Review

GOTTHARD

Support: THE POODLES

am 18.10.07 in Köln, E-Werk

Das E-Werk ist an diesem Donnerstag Abend gut gefüllt. Und ... es ist mal wieder schön, nicht zu den ältesten Besuchern eines Rock-Konzertes zu gehören. Das durchaus reifere Publikum, aber auch genug junge Rock-Fans, warten auf den Beginn der Show.

Diese wird von der schwedischen Sleazerock-Band THE POODLES eröffnet.Der Schlagzeuger nimmt vor seinem Drum-Kit mit insgesamt 4 (in Worten: vier) Bass-Drums Platz. Hat er sich das bei HAMMERFALL abgeschaut, oder werden die Resonanzkörper tatsächlich alle mit der Fußmaschine behämmert? „Flesh Metal“ ist der erste Song und dabei geht es gleich richtig mit Volldampf los.

Etwas albern wirkt der aus dickem Leder gefertigte und mit Dutzenden Nieten besetzte „Eierbecher“, den der Sänger über seiner Hose trägt. Dass nicht noch kleine, eingebaute Leuchtdioden auf diesen Körperteil hinweisen wundert mich dann doch etwas ...

Mit „Thunderball“, „Walk The Line“ und „Street Of Fire“ arbeitet sich die Band durchs Programm. Erst mit „Crying“ wird die Musik ruhiger. Dabei kündigt der Sänger an, dass dies eine Premiere ist und der Song auf dieser Tour das erste Mal live gespielt wird. Das Stück kommt äußerst kraftvoll und der Bass hämmert durchs E-Werk. Ein Instrumental-Part, bei dem der Gitarrist im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, schließt sich an und endet in einem Drum-Solo. Das gibt dem Sänger Gelegenheit zu einer Pause – und um das Outfit zu wechseln. Bei „Seven“ erscheint er dann komplett neu eingekleidet mit weißer Hose, weißer Weste und einem ebensolchen Cowboy-Hut. Der durchtrainierte Basser posiert mittlerweile mit freiem Oberkörper. Verdammt, er kann sich das aber auch leisten.

Bevor es mit „Passion“ weiter geht und man sich dem Ende des Sets nähert, hält der Sänger noch eine etwas längere Ansprache und bedankt sich bei ... der ganzen Welt, und weist auch noch ganz nebenbei auf das Merchendise-Angebot hin. Bei dem letzten Stück ist dann der Publikums-Chor gefragt, bevor sich die Band für heute Abend unter Applaus vom Publikum verabschiedet.

Der nachfolgende Umbau für den Headliner ist relativ schnell von den Stagehands erledigt. Doch dauert es dann doch viel zu lange, bis GOTTHARD auf die Bühne kommen und ihre Show beginnen. Das gibt Minuspunkte meine Herren! Doch endlich startet die „Domino Effect“-Show in Köln mit „Sister Of Illusion“. Routiniert und spielfreudig rocken sich die Schweizer durch ihr prall gefülltes Programm. Insgesamt warten 20 Songs auf die Besucher, wobei jeder einzelne davon dankbar vom Publikum angenommen wird. „Hush“ markiert schließlich den ersten Höhepunkt des Konzerts; gleichzeitig ist hierbei auch wieder die Gesangseinlage des Publikums gefragt. Und den Refrain kennt nun wirklich jeder der anwesenden Konzertbesucher. Auch das folgende Spielchen, bei dem erst die Mädels, dann die Jungs und zuletzt wieder alle zusammen intonieren dürfen, kommt gut an.Danach folgt ein Gitarren-Solo und gibt auch dem Schweizer Sänger Gelegenheit wieder hinter die Bühne zu verschwinden.

Beim nachfolgenden Song kommt seine Mundharmonika zum Einsatz. „One Life one Soul“ wird schließlich als Akkustik-Version vorgetragen - zum dahinschmelzen! Bei „Let It Be“ hat dann der Gitarrist Gelegenheit seine Double-Neck-Girarre mit 12-Saiter zum Einsatz zu bringen. Nach „Domino Effect“ fragt der Sänger: „are you ready to dance?“ Die Antwort ist klar, oder? „Fire Dance“ folgt auf dem Fuße. Schließlich markiert „Anytime Anywhere“ das vorläufige Ende der Show. Die folgenden Zugabe-Rufe überbrücken die Pause. Der Keyboarder eröffnet mit „Falling„ den letzten Teil. Dabei bleiben er und der Sänger zunächst alleine auf der Bühne. Entsprechend der Stimmung, die mit dem Song vermittelt wird, zücken die Besucher ihre Feuerzeuge. Auch „Heaven“ und „Lift U Up“ stehen noch auf der Setlist. Ein weiteres Mal verlassen GOTTHARD die Bühne, nachdem sie sich vom Publikum verabschiedet haben. Und ein weiteres Mal kehren sie auch nach lautstarker Aufforderung der „Crowd“ zurück. Gegen 23:00 Uhr wird das Konzert schließlich mit einem Cover-Song, dem Manfred Manns’s-Klassiker „Mighty Quinn“, beendet. Und auch dieses Stück kommt ausgesprochen gut an.

Setlist THE POODLES:

  1. Flesh Metal
  2. Thunderball
  3. Walk The Line
  4. Street of Fire
  5. Crying
  6. Seven
  7. Passion
Setlist GOTTHARD:
  1. Master Of Illusion
  2. Gone Too Far
  3. Top Of The World
  4. The Call
  5. Hush
  6. Sister Moon
  7. Make My Day
  8. I Wonder
  9. One Life One Soul
  10. Let it Be
  11. Domino Effect
  12. All We Are
  13. Dream On
  14. Firedance
  15. Mountain Mama
  16. Anytime Anyway
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  17. Falling
  18. Heaven
  19. Lift U Up
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  20. Mighty Quinn

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(Text & Photos by: Dietmar Schäfer - 09.11.07)

 

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