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THE FLOWER KINGS am 16.11.07 in Rüsselsheim, Das Rind |
Laut Veranstalter ist dies das erste Progressive Festival im Rhein-Main Gebiet. Ok, ob jetzt drei Bands die zusammen spielen gleich ein ganzes Festival ausmachen, sei mal dahin gestellt. Doch das Billing des heutigen Abends verheißt Prog pur. Da die FLOWER KINGS sowieso mit ihrer aktuellen Scheibe „The Sum Of No Evil“ auf Europatour sind, machen sie mitunter hier im Rind Halt. SIEGES EVEN sind derzeit zur „Paramount“-Präsentation in verschiedenen Konzerthallen unterwegs. Auch hier bietet sich ein Zwischenstop an. Doch zunächst gibt’s gepflegten Progressive Rock von NEMO auf die Ohren. Zwar kann das Quartett schon vier Studioalben vorweisen, doch in unseren Gefilden sind diese Jungs noch recht unbekannt. So verwundert es auch nicht, dass dies heute für NEMO der erste Deutschland-Gig ist. Dementsprechend gut gelaunt und von ihrer besten Seite zeigen sich die vier Franzosen, die einen facettenreichen Mix klassischer und moderner Neoprog-Elemente darbieten.
Natürlich ist auch das instrumentelle Trio der Band nicht zu unterschätzen. Besonders Schlagzeuger Alex Holzwarth hat es mir während diesem Auftritt angetan. Er inszeniert diesmal ein Drumfeuerwerk der Extraklasse. Insbesondere die beiden frühen Werke „The Waking Hours“ und „These Empty Places“ eilen eine Nummer schneller als auf Platte daher.
Die Liveperformance der neuen Stücke ist einfach nur überragend. Auch auf Grund dessen weil sich mittlerweile und zumindest Arno Menses und Oliver Holzwarth auf der Bühne bewegen. Genial! Nach einer etwas längeren Umbau- und Soundcheckphase stehen nur die FLOWER KINGS in ihren Startlöchern bereit. Und nun folgt ein unsäglich langweiliger Auftritt. Die Vermutung, dass die Schweden live mehr Abwechslung bieten als auf ihren Silberlingen, löst sich in Nichts auf. Oberblumenkönig Roine Stolt rockt genauso wenig wie sein hellblau kariertes Hemd. Bassist Jonas Reingold hat sich einen Barhocker mit auf die Bühne gebracht. Da hilft auch kein Pat Mastelotto (KING CRIMSON) an dem Drums. Einzig und alleine Hasse Fröberg an der zweiten Gitarre, der sich auch stellenweise die Vocals mit Stolt teilt, rockt heute das Haus. Dieser Herr sollte in Zukunft den Part des Frontmannes übernehmen! Dieser Gig wirkt tatsächlich einschläfernd, zumal sich auch die meisten Stücke der FLOWER KINGS ähnlich anhören. Erfreulicherweise teile ich meine Meinung nicht mit dem Großteil des Publikums, welches ihre Helden lautstark, wenn auch etwas zurückhaltend abfeiert, sonst würde im Saal innerhalb kürzester Zeit gähnende Leere herrschen. Jedoch ist im Großen und Ganzen das erste Progfest im Rüsselsheimer Rind ein voller Erfolg. Die Veranstaltung ist gut besucht, die Stimmung dementsprechend und die Bands überwiegend grandios. Die Leute und das Personal sind nett. Allerdings ist der stolze Ticketpreis von 30 Euro nicht ganz realistisch. (Text + Photos by: Michael Kümmet - 03.12.2008)
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