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UP FROM
THE GROUND |
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Nach
dem Earthshaker-Debakel im fränkischen Geiselwind, dessen Veranstalter
scheinbar unfähig
sind, ein fanfreundliches und unkompliziertes Festival zu organisieren,
freut man sich doch auf das UP FROM THE GROUND-Open Air. Dieses steht
auch dieses Jahr unter dem passenden Motto "Metalfranken strikes
back!!!". In Franken ist man doch fähig! Das
beim letzten UP FROM THE GROUND zu kleine Campingareal ist dieses Jahr erheblich größer.
Auch sind zusätzlich zu den mobilen, auch spülbare Toiletten, sowie
Waschbecken aufgestellt. Im Gegensatz zum Earthshaker-Fest, auf welchem
sauberes Wasser eine der vielen Mangelwaren war, werden keine utopischen
Preise fürs Zelten verlangt. Der Metalfan
muß lediglich pro Fahrzeug 4 Euro Parkgebühr löhnen. Diese Parktickets
sind allerdings schon alle im Vorfeld ausverkauft, doch sind alle
umliegenden Parkplätze umsonst. So macht sich am Freitagmorgen eine Horde
Langhaariger auf, um in dem kleinen Gemünden die letzten freien Parkplätze
auf dem Ortsplatz zu erhaschen. Wer keinen geeigneten Campingplatz gefunden
hat, zeltet kurzerhand am Mainufer oder auf dem Zentralparkplatz wild. Trotz
dieses wohl nicht geplanten Zwischenfalls verläuft alles äußerst
diszipliniert und friedlich. Selbst die gelegentlich umherstreifenden
Polizeibeamten sehen dies gelassen. Auf
dem Festival selbst gibt's keine unnötigen Auslass-Bändchen oder 4
verschiedene Sorten Getränke-Bons, wie auf dem anderen schon erwähnten
Festival im Frankenland. Sondern es kommt ein unkompliziertes
1:1-Tauschverfahren zum Einsatz. Die Getränkepreise sind äußerst fair,
mit 2 Euro für ein 0,4er Bier ist man dabei. An diesen Preis kommt man
selbst beim noch relativ günstigen RockHard-Festival nicht rann. Natürlich
können so keine Heavy Metal-Superstars finanziert werden. Dennoch sind als
Headliner szenebekannte Größen wie HYPOCRISY, UNLEASHED oder
NAPALM DEATH verpflichtet. Auch im Vorprogramm gibt's ein paar
musikalische Leckerbissen, so dass das Billing im Großen und Ganzen für
den Death- und Blackmetaller doch sehr zufrieden stellend ist. Los
geht's am Freitag Mittag mit der lokalen Death-Thrash-Combo SELAIAH,
die von ANTICHRIST aus Mainz und danach von den Death-Metallern FEARER
abgelöst werden. Die Performance vor und auf der Bühne ist etwas lahm,
doch sind die meisten Zuschauer noch nicht angereist oder mit dem Zeltaufbau
beschäftigt. Da sind Old School-Trasher DELIRIUM TREMENS schon
geiler. Hier gibt's richtig was auf die Fresse. Mayer Sepp, Keyboarder von
DARK FORTRESS, hat anscheinend das Party San-Festival doch noch überlebt
und haut trotz blasser Gesichtsfarbe mal mächtig bangend in die Tasten oder
kränkelt atmosphärisch hinter seiner Keybord-Burg. Die Niederbayern
beweisen erneut, weshalb sie Deutschlands größte Hoffnung in Sachen
Blackmetal darstellen. Danach geht's mit MY DARKEST HATE und den
Langweilern von END OF GREEN
im Leerlauf weiter. Die gehypten Schweden THE DUSKFALL springen auf
den CHILDREN OF BODOM-Zug mit auf und stellen auch nichts Besonderes auf die
Beine. Auch PRIMORDIAL wären besser zugunsten einer guten
Underground-Band Zuhause geblieben. Wenig spektakulär ist BELPHEGOR's
Lightshow, zu der die Österreicher im grünen oder roten Nebel gehüllt mit
"Helmuth"-Chören angefeuert werden. Aus Ungarn kommen EKTOMORF
und klingen wie eine Metalcore-Kopie von SEPULTURA. Dann endlich bringen die
Finnen ENSIFERUM mehr Stimmung auf die Bühne. Ihr energiegeladener
Viking-Folk-Metal bringt die Fans auf Hochtouren, die sich nun langsam für
Großbritannien's Grindcore-Urgestein vorbereiten. Edelgrind Barney Greenway
fegt wie von der Tarantel gestochen über die Bretter. NAPALM DEATH schaffen
es sogar in einer Minute 5 Songs zu spielen und das Ganze in technischer
Perfektion - Hut ab. Auch
der Samstag beginnt mit einigen sehr talentierten Newcomer- und
Underground-Bands, wie beispielsweise PATH OF GOLCONDA oder DARK
AGE, bis diesmal gleich im Doppelpack dem Schimpfwort Metalcore gefrönt
wird. Sind die Dänen HATESPHERE noch eher unauffällig, so kommen HEAVEN
SHALL BURN mit Outfit und Gesten der Skater-Szene sehr nah. Jetzt
endlich kommt mit FLESHCRAWL wieder roher Deathmetal. Dies leider zu
kurz, denn MNEMIC aus Dänemark spielen wieder diese modernere
ungeliebte Art des Metals. Doch das Warten hat sich gelohnt. ROTTING
CHRIST meinen es gut mit den Metalheads und geben ihren verspielten
doomigen Blackmetal zum Besten. Das Trio aus Griechenland könnte für
manchen Fan als geheimer Headliner gelten. Wohl schnellste Band des
Festivals sind ohne Zweifel MISERY INDEX aus den USA. Drummer Matt
Byers täuscht einen schnellen Song vor, um dann urplötzlich die
Geschwindigkeit zu verdoppeln. Schade, dass diese hervorragende Band
aufgrund des mäßigen Sounds eher nach einem Gewitter als nach
anspruchsvollen Grindcore klingt. Aus dem hohen Norden - UNLEASHED -
zu dieser legendären Viking/Deathmetal-Formation braucht man eigentlich
nicht viel zu sagen. Hits wie "Into Glory Ride", "To
Asgard We Fly" oder "Before The Creation Of
Time" sprechen für sich. Auch HYPOCRISY, die Band um
Songwriter, Produzent, Workaholic und Mastermind Peter Tägtgren, präsentieren
routiniert und souverän das aktuelle Werk "The Arrival".
Natürlich dürfen die alten Hymnen und semialte Stücke, bei beispielsweise
"Roswell 47" oder "The Final Chapter",
nicht zu kurz kommen. Perfektionist Peter hat an alles gedacht. (by: Michael
Kümmet - 02.09.05) |
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