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Ins
dritte Jahr geht das Festival, welches eigentlich als einmalige Jubiläumsveranstaltung
geplant war. Auch dieses mal sind in der malerisch schönen Kulisse des
Amphitheaters Gelsenkirche hochkarätige Bands versammelt. Wie auch letztes
Jahr wird den zahlreich erschienenen Metalheads ein umfangreiches
Rahmenprogramm geboten. Neben Autogrammstunden etlicher Bands und vielen
verschiedenen Ständen, an welchen man für das leibliche Wohl sorgen kann,
wird auch ein gut sortierter Metalmarket geboten. Allerdings kostet dieser 2
Euro Eintritt, der Kommerz hat also schon auf dem noch relativ kleinen
RockHard-Festival Einzug gefunden. Auch die Getränkepreise sind gestiegen,
liegt wohl an der allgemeinen Inflationsrate. Wer parkt, campt und den
Metalmarket besucht ist dann insgesamt knapp 20 Euro außer der Reihe los.
Aber was macht der Heavy Metal-Fan nicht alles für ein wirklich geiles
Pfingstwochenende.
Schon
Freitagabend geht's dann mit den ersten Bands los. Auf einer kleinen Seitenbühne
geben die norddeutschen Goth-Metaller REGICIDE und die finnischen SUNRIDE,
welche sehr modern klingen, ihr Stelldichein. ABANDONED, die
Thrashmetal-Band aus Darmstadt, sind Sieger des SIMeVIL Band-Contests und
rocken was das Zeug hält. Für den zuspät Kommenden ist nun kein
Durchkommen zur Bühne mehr möglich. Beim Freitags-Headliner GIRLSCHOOL,
der All-Girl-Band aus London, räumt sich das Feld wieder etwas; trotzdem zählen
die Ladies immer noch nicht zum alten Eisen. Und wer jetzt immer noch nicht
genug hat, kann sich im Partyzelt zur Metaldisco einfinden. Hier fliegen
dann die Haare und es gibt's für jeden Geschmack etwas geboten.
Nach
einer kurzen Nacht geht's dann Samstag Mittag weiter. Diesmal auf der Hauptbühne
des Amphitheaters. Die Newcomer COMMUNIC eröffnen das eigentliche
Festival. Ihr progressiver Metalmix ist für die teilweise noch
angeschlagenen Zuschauer doch etwas zu komplizierte Kost. Ihr Debüt "Conspiracy
In Mind" wird im Programmheft auf eine Stufe mit "A Social
Grace" von PSYCHOTIC WALTZ, dem Erstlingswerk von DREAM THEATER oder
gar mit Über-Klassikern von FATES WARNING auf eine Stufe gestellt. Wenn das
nicht etwas hochgegriffen ist, sind die Norweger dennoch eine der
anspruchsvollsten Bands an diesem Pfingstwochenende. Nun kommen HEAVEN
SHALL BURN, ihr stupider Stil schimpft sich Metalcore und hat eigentlich
nix auf einem Metal-Festival verloren. Aber einigen Leuten gefällt dies
durchaus. Die Wikinger von ENSIFERUM entern nun die Bühne. Mit viel
Spielfreude und Kriegsbemalung geht's hier energisch zu Sache. Die Finnen
hinterlassen einen bleibenden positiven Eindruck. Jetzt wieder eine
Trendband. THE HAUNTED aus Schweden spielen Thrashmetal mit
Hardcore-Vocals. Auf der in Kunstnebel gehüllten Bühne nun SAMAEL.
Ihr eigenständige und düstere Blackmetal-Mischung mit experimentellen
Drumloops und Synthieparts versprüht durchaus einen gewissen Charme.
Nachdem die Schweizer das Feld geräumt haben, wird's wieder fröhlicher mit
Power-Metal von SONATA ARCTICA, die mit viel Melodie vor allem ihre
weiblichen Fans überzeugen. Mit AMON AMARTH ist heute schon
die zweite Viking-Band am Start. Ihr hühnenhafter Frontmann Johan Hegg
treibt das Publikum schon sehr an. Der Tag scheint den skandinavischen Bands
zu gehören. Alexi Laiho von CHILDREN OF BODOM spuckt
gelegentlich mal auf die Bühne, flucht zwischen jedem Lied: "The
Fucking Fuck, bla, bla, bla ...", spielt in Duett oder abwechselnd mit
seinem Keyboarder die Tonleiter rauf und runter. Von besonderer Kreativität
ist bei dieser überbewerteten Band nix zu spüren. Endlich JON OLIA,
die Metal-Legende, zwar einiges an Kilos zugelegt, aber trotzdem agil, eröffnet
die Show mit "Gutter Ballet". Das heisst schon gewonnen. Und es
werden noch weitere SAVATAGE-Klassiker vorgetragen, so ziemlich jeder
Titeltrack der Scheiben mit dem Mountain King am Mikro. Von seinem
Solo-Album trägt der sympathische 3-Zentner-Mann nur wenige Songs vor. Stört
aber niemanden, alle wollen sie nur das alte Zeug, und von dem gibt's bis spät
in die Nacht genug!
Der
Sonntag fängt dann auch nicht schlechter an als der Vortag. HELLFUELED
aus Schweden sind wohl ohne Zweifel die Erben Ozzy Osbournes und Zakk Wyldes.
Sänger Andy Alkman klingt wie der Madman hinself. Schön, daß auch mal
eine Newcomer-Band nicht auf den New Metal-Zug aufspringt. Jetzt sind WOLF
mit traditioniellen Metal an der Reihe. Der Tag fängt sogar besser als
vorherige an! Nach ihrem Gig auf dem ersten RockHard-Festival, der buchstäblich
in Wasser gefallen ist, versuchen die britischen Progger THRESHOLD
erneut ihr Glück. Sänger Mac und seine Mannen sind bester Laune, denn die
Sonne scheint, und bringen ihr komplexes Songmaterial hervorragend an den
Mann. Die dritte schwedische Formation heute sind UNLEASHED. Die
Death Metal-Combo aus Stockholm stampft alles gnadenlos nieder. Dann spielen
die Dänen PRETTY MAIDS noch ihren Hit "Future World" und
alle sind zufrieden. Nun ist die ehemaligen HELLOWEEN-Mannen Roland Grapow
und Uli Kusch am Start. Am MASTERPLAN-Mikro hervorragend, der ehemalige
ARK-Sänger Jorn Lande schreit sich die Seele aus dem Leib. OVERKILL,
die Trasher aus New
York, haben ihren Fanclub mitgebracht und zeigen nun allen was Sache ist.
Metal-Sixpack Bobby "Blitz" Ellsworth fegt wie eine Furie über
die Bühne und sorgt mit seinen Mitstreitern für ein gnadenloses
Riffgewitter. Sogar auf den obersten Rängen fliegen die Haare zu "Fuck
You" oder "Rotten To The Core". Den Titel "Beste Band
des Festivals" wird OVERKILL niemand mehr streitig machen.
Melancholischer und düster ging es bei SENTENCED zur Sache. Die
Finnen bestreiten, nach über 15 Jahre Bandgeschichte, mit namentlich
passendem aktuellen Werk "The Funeral Album" im Rücken, einen
ihrer Abschiedsgigs. Auch den Headliner ACCEPT wird man nicht mehr
live oder auf kommenden Alben erleben dürfen. Die Mannen um die markante
Reibeisenstimme Udo Dirkschneider, diesmal nicht im Tarnanzug, und Gitarrist
Wolf Hoffmann rauften sich zu einer Reunion-Show zusammen. Sämtliche Hits
werden gespielt, wie unter anderem "Balls To The Walls", "Breaker",
"Metal Heart" oder gar "Princess Of The Dawn". Aber
nicht nur ACCEPT heizt den gut 6000 Zuschauern ein, auch die Pyros, die
massenweise gezündet werden, tragen ihren Teil dazu bei. Geile Band und
geile Show. Aufgedreht geht's dann noch ab ins Partyzelt um ein
Abschiedsbier zu genießen. Also dann bis nächstes Jahr ...
(by:
Michael Kümmet - 24.05.05)
Zu
den Fotoserien von COMMUNIC
· HEAVEN
SHALL BURN · ENSIFERUM
· THE
HAUNTED · SAMAEL
· SONATA
ARCTICA · AMON
AMARTH · CHILDREN
OF BODOM
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