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mit: CLUBKIDS, BURNING THE EVIDENCE, THE DELIVERYS, am 27.02.2008 - Koblenz, Circus Maximus |
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Mit einem schwer unguten Gefühl fahre ich zum Circus Maximus in Koblenz; naja, eher zu einer Parkmöglichkeit. Denn vor dem Circus Maximus kann man ja bekanntlich sehr schlecht parken. Mein ungutes Gefühl bezieht sich darauf, dass die ausführenden Koordinatoren von Emergenza 800 Karten in Umlauf gebracht haben sollen für ein Venue, was gerade einmal 250 Personen fasst. Ich kann mich noch an das Emergenza 2006 erinnern, welches in der Koblenzer Suppkultur stattfand. Es war restlos ausverkauft. Sollte sich dieses hier wiederholen, erleben sowohl das Circus Maximus als auch Emergenza ein wahnsinniges Debakel. Ich stelle mir schon hunderte angetrunkene Metalfans vor, die wütend um Einlass bitten und am Ende den Kassenwart niedertreten um dann die heiligen Stufen runter zum Keller betreten zu dürfen. Kurz nachdem ich nun das Venue betreten habe stelle ich fest, dass es bereits ordentlich gefüllt ist und wenig später kommt auch schon die Durchsage, dass keine weiteren Gäste mehr per Abendkasse eingelassen werden. Man munkelt, dass allein die Ahrweiler Formation SAINT SHELTER 87 Karten verkauft haben soll. Dies würde für ein klares Weiterkommen hier schon dicke reichen. Aber SAINT SHELTER sind nur die geheimen Favouriten an diesem Abend. Denn ich persönlich weiß, wie viele Leute diese Band ziehen kann, aber viele im Großraum Koblenz kennen SAINT SHELTER noch nicht. Einziger und klarer Favourit an diesem Abend ist die Truppe CARDIAC CASPER.
Nachdem nun alle ihre erste Runde Bier gesoffen haben, darf die Veranstaltung nun auch ihren Lauf nehmen. Als erstes betreten CLUBKIDS die Bühne. Die Band versprüht einen wahnsinnigen Charme. Hier wird einfach doof drauf losgelabert - und es kommt an. Textlich hochwertiger Inhalt, welcher auch schon einmal das Leben mit einer Vespa beschreiben kann, sind scheinbar für CLUBKIDS die Themen, die die Menschen wirklich hören wollen. Das Publikum, welches sich vor der Bühne versammelt hat, ist zumindest schwer begeistert; und ich sehe auch viele andere, die immer wieder ein Lächeln auf dem Gesicht stehen haben. Super "good-mood-punk" ist hier das Credo und es scheint, als könnte die Band genügend Stimmen ergattern um weiterzukommen.
Bei Emergenza müssen die Umbaupausen ja immer relativ zackig abgehalten werden, was bei acht teilnehmenden Bands nur gut sein kann. Gemäß dem Line-Up kommen jetzt THE DELIVERYS an die Reihe. Die "Angelieferten" erwecken nicht gerade den Eindruck, als hätten sie schwer Lust auf dieses Event. Die Band steht auf der Bühne rum und schraddelt einen Song nach dem anderen runter und im Publikum macht sich immer mehr Missstimmung breit. Der Sänger hat scheinbar vor dem Auftritt eine Valium eingenommen. Völlig energielos singt Jan die Songs ins Publikum, den Blick ständig nach unten gekehrt. Auch die Gitarrenarbeit weiß nicht zu überzeugen. Aus Interesse hatte ich mir vorher bereits alle Myspace Seiten und Demos der teilnehmenden Bands angehört und auch die Demos von The DELIVERYS spiegeln genau dieses Livebild wieder. Selbst in den Demos tauchen schiefe Töne auf Seiten der Gitarren und Vocals auf. Da redet man noch von einer "...Welle des Erfolgs?". Mal sehen wie viele Stimmen die Band kassieren wird.
BURNING THE EVIDENCE machen ordentlichen Emo. Das ist jetzt nicht wirklich etwas was mich aus den Socken haut, aber nach THE DELIVERYS ist das eine Wohltat für meine Ohren. Die Jungs gehen ganz gut ab und musikalisch ist das auch eine Leistung, die in solch einen Contest passt. Auch wenn technisch nicht alles sitzt merkt man BURNING THE EVIDENCE an, dass sie das Event ernst nehmen und auch wissen was sie tun. Sicherlich sind manche Dinge noch verbesserungswürdig, aber das lässt alles hoffen. Ich drücke den Jungs auf jeden Fall für die Abstimmung mal die Daumen, dass sie nicht zu schlecht abschneiden.
Persönlich gefreut habe ich mich auf die Formation 2 TIMES WASTED. Schon die Demos haben einen sehr lustigen Ska-Punk vermuten lassen. Es klang nur alles ein bisschen lasch. Was jetzt hier aber die Band aus dem Boden stampft ist unglaublich. Ska, Punk und Hardcore mit E-Gitarren, Trompeten und anderen Blasinstrumenten. Gab es zwar alles schon, aber an diesem Abend kommt das ziemlich gut an. Ich sehe niemanden mehr, der noch still auf seinem Platz steht und die Band würde es ehrlich verdienen eine Runde weiter zu kommen. Der Spaßfaktor ist unglaublich hoch und daneben stimmt auch noch das musikalische Ding. Der Schlagzeuger geht bei dem Titel "Last Goodbye" unheimlich ab und diese schon fast Metalcore Nummer haut so ziemlich jeden von den Socken. Insgesamt ist das ein vollkommen runder Auftritt, den 2 TIMES WASTED hier aufs Parkett binnen einer halben Stunde legen. Pauken und Trompeten!!
Bühne frei für THE EMPTY PIPES. Die nicht unbekannte Formation hat sau viel Pech. Die Band legt einen souveränen Auftritt hin und auch die Frontfrau sowie der musikalische Anhang bieten eine beachtliche Leistung dar. Aber irgendwie ist es nicht voll im Circus. Schade eigentlich, aber da haben viele eine gute Band verpasst. Und die Band verpasst dadurch leider sicherlich einige Stimmen.
Bisschen Metal gefällig? Die Recken rund um Frontmann Henning Annen, LAST EXIT TO ANYWHERE, betreten die Bühne und zeigen einmal mehr dem Publikum, wo der Frosch die Locken hat. Mit einem wahnsinnigen Schub prasselt eine Portion Metal mit leichten Hardcore Einflüssen auf das Publikum nieder. Aber nicht nur das "mitgebrachte" Fanvolk ist begeistert, sondern auch viele andere Leute. So sehe ich zum Beispiel Teile der Band CHAPTER 13, die unheimlich auf die Mucke abgehen.
Songs wie "I don´t care" und "Your Destiny" sind unglaubliche Kracher an diesem Abend. Die Band leistet sich keinen einzigen Patzer. Stimmlich wie auch musikalisch ist die Musik von LAST EXIT TO ANYWHERE allererste Sahne. Treibende Drums, unglaublich zweistimmiges shouting und Gitarristen die wissen was sie tun. Wenn die nicht weiter kommen, dann weiß ich es auch nicht. Zählt man die Anzahl der moshenden Leute und die nickenden Köpfe, haben sie sauviele Fürsprecher.
Als nächstes entern CARDIAC CASPER die Bühne. Die Emocoreler werden heiß gehandelt heute Abend; gerade nachdem sie schon im verganenen Jahr das Emergenza gewinnen wollten. Auch sie lieferten eine 1 a und vor allem stimmungsgeladene Show und begeisterten das Publikum. So sollte Emocore klingen und so soll auch eine Stage-Perfomance aussehen. Insgesamt bieten die Jungs ein äußerst rundes Paket und lassen kein Ohr und kein Auge trocken. Wenn CARDIAC CASPER gewinnen, dann tun sie dies äußerst verdient. Man wird sicherlich noch einiges von dieser Band hören, auch außerhalb von dem Emergenza Festival.
Der Abend ist nun schon fast vorbei. Aber eine Band fehlt noch. Die Ahrweiler Combo SAINT SHELTER tritt mit einem brachialen Sound an den Start. Trash, Metalcore, Melodic-Metal, alles wird in ihrem Stil vereint. Unglaubliche Gitarrenparts, treibendes Schlagzeug und sehr geile Basslicks machen einen wahnsinnigen Sound. Was allerdings vor der Bühne abgeht ist nicht von schlechten Eltern. Selbst die Jungs von LAST EXIT TO ANYWHERE lassen es sich nicht nehmen und scheißen auf jeglichen Wettbewerbsgedanken und moshen vor der Bühne was das Zeug hält. Moshen, bangen und stage diven....alles ist dabei. So wie alle anderen die vor dieser Bühne stehen. Einen kurzen Blick werfe ich zurück auf die Location und es ist proppe voll. Scheinbar haben die Jungs wirklich die meisten Karten verkauft, denn so voll wie jetzt ist an dem ganzen Abend noch nicht gewesen. Leider war der Shouter Andy ein wenig leise unterwegs, was wohl weniger an ihm, sondern einfach an den Soundsettings lag. Aber das tut diesem brachialen Auftritt keinen Abbruch.
Die Stimmenverteilung nach dem sieht wie folgt aus:
Das Voting ist ungefähr so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Als Besonderheit muss ich anmerken, haben die CLUBKIDS eine Wildcard bekommen und sind ebenfalls weiter. Insgesamt fahren nun fünf Bands in die Frankfurter Batschkapp.
Insgesamt habe ich heute einen runden Abend erlebt. Weniger gute und unglaublich geile Bands habe ich gesehen und die People hier im Circus Maximus waren alle verdammt locker drauf....und selbst das Rauchverbot hat niemanden wirklich gestört. Das war sogar ganz angenehm.
(by: Manolito Röhr - 03.03.2008) |
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