Wir schreiben den 11.10.2008 und ich gehe auf ein Konzert der Koblenzer Underground Szene. Kopfschüttelnd über die Tatsache, dass an einem Abend acht Bands den Weg auf die Bühne finden sollen, komme ich auf das Gelände des Jam Clubs, in welchem heute das „Celebrating the moshpit“ Konzert steigt. Es stehen einige Jugendliche auf dem Hof und qualmen um die Wette, während im Keller die nächste Band ihr Equipment aufbaut. Wegen den Jungs von BLESSED BY HATE bin ich hier, welche noch gar nicht so lange existieren und in diesem Jahr erst ihren ersten Gig hatten. Ich bin gespannt auf den Fortschritt den der Fünfer rund um Frontmann Fabio Schäfer bis heute gemacht hat und ob sich im Songwriting etwas geändert hat. Den ersten Gig, den ich von dieser Band gesehen habe, war noch arg geprägt von Songs, welche in die Masse typischer Metalcorebands passte und womit man garantiert keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. Nach einem kleinen aber feinen Intro brettern BLESSED BY HATE in den ersten Song und ich erlebe schon etwas, was mich wahnsinnig gefreut hat. Sänger Fabio strotzt vor Selbstbewusstsein auf der Bühne. Während sich beim ersten Gig immer hinter den Saitenquälern versteckt wurde, steht Fabio wirklich nun an der Front des Geschehens und wirkt äußerst ausdrucksstark. Während anfangs noch tiefe Growls dominierten, schafft Fabio nun mit seinen Shoutings ein abwechslungsreiches Klangbild zu erschaffen. Tiefe fette Growls werden von aggressiven Screams abgelöst, welche einen glauben lassen, dass der Teufel selbst nun endlich in Altersteilzeit geht. Aber auch sonst tut sich einiges vor meinen Augen und natürlich auch in meinen Ohren. Das Soundgewitter ist gewaltig und neben DEMOCRAZED dürften BLESSED BY HATE den brachialsten Sound an diesem Abend gehabt haben. Die Rhythmusabteilung bringen jegliche Mosh-Attacken auf den Punkt. Drummer Roger und Bassist Alex klingen gemeinsam so, als würden sie schon jahrelang zusammen spielen. Kurze Doublebass-Passagen sowie fette Blastbeats machen richtig Bumms und auch sonst macht das alles einen schwer passablen Eindruck. Denn neben der Rhythmusabteilung überzeugen auch völlig die Saitenschwinger Richard und Yannic von BLESSED BY HATE. Heftige Gitarrenriffs die mein Trommelfell erschüttern und schönes Grundseitengeschredder. Ein paar kleine Spielfehler hier und da, aber allein wegen der guten Bühnenshow aller ist das zu verschmerzen. Dazu kommt, dass der Sound im Venue absolut mies ist, was eher an der Akustik des Raumes liegt, statt an der PA. Aufgrund dessen werden die meisten Besucher sowie nichts von den Verspielern mitbekommen haben. Insgesamt spielen BLESSED BY HATE sehr modernen Metalcore mit genügend Deathmetal-Elementen, was die Sache interessanter macht. So eine richtige „RummsBummsKapelle“ sind die fünf Jungs und wer in so kurzer Zeit ein derart amtliches Set auf die Beine stellt, dem sollten in Zukunft auch ein paar Türen offen stehen. Ich hoffe, dass die Jungs vielleicht im nächsten Jahr eine fette EP an den Start bringen.
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