Review

DIVINE HERESY

Support: HARCIDE + BLOOD RED THRONE

am 20.12.07 in Köln, Underground

Köln. Nebel, -4°C. Es ist kalt und man geht nur raus, wenn es unbedingt notwendig ist. Das Kölner Underground ist kaum zu erkennen und liegt schummrig in einem Dornröschenschlaf. Jedoch soll dieser durch ein sehr mitreißendes und energiegeladenes Konzert bald jäh unterbrochen werden-

Der Abend wird von den Franzosen HARCIDE eröffnet. Und die legen die Messlatte schon mal verdammt hoch. Nach und nach tauen sie das steif gefrorene Publikum auf und die Band erntet schnell ehrlichen Applaus. Mit ihrer Mischung aus Power, Death und Groove und vor allem durch ihr punktgenaues Spielen können sie mehr als überzeugen.

Als zweites stehen RED BLOOD THRONE auf der Bühne und bedienen jedes vorstellbare Deathmetalklischee: Lange Killernieten in den Armbändern, Blutdurchtränkte Hemden ... Sie können den Großteil der Menge mit ihren Blastbeats mitreißen und man sieht jede viele Köpfe bangen und massenweise Haare fliegen. Jedoch kommen sie vom Zusammenspiel nicht an die Vorband heran, die waren einfach tighter.

Dann kommen DIVINE HERESY auf die Bühne. War der Platz vor der Bühne vorher doch ein sehr sicheres Terrain so verwandelt er sich schlagartig in einen brutale Moshpit. Sänger Tommy Vext brüllt wie ein Ochse los schafft aber auch mühelos die cleanen Gesangspassagen zu singen.

Dino, wie auch schon zu FEAR FACTORY Zeiten, eine Wand ein Brett eine Institution wenn es um sauberes Spielen geht. Dabei geht der übergewichtige Mexikaner noch ab wie Schmitz’ Katz.

Der Basser Jo Payne, der die Band erst seit 3 Monaten unterstützt, überzeugt auch durch sein Spiel.

Besonders hervorzuheben ist Drummer Tim Yeung. Wenn man die Platte hört könnte man schnell sagen: Hammerdrumming aber live unmöglich. Weit gefehlt. Tim zeigt dass es möglich ist und würde sich locker mit einem Joey Jordison messen können.

Höhepunkte des Abends waren sicherlich "Closure", was Tommy Vext’ problemlos runtersang, "Failed Creation" und das Cover von Fear Factorys "Replica", was die Band 10 mal besser spielte als das Orginal.

Nach einer Stunde war das Konzert vorbei. Man könnte nun vermuten dass sich DIVINE HERESY danch zurückzogen um zu relaxen, aber weit gefehlt. Die komplette Band kam sofort zum Merchstand, gab geduldig Autogramme, ließ sich mit Fans fotografieren und nahm sich Zeit mit den Fans zu reden. Von Rockstarallüren keine Spur.

In meinen Augen eins der besten Konzerte die ich je erleben durfte.

(by: Achim Schneckenbühl - 24.12.2007)

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