Remember Tomorrow
  • Faith Healer (ALEX HARVEY-Cover)
  • Killers
  • Strange World
  • Phantom Of The Opera
  • Running Free
  • Transylvania
  • Blitzkrieg Bop (RAMONES-Cover)
  • Sanctuary

Setlist SPOCK’S BEARD:

  • On A Perfect Day
  • In The Mouth Of Madness
  • Surfing Down The Avalanche
  • Thoughts Pt. 2
  • Skeletons At The Feast
  • Rearranged
  • The Water
  • Go The Way You Go
  • Whole Lotta Love (LED ZEPPELIN-Cover)

Setlist THIN LIZZY:

  • Jailbreak
  • Waiting For An Alibi
  • Don’t Believe A Word
  • Cold Sweat
  • Are You Ready
  • Bad Reputation
  • Drum Solo
  • Emerald
  • Suicide
  • Cowboy Song
  • The Boys Are Back In Town
  • Black Rose
  • Rosalie

 

zurück zur Review-Übersicht
----------------------------
zur unitedpixel Hauptseite