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Wacken
Open Air |
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Vorab ein kurzes Lob an Sheree Hesse und Britta Kock vom Wacken-Team; ohne diese beiden wären diese Zeilen nicht möglich gewesen! Danke! Aber nun zum Wesentlichem. Die Anreise gestaltete sich eigentlich stressfrei und sehr angenehm. Nur wie früh muss man eigentlich anreisen um einen top Campingplatz zu belegen? Wir kamen wie immer direkt Mittwoch morgens an und trotzdem waren wir wieder auf C. Beileibe kein schlechter Platz, aber angesichts der Verordnung, dass der Campingplatz erst um Mittwoch, 8.00 Uhr geöffnet werden soll, doch mehr als suspekt. Das ist aber nur ein klitzekleines Manko am Rande. Weiteres zur allgemeinen Situation vor Ort: Die Stewards sind nett, die umliegenden Camper auch. Also von diesem Standpunkt aus alles im grünen Bereich. Wo es auch beim W:O:A 2005 hakt sind wieder einmal nur Dinge für Pedanten. Zum einen: Dusche eigentlich immer kalt zum vollen Preis. Abhilfe kann man hier nur schaffen mit einer Preisminderung oder permanent warmen Wasser! Bitte ändern! Zum anderen die Wettersituation, die man natürlich keinem der Veranstalter anlasten kann, zumal diesmal schneller reagiert worden war, als noch beim letzten großem Unwetter. Stroh war genug vorhanden, trotzdem hatte König Matsch angesichts des Dauerregens irgendwann die Oberhand gewonnen. Das war's auch schon an Kritik. Die Preise waren stabil, die Campingplätze sind abermals vergrößert worden, am Sound ist noch mal Hand angelegt worden, so dass auch von dieser Seite (bis auf einige kleine Ausnahmen) keine negative Kritik geübt werden kann. Zum wichtigsten: Die Bands. Donnerstag haben natürlich NIGHTWISH die absolute Vormachtstellung, die sie auch bedienen. Vermessen finde ich nur die Coverversion „High Hopes“ von PINK FLOYD. Das macht man einfach nicht! Doch was zeitgleich im Zelt bei HATESPEHRE abgeht, ist mehr als Ersatz, das ist Trashkeule vom Allerfeinsten. Diese Jungs werden noch mal gaaaanz groß!!! TRISTANIA als Opener ist nett, mehr aber auch nicht. Ganz im Gegensatz zu CANDLEMASS, die eine überragende Performance abliefern; nicht zuletzt auch wegen des tollen neuen Songmaterials wie „Seven Silver Keys“ oder „Born in a Tank“. Für mich die Gewinner auf der großen Bühne am Donnerstag. Meinen Freitag eröffneten MORGANA LEFAY. Hölle! Was ein Brett! Arschtight walzen sie schon mittags alles weg, was nicht bei drei auffem Baum ist! Höhepunkt: “Maleficium“ Diesen Gig kann man mehr als gelungen bezeichnen. Danach geht es weiter mit SONATA ARCTICA, die mit ihrem solide gespielten True Metal gefallen. Allerdings werden die neuen Alben deutlich bevorzugt, so dass einige Klassiker der Band wie „My Land“ ziemlich allein da stehen. Dennoch gehen die Finnen vor einem zufriedenem Publikum von der Bühne. Zwischenzeitlich schaute ich kurz bei MARKY RAMONE vorbei. Was für ein Fehler! Ein gesichtloser Frontmann, der nie an Joey Ramone ranreicht und seine Mitmusiker performen eine Klassikerparade, die jede Dorfcombo besser rübergebracht hätte … Nein, die wahren Ramones sind definitiv Geschichte. Mehr als ausgleichende Gerechtigkeit gibt es dann bei METAL CHURCH. SO muss ein neuer Frontmann sich einfügen. Ronny Munroe ist der richtige Mann für diesen Job, was er auch mit „Beyond the Black“, „Start the Fire“ und „Metal Church(!)“ beeindruckend unterstreicht. Für mich das absolute Highlight dieses Jahr! EDGUY sind momentan die erfolgreichste Metalband Deutschlands, was durch ihr hochwertiges Songmaterial auch gerechtfertigt ist. Mit dem Hubschrauber eingeflogen ziehen sie dann auch eine Show ab, die ihresgleichen sucht. Tobi klettert wie ein Affe an jeder Bühnenseite rauf und runter, schüttet sich Wasser über den Kopf, um genauso nass wie seine Fans zu sein, die im Dauerregen stehen und singt nebenbei noch wie ein junger Gott. Dieser Metal-Zirkus gefällt, so dass ich mich schon auf die nächste Vorstellung freue. Höhepunkt des Freitags ist dann MACHINE HEAD. Ein sichtlich gut gelaunter Rob Flynn schleudert ein kultiges, gegrunztes „Prost!“ in die Menge, um dann ein Best Of Programm zu spielen mit „Old“, „Davidian“, „Imperium“ u. v. m. zu spielen. Anschließend gibt es noch töfte Coverversionen von Maidens „Trooper“, Sepulturas “Territory“ und Metallicas „Seek and Destroy“. Insgesamt ist die Headlinerpositon gerechtfertigt. CORVUS CORAX verpasse ich aufgrund alkoholischer Ausfallerscheinungen, müssen aber, so die einhellige Meinung, saustark gewesen sein. Samstags um drei lärmen OVERKILL los und zelebrieren ihren Thrash gekonnt wie eh und je. Leider fehlen „Feel the Fire“, „Overkill“. Die Menge wird trotzdem mit Krachern der Marke „Rotten to the Core“ und „Fuck you“ blendend unterhalten. Dasselbe kann auch HAMMERFALL von sich behaupten, die trotz Soundschwierigkeiten zu Anfang ihren 'German True Metal from Sweden' gewohnt sicher herüberbringen und mit „Hammerfall“, „Renegade“ oder auch “Let the Hammer fall“ gediegene Metal-Unterhaltung feil bieten. MACHINE MEN im Zelt verpassen mir den ersten Tinnitus des Festivals. Trotz nur einer Stunde Schlaf, wie mir Sänger Anthony berichtet, ein überzeugender Gig mit Killersound. Alle Bruce Dickinson- und/oder Maiden-Fans müssen diese Band anchecken, die bestimmt mal ganz groß wird. Der Höhepunkt des Samstags sind natürlich ACCEPT. Ausgestattet mit dem besten Sound des Tages wird ein Höhepunkt an den anderen gereiht. „Balls to the Wall“, „I´m a Rebell“, „Head over Heels“ sind nur ein paar Beispiele hierfür. Allerdings kommt die Performance der Band, die technisch absolut fehlerfrei ist, etwas lieblos daher und macht klar, warum ACCEPT nicht mehr als Band unterwegs sind. Trotzdem natürlich ein Highlight, das von einem Feuerwerk am Ende des Sets abgerundet wird. Nachts um ein Uhr spielen dann SENTENCED ihre letzte Show auf deutschem Boden.. Melancholie umweht den gesamten Auftritt und treibt sogar mir eine kleine Träne in die Augen. Angesichts solcher Hymnen wie „Bleed“, „Everfrost“ auch kein Wunder. Damit endet für mich das W:O:A 2005. Zusammenfassend kann man sagen, dass dieses Jahr trotz des massiven Regenfalls alles wieder im grünen Bereich lag, was sowohl Bandauswahl (bis auf den Fehlgriff mit Martin Kesici) als auch die Organisation betrifft. Ich werde auf jeden Fall auch 2006 die Reise in den Norden antreten ...(by: Thorsten Steinebach - 31.08.05) ------------------------------ Während des
Festivals hatte Steini auch die Gelegenheit, mit Anthony und J-V von MACHINE
HEAD ein Interview zu führen -> zum
Interview |
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