Review

ROCK HARD-Festival 2006
am 02.-04.06.06 im Amphitheater Gelsenkirchen

MORGANA LEFAY · MERCENARY · CUSTARD · ENGEL

CELTIC FROST · BOLT THROWER · SODOM · NEVERMORE · BRAINSTORM · CALIBAN · PRIMORDIAL · LEGION OF THE DAMNED · MYSTIC PROPHECY

DIO · EDGUY · FATES WARNING · SOILWORK · FINNTROLL · EVERGREY · BEYOND FEAR · GOJIRA · VOLBEAT · CRUCIFIED BARBARA

Während an diesem Wochenende bei Rock am Ring nur Masse und Kommerz zählen treffen sich die ehrwürdigen Metalfans im Amphitheater von Gelsenkirchen eine beim ROCK HARD Festival eine geile Party zu feiern. Die RockHard-Mannschaft hat auch dieses Jahr wieder ein hochkarätiges Billing zu bieten. Schon zur Warm Up-Show konnte man gewaltige Bands verpflichten.

Zu einem guten Festival gehört, wie die Musik an sich, ein entspannter, unproblematischer, sowie friedlicher Aufenthalt auf dem Camping-Gelände, auf welchem leider keine Autos parken dürfen. Aufgrund der idyllischen Lage in dem Gelsenkirchener Parkgelände ist dies auch durchaus zu verstehen, so kann für den angrenzend gelegenen Hauptparkplatz ein fünf-euro-teures Parkticket erstanden werden. Anderenfalls stehen genügend unentgeldliche Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung, die allerdings schwer zu finden und mit einem mindestens halbstündigen Fußmarsch verbunden sind. Es besteht jedoch die Möglichkeit, das Fahrzeugvor dem Campingplatz zu entladen. Dennoch sind die Parkplätze auf dem zentralen Platz sehr begehrt und schon zur Mittagszeit am Freitag ausverkauft. Eigentlich unverständlich denn es haben vielleicht noch eine dreistellige Anzahl PKWs auf diesem Gelände Platz; welcher sich aber auch in den kommenden 3 Tagen nicht mehr füllt. Das nächste Mal sollte vielleicht eine etwas größere Anzahl dieser Parktickets zur Verfügung stehen.

Nach unkomplizierten Einfinden und Zeltaufbauens sind nun schon die ersten Bands am Start. Auf der Nebenbühne sind diesmal die mächtigen MORGANA LEFAY Headliner! Zuvor spielen ENGEL, die Demo-Gewinner-Band aus Schweden, einen Mix aus Metalcore und melodischem Death-Metal. Eine besonders große Resonanz finden die 5 Jungs nicht. Was für ein Festival-Opener auch keine Schande sein braucht. Die Besucher erkunden in Ruhe mal das Gelände. An einigen Merchandise-Ständen kann das eine oder andere Shirt ergattert werden und an den drei Getränkeständen ist für eine kühlende Erfrischung gesorgt. Die Preise hier gehen durchaus noch in Ordnung. Zweite Band sind CUSTARD, die Powermetaller aus Herne. Die schon ein größeres und oldschool-freundlicheres Publikum ansprechen. So richtig geht die Post bei MERCENARY ab. Thrashiger Melodic-Death mit ordentlichen Vocals gibt's von den Dänen auf die Mütze. Last but not Least stellen MORGANA LEFAY alles bislang dagewesene in den Schatten.

Am Samstag stehen schon am Mittag MYSTIC PROPHECY als Special Guest auf der Hauptbühne. Dadurch verschiebt sich der Tagesablauf gering. Weiter geht's mit LEGION OF THE DAMNED, den holländischen Thrashern, welche zuvor als OCCULT einige Platten veröffentlichten. PRIMORDIAL aus Irland und die deutsche Vorzeige-Hardcore-Kapelle CALIBAN, die zwar nicht so recht ins Billing passen wollen, aber dennoch ihre Fans vor der Bühne begrüßén können, folgen. Die erste richtig geile Show mit großem Publikumsinteresse absolvieren dann BRAINSTORM. NEVERMORE müssen ohne zweiten Gitarristen auskommen - Steve Smyth ist wegen einer Darmkrankheit außer Gefecht gesetzt. Doch Jeff Loomis, wahrlich ein Meister an der Gitarre, füllt die Lücke ohne große Probleme, so dass der Sound trotzdem extrem fett ist. Die Lokalmatadore SODOM feiern großes Jubiläum, anlässlich diesem gibt's eine coole Pyroshow und Götz Kühnemund - der Rock Hard-Macher - absolviert einen kurzen RANDALICA-Gig, der alle Hits der Band beinhaltet! Während dann die Kriegsmaschine BOLT THROWER, den Co-Headliner-Part übernimmt und die Massen begeistert, erfährt man, das der CELTIC FROST-Frontmann mit einer Nierenkolik auf dem Weg ins Krankenhaus sei. Die Hiobsbotschaft wird dann von Götz Kühnemund und CELTIV FROST-Bassist Martin Ain offiziell an die wartende Menge weitergegeben. Als Ersatz für den ausgefallenen Headliner stellen sich kurzerhand SODOM, NEVERMORE und SOILWORK zu Verfügung, um noch ein paar Lieder zu trällern. So findet zumindest für die Metalheads vor der Bühne der Abend noch ein angenehmes Ende, welches im Partyzelt bis in die Morgenstunden feuchtfröhlich weitergeführt wird!

Wer die Nacht gut überstanden hat, kann sich am Sonntag gleich zu Beginn auf eine geile Rock'n'Roll-Show mit CRUCIFIED BARBARA gefasst machen. Die vier Schwedinnen, die vor kurzem noch mit SAVATAGE-Mastermind-Jon Oliva auf Tournee waren, präsentieren in etwa das gleiche Set wie auf dieser, doch ist der heutige Gig um Welten ausgereifter als die vorherigen. Die Mädels um Mia Coldheart rocken wie die Hölle, während die Nachfolger VOLBEAT in Optik und Musik etwas merkwürdig anmutet. BEYOND FEAR, die Jungs um Tim "Ripper" Owens (ICED EARTH, Ex-JUDAS PRIEST) wissen mit ihren Instrumenten umzugehen, doch die eintönigen Vocals und langweiligen Lines machen alles zunichte. Dieser Mann sollte es eigentlich besser können! Weiter geht's jetzt mit EVERGREY. Hits wie "Recreation Day", "More than ever" oder "Blindes" sprechen für sich. Natürlich sind FINNTROLL und SOILWORK auch cool, aber FATES WARNING steckt sie alle in den Sack. Endlich sind die genialen US-Progger wieder in deutschen Landen zu sehen. Bei Jim Matheos und Konsorten waren noch eine kleine ausgewählte euphorische Menge im Moshpit. Bei EDGUY dagegen füllen sich die Ränge bis in die letzten Reihen und nonstop sind weibliche sowie männliche Croudsurfer unterwegs, so dass die Security mal richtig was zu tun bekommt. Die Show selbst, wie auch die Songauswahl ist die gleiche, jedoch etwas abgespeckte wie auf der letzten Tour. Trotzdem sind EDGUY immer wieder sehenswert, alleine schon die Pausenclown-Qualitäten von Tobias Sammet sollte man nicht verpassen. Doch auf Ronnie James DIO, den kleinen Mann mit der großen Stimme, haben alle gewartet. Und das Warten hat sich gelohnt.

Fazit: Das RockHard-Festival ist aufgrund der genialen Location eines der Besten. Da kann man schon mal auf das Zehnjährige Jubiläum gespannt sein.

(by: Michael Kümmet - 19.06.06)

Zu den Fotoserien von SODOM · NEVERMORE · BRAINSTORM · CALIBAN · PRIMORDIAL · LEGION OF THE DAMNED · MYSTIC PROPHECY

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