Review

IN FLAMES

Support: SONIC SYNDICATE + GORJIA

am 25.10.2008 in Berlin, Columbiahalle

Die Melo-Death-Könige IN FLAMES bitten am Samstagabend zum Tanz in der Hauptstadt. Schauplatz: Die Columbiahalle. Unerwartet früh wird es bereits kuschelig, da der schwedische Sechser SONIC SYNDICATE um Punkt 19 Uhr die Bühne stürmt und insbesondere das jüngere Publikum in seinen Bann zieht. Nicht weiter verwunderlich, da das Styling bei den Nuclear Blast-Zöglingen mittlerweile Priorität zu haben scheint. Schade eigentlich, denn Bassistin Karin Axelsson sah mit langen Haaren viel besser aus. Des Weiteren shouten und singen Richard und Roland mal wieder um die Wette, verstehen tut man allerdings nach wie vor kein einziges Wort. Hits wie „Aftermath“ und „Jack of Diamonds“ sorgen dennoch für gute Stimmung, und lassen erahnen, dass SONIC SYNDICATE mit ihrem Pop-Metalcore weiter auf dem Weg nach oben sind.

Die französische Metalmacht GOJIRA ist als nächstes dran. Technisch weitaus anspruchsvoller als ihre Vorgänger schmettern die Monsieurs um Joe Duplantier uns Zuschauern die Riffs um die Ohren. Nicht ganz so eingängig, dafür vertrackt und progressiv, mit protzigem Bassdrum-Gewitter versehen. Der Vierer aus Bayonne überzeugt mit toller Bühnenpräsenz, trotzdem springt der Funke zum Berliner Publikum nicht ganz über.

Erneute Pause. Vor die Bühne senkt sich ein weißer Vorhang, dahinter Schweinwerfer. Die Columbiahalle, mittlerweile knackevoll, bricht schließlich um kurz nach 21 Uhr in Kollektivjubel aus als „The Chosen Pessimist“ ertönt. Ganz schön mutig das Set mit solch einer ruhigen Nummer zu eröffnen. Doch IN FLAMES wissen was sie tun. Die Akteure um Frontmann Anders Fridén verstecken sich zunächst hinter dem Vorhang. Zu sehen sind lediglich ihre Schatten – in beängstigender Größe. Pünktlich zum harten Teil der Bridge des Openers fällt der Vorhang und die gesamte Location entlädt sich ihrer Energie. Selbst auf den Rängen unterhalb der Decke gibt es kein Halten mehr! Das Göteborger Urgestein legt mit „I’m The Highway“ gleich nach. Das nenn ich Auftakt nach Maß!

„Wisst ihr, die anderen Deutschlandkonzerte waren extrem gut“, lässt Anders die Hauptstädter wissen. „Ich weiß nicht, ob wir ausgerechnet Euch in Erinnerung behalten werden.“ Dieser Weckruf kommt an! Berlin gibt alles, und IN FLAMES „Vanishing Light“ sowie „The Mirror’s Truth“ zum Besten. Die Videoleinwand sowie der Laufsteg auf der Bühne unterstreichen die Live-Macht der Schweden und lassen kein bisschen Langeweile aufkommen. Selbiges gilt für die weitere Setlist. Kreuz und quer geht es von einem Album zum nächsten. Auf alte Kracher wie „The Jester Race“ und „Dead God In Me“ folgen jüngere Granaten wie „My Sweet Shadow“ und „Sleepless Again“. Letzteres sitzt offenbar noch nicht ganz perfekt, da Mastermind Jesper Strömblad das Solo gehörig versemmelt. Schwamm drüber!

Zwischen den Songs hält Herr Fridén den einen oder anderen Plausch mit den Fans. Er könne es nicht fassen, dass GUNS'N ROSES mit „Chinese Democracy“ tatsächlich wieder eine neue Platte veröffentlichen. Deshalb sei es Zeit für „Only for the Weak“. Spricht’s und animiert die Meute zum erbarmungslosen Gehüpfe. Auch ich treibe es etwas zu bunt und gebe einem vorbeilaufenden Mädel beim Headbangen eine Kopfnuß. Auuutsch! Mit „Trigger“ und „Take This Life“ beenden IN FLAMES schließlich den hinreißenden Abend und schicken die Metalheads glücklich nach Hause.

(by: Timo Kinzel - 16.10.2008)

 

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