| Donnerstag (Warm-Up-Show, Discothek WOM in Hechingen): NO CREEPS (Ger), BREAKER (USA), FIREWIND (Gre), FORBIDDEN (USA) Freitag: CONTRACRASH (Ger), TÝR (Fro) AGENT STEEL (USA), KORPIKLAANI (Fin), FORBIDDEN (USA), ENSIFERUM (Fin), RAGE (Ger), WHITE LION (USA), GREAT WHITE (USA), ICED EARTH (USA), QUEENSRYCHE (USA) Samstag: AGE OF EVIL (USA), SECRECY (Ger), BREAKER (USA), ONSLAUGHT (UK), LIZZY BORDEN (USA), TANKARD (Ger), OBITUARY (USA), GRAVE DIGGER (Ger), YNGWIE J. MALMSTEEN (Swe), SAXON (UK), JUDAS PRIEST (UK) am 26.-28.06.2008 Balingen, Messegelände
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Nach der letztjährigen Debatte lädt man dieses Jahr mit ICED EARTH, QUEENSRYCHE, SAXON und JUDAS PRIEST vier Hochkaräter mit langer Tradition zum Headliner-Posten. So stehen die Zeichen für das dreizehnte Bang Your Head!!! gut! Des Weiteren hält das diesjährige Billing auch einige Leckerbissen in der Hinterhand. Beispielsweise sind mit AGENT STEEL, BREAKER, ONSLAUGHT oder FORBIDDEN ausgezeichnete oldschool-lastige Bands am Start. Für den Folklore-Fan gibt’s mit TÝR, ENSIFERUM oder KORPIKLAANI am Freitag ein entsprechendes Dreier-Package zu erleben. Dieses Jahr wird tatsächlich jeder bedient! Bedient sind auch diejenigen, die trotz früher und eigentlich rechtzeitiger Anreise nur noch ein Lager auf dem Meilen entfernten nur mit Shuttlebus erreichbaren Campingplatz ergattern konnten. Offiziell angekündigt werden die Park- und Campinggrounds am Donnerstag um 12:00 eröffnet. Doch schon zwölf Stunden zuvor sind sämtliche vom Festivalgelände zu Fuß zu erreichbaren Plätze dicht. Da fühlt man sich schon ein wenig (entschuldigt das offene Wort) verarscht! Zumal stolze fünfunddreißig Euronen für ein Park- und Campingticket berappt werden müssen. Jawohl, so wird der Metal-Fan abgezockt! Gut gelaunt erfährt man noch, dass das Festivalticket an der Abendkasse mit ganzen 90 (in Worten Neunzig) Euro zu Buche schlägt. Wenn das mal kein Wucher ist. Im Vorverkauf gibt’s selbiges für knappe Siebzig Taler! So ist man schon fast pleite, bevor das Spektakel richtig beginnen konnte. Klar freut man sich da über das durchdachte Bon-System, welches 3,20 Euro für ein 0,4er Bier vorsieht, kennt man diese Preise doch nur aus dem Rotlichtmilieu. Es soll dennoch Leute geben, die trotz alledem ein paar Groschen übrig haben und ihr sauer verdientes Geld im Metal-Market in Tonträgern anlegen möchten. Hier verlangt man am Einlass noch weitere zwei Euro! Zahlen nicht die Händler schon hohe Standgebühren? Wirklich gerechtfertigt können diese enorm unverschämten Praktiken wohl kaum sein. Vielleicht finanziert man so das unnötige Abschlussfeuerwerk, das tatsächlich keinen Metalfan interessieren dürfte. Oder werden die Kosten der Tänzerinnen im Partyzelt mit den Mehreinnahmen gedeckt? Oder macht man sich einfach nur die Säckel voll? Fragen auf die man wohl keine Antwort bekommt. Im Balinger Freibad dagegen bekommt der Metalhead Rabatt um sich zu Duschen, saubere Toiletten zu benutzen oder einfach nur zum Entspannen. Dieses Angebot wird dennoch nicht mit besonders großem Andrang genutzt. Auch praktisch ist, dass man sich im benachbarten Einkaufszentrum (Real-Markt, Subways, McDonalds, Getränkecenter usw.) auf die unheiligen Horden dieses Wochenendes einstellt. So werden die Reserven aufgestockt und man sorgt sich um das leibliche Wohl der Gäste. Nachdem auf diesem Wege die Vorräte aufgefrischt wurden, ist es auch schon Zeit für die Warm-Up-Show in Hechingen. Der einige Kilometer entfernte Ort kann entweder mit dem Shuttle-Bus erreicht werden, oder man kümmert sich selbst um eine Fahrgelegenheit. In der Diskothek WOM angekommen berappt man selbstverständlich einen zusätzlichen Eintrittspreis. Zwar sind Achtzehn Euro ein akzeptabler Preis für vier Combos, doch das systematische Ausnehmen der Fans kann einem schon den Spaß regelrecht vermiesen, sofern man auch irgendwann pleite ist. Zur Entschädigung allerdings geben die Aufwärm-Acts alles, um dem Metalhead eine ordentliche Performance zu bieten. Entsprechende Laune herrscht demnach in dem gemütlichen Club, in welchem von Emporen auch aus den hinteren Reihen ein guter Blick zur Bühne gewährleistet ist. Selbstverständlich geht vorn Schon am frühen Freitagmorgen beginnt nun das eigentliche Festival. Zeitig um halb 10 entern die Newcomer und Lokalmatadore CONTRACRASH pünktlich die Bühne. Leider kann die Band weder durch Musik, noch durch ihre Optik überzeugend auf ein traditionelles Metal-Wochenende einstimmen! Eigentlich wäre jetzt Zeit für ein Frühstückchen, hat man sich doch gestern gut aufgewärmt und spürt noch die Nacht in den Knochen. Also lässt man die Wikinger TÝR von den Faröer-Inseln ihren Folk-Metal-Mix in Landessprache, den sicherlich keiner aus der beachtlichen Menge an Fans vor der Bühne tatsächlich versteht, wenig beachtet herunterträllern; zumal dieser bekanntlich nicht vom Hocker haut. …und das scheinen nicht Wenige zu sein, denn der Bereich vor der Bühne füllt sich zusehends und die fünf Jungs aus Los Angeles sind mit ihrem eingängigen Speed Metal auf keinen Fall fehl am Platze. Hits der Marke „Unstoppable Force“ oder „Agents Of Steel“ bringen die Zuhörer erstmalig an diesem Tag so richtig in Begeisterung Ebenso wie TÝR werden KORPIKLAANI von einem geteiltem Publikum empfangen. Wer dennoch Metal mit Folklore-Elementen und völlig untraditionellen Instrumenten eine Chance gibt, kann mit den Finnen einen Gute-Laune-Gig erleben. (Michael Kümmet) Ein Zweites mal an diesem Wochenende überzeugen die 2007 wiedervereinten Bay-Area-Thrasher FORBIDDEN. Den gestrigen Headliner-Auftritt während der Warm-Up-Show und die sicher damit verbundene kurze Nacht können die Instrumentalisten gut wegstecken und präsentierten „Forbidden Evil“, „Of The Edge“ oder „Chalice Of Blood“ erneut in bester Verfassung. Allerdings ist Sänger Russ Anderson stimmlich etwas angeschlagen, so fehlt beispielsweise der ganze hohe Schrei des Debüt-Titeltracks. Doch dies ist dem sympathischen Frontmann durchaus zu Verzeihen, hat er doch in kürzester Zeit acht Gigs absolviert, was in Anbetracht des zu darzubietenden Materials schon eine ernorme Leistung darstellt. Wann steht endlich das Reunion-Album in den Plattenläden? (Birgit Ellermeier, Michael Kümmet, Michael Truskawa) Wie ihre Landsmänner KORPIKLAANI haben sich auch ENSIFERUM der finnischen „Volksmusik“ verschrieben, wenn auch der musikalische Härtegrad, der in Kriegsbemalung auftretenden Wikinger, einige Stufen höher einzuordnen ist. (Michael Kümmet) Nicht besonders rare Gäste auf deutschen Festival sind RAGE. Und gerade deshalb verdient Peavy Wagner Respekt, da er dennoch vom Balinger Publikum abgefeiert wird … (Birgit Ellermeier, Michael Truskawa) … allerdings konnte ich persönlich mir diesen Gig nicht antun. RAGE spielen nun wirklich an jeder „Straßenecke“. Auch ist die ewig gleiche Show sehr vorhersehbar. Der gute alte Peavy, begrüßt die Leute: „Hallo Freunde …“ usw., und als krönenden Abschluss gibt’s die ellenlange „Higher Than The Sky“-Mitsing-Version. Stimmt’s oder hab’ ich Recht? Warum knallen RAGE nicht mal ein paar alte Hammersongs wie „The Missing Link“ oder „Battlefield“ den frühen Fans um die Ohren? Stattdessen und wie immer präsentiert man den gleichen Einheitsbrei! In diesem Zuge erwähne ich die erst morgen auftretenden GRAVE DIGGER, deren Anhänger im Vorfeld die BYH-Playlist wählen durften. Wer jetzt an Überraschungen im Set glaubt, der liegt garantiert falsch. Chris Boltendahl & Co. werden sicherlich keine Experimente wagen. Bewährt haben sich neben den anderen üblichen Stücken, „Rebellion“ als Anheizer zwischendurch und „Heavy Metal Breakdown“ zum Gig-Ende. Warum also ein Wagnis eingehen? Die Festival-Touristen werden die ewig gleichen Songs schon dankbar annehmen. (Michael Kümmet) Als erste Band des Tages stehen WHITE LION volle sechzig Minuten Spielzeit zur Verfügung und verbuchen ihren Auftritt hier sicher als Erfolg. Da man die Balinger Bühne noch vom Überraschungsaufftritt 2005 kennt, wissen die Amerikaner um Mike Tramp die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und präsentieren mit beeindruckender Spielfreude eine Mischung aus alten Klassikern und Material vom aktuellen Album. Ähnlich verhält es sich mit der Hard Rock-Legende GREAT WHITE. Obwohl man den Musikern und insbesondere Sänger Jack Russell (ja, der Kerl heißt tatsächlich wie die Mini-Hunderasse) die harten Achtziger und diverse schwere Schicksalsschläge in den letzten Jahren inzwischen ansieht, halten es die Kalifornier mit dem Titel des 2007er Albums „Back To The Rhythm“ und überzeugen den geneigten Zuhörer mit „Once Bitten, Twice Shy“ sogar zum Mitsingen! Mit den ersten Klängen von „Anarchy-X“ starten die Progmetal-Helden QUEENSRYCHE in ihre für drei Stunden angekündigte „Operation: Mindcrime“-Show und ich bereite mich auf den eigentlichen Höhepunkt dieses Festivals vor … dann wird mir schnell klar, dass Geoff Tate hier ein Musical inszenieren möchte. Er schlüpft in die Rolle der Hauptperson Nikki und verschiedener anderer Charaktere, zudem treten noch weitere Akteure auf den Plan, zum Beispiel die umworbene Nonne Mary und Dr. X, der ebendiese in den Suizid treibt und dafür im zweiten Teil die Rache des Junkies Nikki fürchten muss. Ich mag beide Alben sehr gerne. Heute ist mir das Dargebotene aber irgendwie zu viel. Schwere Kost nach einem langen Festivaltag! Dies empfinden scheinbar immer mehr der Anwesenden und verlassen, wie auch ich, die Vorstellung bevor der Vorhang endgültig fällt. Nur die ganz treuen Zuhörer kommen in den besonderen Genuss von „Silent Lucidity“ dem allerletzten Song dieses Tages. (Birgit Ellermeier) Nachdem der Großteil des enttäuschten Publikums das Gelände während dem queensrÿche’en Kasperle-Theater frühzeitig verlässt, trifft man sich im Partyzelt um den Abend würdig ausklingen zu lassen. Hier gibt’s standesgemäß Musik aus der Konserve zu welcher sich engagierte, dementsprechend leicht bekleidete Schönheiten auf Emporen und Gerüsten räkeln. Es ist wirklich peinlich, mit welcher Notgeilheit sich einige Vertreter der männlichen Spezies, dieses Schauspiel zu Gemüte ziehen. Wäre vielleicht eine IRON MAIDEN- oder BLACK SABBATH-Coverband die effektivere Alternative um eine ordentliche Aftershow-Party zu feiern, anstelle der seit Jahren, wahrscheinlich noch in der gleichen Reihenfolge, abgespielten und völlig ausgelutschten Metalhymnen, wie etwa „Breaking The Law“ oder „Paranoid“ von Band klingen zu lassen? Versucht man diesen Déjà-vu-artigen und entsprechend gelangweilten Zustand mittels Alkohol aufzuwerten, so erkennt man schnell, dass an der viel zu kleinen Theke kaum ein Getränk zu bekommen ist. Es sei denn, man möchte eine halbe Stunde im Gedränge auf das überforderte Personal warten. Ebenfalls schon zur frühen Stunde beginnt auch am Samstag das Spektakel auf der Festivalbühne. Die noch blutjungen AGE OF EVIL haben sich schon letztes Jahr in das Herz der Veranstalter gespielt und sich somit einen Platz im Billing garantiert. Sicherlich wird der Opener eines solchen großen Events wenig gewürdigt, doch können die vier Jungs aus Arizona auch nicht sonderlich überzeugen. Klar gibt’s einen fetten Bonus für das Alter, doch richtig umgehauen hat’s kaum Jemanden. Eine weiterer Leckerbissen im Programm sind SECRECY. Die Proggies aus Bremen kommen gerade mal auf zwei Alben, die Anfang der Neunziger für Aufsehen sorgten. Fast zwanzig Jahre später sind die fünf Jungs zurück. In Anbetracht dieser Tatsachen hätte man diese interessante Band wohl eher beim Keep It True erwartet. Dennoch freut man sich auf die Show und hoffentlich auf ein Comeback-Album. Weiter geht es mit einer Metalband, die zwar auch schon in die Jahre gekommen ist, aber nichts an jugendlicher Energie verloren hat. LIZZY BORDEN müssen eine Garderobe größeren Ausmaßes haben, präsentiert sich der Sänger fast bei jedem Stück in anderer Verkleidung, mal mit düsterem Satin-Kapuzen-Cape, mal mit Teufelsmaske oder einem T-Shirt mit riesiger US-Flagge. Mit einer Menge Showeinlagen und viel vergossenem Kunstblut, hat das Ganze was von einer bunten Mischung aus King Diamond, W.A.S.P. und Alice Cooper - wirkt aber auf keinen Fall peinlich und die Show bietet den Besuchern wirkliche Unterhaltung. Selbst für knapp bekleideten Tänzerinnen ist man sich nicht zu schade. Später bei Dunkelheit wäre dieser Auftritt noch besser angekommen, aber leider findet das ganze bei Tageslicht statt. (Birgit Ellermeier, Michael Truskawa) Tja, was soll man sagen, es kommt, wie es kommen musste. GRAVE DIGGER spielen ihre Hits und zwar ewig die selben. Hat man die Gladbecker schon öfter in den letzten Jahren gesehen, fühlt man sich in einer Endlosschleife gefangen: „Knights Of The Cross“, „Excalibur“, „Rebellion“ und selbstverständlich „Heavy Metal Breakdown“, aber auch „Grave Digger” und „The Last Supper” sind die vom Publikum im Vorfeld gewünschten Edelstahl-Juwelen. Klar, sind Chris Boltendahl und seine Jungs sympathisch und Stefan Arnold ist ein ausgezeichneter Drummer, dennoch wiederholt sich jeder Auftritt, selbst wenn die wohl kaum innovativen Fans ihre Hits wählen dürfen. (Birgit Ellermeier, Michael Kümmet, Michael Truskawa) Nicht nur auf Band-Leader und Virtuose an seinem Instrument YNGWIE MALMSTEEN, sondern auch auf RISING FORCE-Neuzugang und Ex-JUDAS PRIEST, sowie Ex-ICED EARTH-Frontmann Tim „Ripper“ Owens ist man sehr gespannt. Jedoch kommt Zweiter nur selten zum Einsatz, denn mit einem Solo-Gitarristen in der gleichen Band hat der Sänger einen schweren Stand und kann seine Künste lediglich zwischen den Instrumentalparts darbieten. Doch diese sind unbestritten in der oberen Liga anzusiedeln, selbstverständlich auch jene von Yngwie J. Malmsteen, der fast ein Dutzend Klampfen mitgebracht hat, die er wortwörtlich im fliegenden Wechsel austauscht. Mit den Selbigen im Anschlag wird selbstverständlich die absolute Posing-Show geboten. Wer nicht weiß, was man alles mit einer Gitarre machen kann, der ist spätestens nach diesem Auftritt aufgeklärt. Zugegeben, das teilweise schon übertriebene Auftreten des Schweden ist nicht Jedermann’s Sache, doch vor allem Fans, Musiker und Poser kommen voll auf ihre Kosten. Wobei manch Anderer spätestens nach dem dritten fünfminütigen Solo diesem Geschehen sehr gelangweilt gegenüber steht. Immer wieder gerne gesehen und trotzdem nie langweilig: Die Truppe um Sänger Biff Byford und Gitarrist Paul Quinn sind Garant für eine energiereiche und hitgeladene Show! Schon fast dreißig Jahre präsentieren SAXON schnörkellosen und wunderbaren Heavy Metal. Was soll man sagen? SAXON sind wie immer saugeil. Biff, dessen Haarfarbe mittlerweile weder blond noch weiss ist, hat ein paar lockere Sprüche parat. Bassist Nibbs Carter eilt von einer Bühneseite zur anderen, was in Anbetracht der sehr breiten BYH-Stage sehr Kräfte raubend sein kann. Auch die anderen Musiker zeigen sich von ihrer Schokoladenseite, so dass Stücke wie „Heavy Metal Thunder“, „Denim And Leather“, zu welchem Yngwie Malmsteen, ein guter Freund der Band, einen Gastauftritt absolviert, oder „And The Band Played On“ selbst nach unzähligen Live-Durchläufen immer wieder frisch und lebendig klingen. Viele Besucher haben sich enorm auf JUDAS PRIEST dem Hauptact des Wochenendes gefreut, sind die legendären NWOBHM-Heroen nur noch selten auf Tournee zu erleben und außerdem ist Sänger Rob Halford wieder zurück gekehrt! Selbstverständlich befindet sich auch eine neue Scheibe mit im Gepäck. Diese gilt es zu promoten, doch auch viele frühe Stücke sollen zum Einsatz kommen. Der Set wird mit „Prophecy“, einem Song der aktuellen Platte „Nostradamus“ eröffnet. Zunächst glaubt man, dass Halford im golden Kapuzen-Mantel und in gedrungener Haltung den Propheten selbst mimt. Beim zweiten Stück „Metal Gods“ sollte das Gehabe eines alten und kranken Mannes beiseite gelegt werden. Doch der gute Robert hebt den kompletten Gig nicht einmal den Kopf, liest er anscheinend im Gegensatz zum Publikum die Texte von Telepromptern ab, und wankt wie stark rheumatisiert über die Bühne. Die Geländer, welche die Treppen zu den Emporen säumen, erfüllen außer der optischen Aufwertung auch einen praktischen Nutzen, denn ohne die selbigen wäre es einem ausgemerzten und wohlmöglich noch völlig zugedröhnten Rob Halford kaum möglich die Stufen zu bewältigen, mal ganz abgesehen vom Treffen der Töne. Natürlich werden auch obligatorischen Werke, wie etwa „Painkiller“, „Sinner“, „You’ve Got Another Thing Comin’“ und viele andere mehr oder weniger vorgetragen. Hier wünscht man sich tatsächlich EDGUY die umstritten Headliner des letzten Jahres zurück oder einfach Tim „Ripper“ Owens auf die Bühne! Der Veranstalter und zugleich Macher des Print-Magazines „Heavy-oder-was?“ sollte eigentlich über die Unfähigkeit von JUDAS PRIEST und insbesondere über jene von Rob Halford Bescheid wissen; zumal man sich im Business auskennen müsste. Die Vermutung, dass hier der Status nur Leute ziehen sollte, liegt verdammt nah. Fazit: Zwei miese Headliner mit großen Namen, unverschämt hohe Preise und wenige festivalnahe Campingmöglichkeiten machen das diesjährige BYH zur Enttäuschung. Klar gab’s auch die oder andere Hammerband zu sehen, die Stimmung seitens der Gäste und der Security war friedlich und es hat wie jedes Jahr viel Spaß gemacht, doch sollte man als Veranstalter wieder das Wesentliche, den Metal, in den Vordergrund rücken, anstelle den Fans tief in die Tasche zu greifen. (Michael Kümmet)
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