Reviews
- to be continued - 


03.02.06

STREAM OF PASSION feat. AYREON
- Aschaffenburg, Color-Saal

03.02.06

EMERGENZA Newcomer-Wettbewerb
mit MOLASSES, EPONYMOUS, UNCUT, DUSTY MILLER,
SNEEZE, PRISON MIND, SYSTEM FAILED, SINSICK

- Koblenz, Suppkultur

26.01.06

PALLAS + PROTO-KAW
- Frankfurt,Batschkapp

21.01.06

BOLT THROWER, MALEVOLENT CREATION, NIGHTRAGE, NECROPHEGIST
- Andernach, JUZ Live Club

13.01.06

U.D.O. & GUN BARREL
- Andernach, JUZ Live Club

14.01.06

THE ROBOCOP KRAUS
- Münster, Gleis22

11.01.06

SIEGES EVEN + DEADSOUL TRIBE
- Aschaffenburg, Colos-Saal

20.12.05

OPETH & BURST
- Hanau, Halle 2

17.12.05

LIQUIDO, FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE & LENINGRAD COWBOYS
beim 20. Bendorfer Weihnachtsrock-Festival

06.12.05

PRIMAL FEAR & HELLOWEEN

- Köln, Live-Music-Hall

03.12.05

METALIZE, GURU, HIGHFLY, DIORAMI, SUB7EVEN

- Mayen, Lokhallen

19.11.05

AMPLIFIER, RIVERSIDE
& THE BRIMSTONE SOLAR RADIATION BAND

- Aschaffenburg, Colos-Saal

09.11.05 HELL IS FOR HEOES
- Köln, Underground
05.11.05 KEEP IT TRUE V
mit VIRGIN STEELE, RAVEN, JAG PANZER, RUFFIANS, INTRUDER, SLOUGH FEG, SKULLVIEW, STORMWARRIOR, FORSAKEN, IGNITOR
- Lauda-Königshofen
04.11.05 HAMMERFALL, STRATOVARIUS & SHAKRA
- Köln, Palladium
08.10.05 GLUECIFER
-
Köln, Live Music Hall
08.10.05 OCEANSIZE
-
Köln, Prime Club
08.10.05 SAXON
- Frankfurt-Fechenheim, Antagon-Halle
07.10.05 JON OLIVA'S PAIN
- Aschaffenburg, Color-Saal
01.10.05 HOLE FULL OF LOVE
- Koblenz-Gülz, Café Hahn
17.09.05 SWORDBROTHERS II
- Andernach, JUZ Live Club
08.09.05 PAIN OF SALVATION
- Aschaffenburg, Colos-Saal
03.09.05 ZWISCHEN WELTEN
- Koblenz, Festung Ehrenbreitstein

mit NOCTE OBDUCTA · CHAMBER · JANUS · THE VISION BLEAK · SCHANDMAUL

26.-
27.08.05
UP FROM THE GROUND
- Gemünden am Main
27.08.05 SUMMERS END OPEN AIR
- JUZ Andernach

mit DIE HAPPY · H-BLOCKX · AK4711 · LAW · BLIND · BRAND NEW DEMON · FOURTYFOURFREAKS

13.-
14.08.05
M'ERA LUNA
- Hildesheim
04.08.05

WACKEN OPEN AIR
- Wacken

23.07.05 EARTHSHAKER-Fest
- Geiselwind
02.07.05 RhEINKULTUR
- Bonn
25.06.05 AREA4-Festival
- Oberhausen
22.06.05 BANG YOUR HEAD
- Balingen
22.06.05 SYTEM OF A DOWN
- Berlin, Treptow Arena
10.-
12.06.05
HURRICANE
- Scheeßel
06.06.04 AMPLIFIER
- Köln, Underground
13.-
15.05.05
ROCK HARD-Festival
- Gelsenkirchen, Amphi-Theater
02.05.04 JAMES LA BRIE, EVERGREY
- Aschaffenburg, Colos Saal
23.04.05 BRAINSTORM, AT VANCE, MERCENARY
- Andernach, JUZ Live Club
19.04.05 PAIN OF SALVATION
- Essen, Zeche Carl
12.04.05 PORCUPINE TREE, ANATHEMA
- Köln, Bürgerhaus Stollwerk
02.04.05 KEEP IT TRUE-Festival
- Lauda-Köngshofen, Trauberfrankenhalle
01.04.05 ENCHANT, ALIAS EYE
- Aschaffenburg, Colos-Saal
01.04.05 APOCALYPTICA
- Hamburg, Große Freiheit
01.04.05 KAMELOT, KOTIPELTO, EPICA
- Andernach,JUZ Live Club
27.03.05 MASTERPLAN, CIRCLE II CIRCLE,
ROB ROCK, PURE INC.

"Easter Metal Attack"
- Bonn, Brückenforum
26.03.05 DEAD CAN DANCE
- Köln, Philharmonie
18.03.05 SPOCKS'S BEARD
- Aschaffenburg, Colos-Saal 
16.03.05 DIE APOKALYPTISCHEN REITER
- Andernach, JUZ Live Club 
10.03.05 DANKO JONES
- Hamburg, Die Fabrik
09.03.05 RPWL
- Bonn, Harmonie
26.02.05 SWORDBROTHERS-Festival I
- Andernach, JUZ Live Club
24.02.05 WITHIN TEMPTATION
- Wiesbaden, Schlachthof
24.02.05 HANOI ROCKS
- Stuttgart, Röhre
22.02.05 NIGHTWISH
- Trier, Arena
13.02.05 THE 69 EYES
- Frankfurt, Batschkapp
11.02.05 GRAVE DIGGER
- JUZ Live Club, Andernach
10.02.05 GUANO APES
- Köln, Palladium
04.02.05 LOVE STREET
- Karlsruhe, Substage
21.01.05 GREEN DAY
- Hamburg,Alsterdorfer Sporthalle 
18.01.05 WISHBONE ASH
- Aschaffenburg, Colos Saal
13.01.05 JUPITER JONES
- Hamburg, Fundbureau
28.12.04 SIRENIA, PAIN & THEATER OF TRAGEDY
- Andernach, JUZ Live Club
25.12.04 HEAVY CHRISTMAS FESTIVAL mit
    RAGE, PERZONAL WAR und GUN BARREL

- Bonn, Brückenforum
11.12.04 BLINK 182
- Münster, Halle Münsterland
05.12.04 BLACKFIELD
- in Köln, Prime Club
04.12.04 SILVER
- in Backnang
18.11.04 W.A.S.P.
- in der Batschkapp Frankfurt
12.11.04 GLUECIFER
- im SP 36, Berlin
28.10.04 SIEGES EVEN
- im Nachtleben Frankfurt
11.09.04: RA'S DAWN, DEAD SOUL TRIBE und THRESHOLD
- im JUZ Live Club, Andernach
18.09.04

MARILLION
- Köln

06.09.04 BACKYARD BABIES
-
in der Röhre, Stuttgart
25.08.04 VELVET REVOLVER
- in der Georg-Elser-Halle, München
19.-
21.08.04
:
SUMMER BREEZE
-  Abtsgemünd
13.08.04: MOTHER TONGUE
-  im KFZ, Marburg
30.07.-
01.08.04
:
LOTT-Festival
- in Raversbeuren
u. a. mit RASKOB RAILS, ALEV, VIRGINIA JETZT!, SHARRIE WILLIAMS, GOOZE FLESH, PANTEON ROCOCO, ALTERNATIVE ALLSTARS
16.-
18.07.04
:
ZILLO 2004
- auf der Freilichtbühne Loreley am Rhein
u. a. mit SUICIDE COMMANDO, BLUTENGEL, LONDON AFTER MIDNIGHT, ALIEN SEX FIEND, IN EXTREMO, WITHIN TEMPTATION
21.06.04: MONSTER MAGNET
- im Schlachthof Wiesbaden
 04.-
06.06.04
:
ROCK AM RING 2004
u. a. mit H-BLOCKX, MACHINE HEAD, MOTÖRHEAD, EVANESCENCE, KORN, JET, 3 DOORS DOWN, NICKELBACK, RED HOT CHILI PEPERS, DONOTS, THE RASMUS, AVRIL LAVIGNE, LINKIN PARK, DIE TOTEN HOSEN
17.04.04: DANKO JONES
- im Schlachthof Wiesbaden
13.03.04: SKEW SISKIN und GUN BARREL
- im JUZ Andernach
28.02.04: EASY RIDER und TIERRA SANTA
- im JUZ Andernach
24.01.04: RAGE
- im JUZ Andernach
07.01.04: GRAVE DIGGER, WIZARD und SYMPHORCE
- im JUZ  Andernach
29.12.03: DORO, EPICA und BLAZE
-
im JUZ Live Club Andernach
20.12.03: Weihnachtsrockfestival
- Bendorf
mit PAST, MOTHERS'S FINEST UND SAGA
12.12.03: Nickelback
- Düsseldorf
23.08.03: Nörr Open Air
- in Eitelborn
mit DANIEL, BIRO & FRIENDS, OSYRIS, CHEEKY RASCALS, HANS, SEARCH4ONE und RAGE
22.08.03: SUMMER'S OPEN AIR
- im JUZ Andernach
mit GODMODE, SINCERE, SUBWAY TO SALLY und J.B.O.

12.07.03:

ROCK AUF DER HEIDE
- in Bad Neuenahr-Ahrweiler
mit ALEV, SINCERE, REINVENTED, DIE HAPPY, FURY und BLIND

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SILVER
04.12.04 im Jugendhaus Backnang

In Backnang (das ist übrigens ein Kaff in der Nähe von Stuttgart) stehen am heutigen Samstagabend SILVER, eine junge Band aus dem schönen Skandinavien, auf der zugegebenermaßen recht kleinen Bühne des Jugendhauses der Stadt. Das Jugendhaus scheint normalerweise nicht gerade ein Venue für ausländische Bands zu sein. Die Sleazerocker aus Norwegen haben bisher 2 Alben veröffentlicht und sind noch relativ jung. Ihr neustes Album zu dem sie auch diese Tour mit leider nur 2 Shows in Deutschland spielen trägt den Namen „White Diary“.

Die Show eröffnen die FLYING WINDMILLS aus Dresden, die sympathisch mit lockerem melodischen Skater-Pop-Punkrock die Crowd aufwärmen und ihren Job recht gut machen.

Als SILVER schließlich die Bühne betreten, fühlt man sich sofort um einige Jährchen in die Vergangenheit zurückversetzt und nach einigen Liedern steht fest: Das hier sind die kleinen Brüder von Axl Rose und Michael Monroe, musikalisch sowohl als auch optisch. Der charismatische Sänger Blanco Summer erinnert mit seinen Posen an die Großen der 80er, er hält das Micro in den gefalteten Händen und verbiegt seinen Körper dazu beim Singen so, dass der inzwischen in die Jahre gekommene Mr. Rose vor Neid erblassen würde. Der gerade neu dazugestoßene Schlagzeuger erinnert stark an Tommy Lee und die starke äußerliche Ähnlichkeit des Gitarristen Bee Buzer mit Duff McKagan springt einem sofort ins Auge. Die Jungs geben schnellen rockig-rotzigen Sleaze zum Besten, aber auch einige sehr melodische eingängige Rocksongs. Beispielsweise die aktuelle Single „Angels Calling“, die ein richtiger Ohrwurm ist.

Eine Zugabe gibt es leider nicht und so verlassen sie die Bühne nach etwa einer Stunde, um sich auf den Weg nach Österreich zu machen, wo sie am nächsten Tag einen Gig spielen. Danach geht es noch für einige Shows nach Italien und dann wieder heim nach Norwegen. Im nächsten Jahr werden sie aber wieder nach Deutschland kommen und das sollte man auf gar keinen Fall verpassen ! ! !

(by: Beatrice Mussgnug  - 05.12.2004)

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W.A.S.P.
Support: CHINCHILLA
18.11.04 in der Batschkapp, Frankfurt

W.A.S.P. - das ist die Abkürzung für "White Anglo Saxon Protestants" und steht für die besonders scheinheiligen U.S.-Amerikaner. Eine solche Scheinheiligkeit war wohl auch das Umfeld in dem W.A.S.P.-Sänger Blackie Lawless zunächst streng religiös aufgewachsen war, sich dann aber zum schockenden und durchgeknallten Bandleader gemausert hatte. So waren W.A.S.P. am Anfang ihrer Bandkarriere für ihre sehr berüchtigten live Shows bekannt, bei denen sie Kunstblut aus Schädeln tranken, rohes Fleisch ins Pubilkum warfen und sich ähnlich Makaberes mehr einfallen ließen. Die Amerikaner tourten bereits mit Größen wie Black Sabbath, Slayer und KISS, um nur einige zu nennen. Und sie nun in einem relativ kleinen Club auf einer relativ kleinen Tour sehen zu können, konnte man sich einfach nicht entgehen lassen. So warteten vor der ausverkauften Batschkapp in Frankfurt zumeist langhaarige Gestalten aus allen möglichen Teilen Deutschlands geduldig auf den Einlass. Dieser verzögerte sich allerdings um eine Dreiviertelstunde aufgrund eines Staus in dem die W.A.S.P.-Tourbusse gestanden hatten.

Da sich der Soundcheck an diesem Abend entsprechend verzögert hatte und der Andrang am Eingang recht groß war, war es leider nicht allen Besuchern möglich, rechtzeitig zum Beginn der Show des deutschen Supportacts CHINCHILLA vor der Bühne zu stehen. Statt schon ein kühles Bierchen zu genießen, standen viele noch draußen im weniger angenehmen Nieselregen. Die sehr sympathische Metalband CHINCHILLA brachte das Publikum mit viel Spielfreude und Enthusiasmus in Stimmung. Die Schwaben spielten alte und einige neue Songs von ihrer aktuellen Platte "Take No Prisoners". Zum Abschluss gab's dann noch einen ziemlich gut gelungenen KISS-Cover und dann mussten sie auch schon die Bühne räumen.

Nach einer ziemlich kurzen Umbaupause erklang zu gedimmtem Licht "The End" von den Doors. Obwohl die Fans vor Vorfreunde schon fast auf und ab hüpften, ließen sich Blackie Lawless und Co. noch ein kleines bisschen Zeit, bis sie schließlich unter lautem Jubel und sichtlich gut gelaunt die Stage betraten. Der hochgewachsene Blackie hatte die Show und die Fans von der ersten Minute an fest im Griff. Aber auch sonst waren die Bedingungen unter denen das Konzert stattfand super: der Sound war sehr gut, die Lightshow ziemlich klasse und die Stimmung kaum zu übertreffen. 

Mit "The Neon God Part 1- The Rise" war im April dieses Jahres der erste Teil des W.A.S.P.-Konzeptalbums erschienen. Die Tour hierzu verlief weniger glücklos; und so versuchte Blackie den verlorenen Boden mit "The Neon God Part 2 - The Demise" und der dazugehörigen Tour wieder gut zu machen. Doch die Amerikaner spielten wenig vom neuen Album, dagegen viele alte Songs wie beispielsweise "I wanna be somebody" und "Animal (fuck like a beast)".

Sehr beeidruckend war Blackies Mikrofon; ein riesiges Skelett mit Armen und Beinen und natürlich einem riesigen Totenkopf, das beim Aufbau von mindestens 2 Roadies getragen werden musste. An dieses Monstrum hängte er sich mit und ohne Gitarre während und zwischen den Songs. Er schaukelte vor Richtung Publikum und wieder zurück, was die Leute fast immer zum Durchdrehen brachte. Mal kauerte er sich hinter dem riesigen Skelett zusammen, mal setzte er sich, noch mit der Gitarre auf dem Rücken ganz oben drauf. So auch gegen Ende des Sets, als die Lichter abgedunkelt wurden und der Club nur noch von Schwarzlicht beleuchtet wurde. Er schmierte sich fluoreszierende Farbe ins Gesicht und auf die Arme. Dieses Outfit ließ sein Gesicht wie einen Totenschädel wirken. Und so schwang Blackie hin und her während er mit eindringender Stimme singt. Nach einigen Zugaben und einer großartigen Show verzogen sich die 4 Jungs endgültig; aber sie ließen viele zufriedene Fans zurück. Es mag zwar sein, dass W.A.S.P. ihre allergrößten Zeiten schon ein bisschen hinter sich haben, dennoch sind sie noch immer ein absoluter Knaller und UNBEDINGT sehenswert!

Line-Up:

  • Blackie Lawless (Gesang, Gitarre)
  • Darrel Roberts (Gitarre)
  • Mike Duda (Bass)
  • Frankie Banali (Drums). 

Setlist:

  • Medley
  • Helldorado
  • Inside The Electric Circus
  • Hate To Love Me
  • L.O.V.E. Machine
  • Wild Child
  • Come back to Black
  • The Headless Children
  • Animal (Fuck Like A Beast)
  • The Idol
  • Kill Your Pretty Face
  • The Real Me
  • I Wanna Be Somebody
  • Blind In Texas

(by: Beatrice Mussgnug  - 02.12.2004)

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GLUECIFER
Support: CAPTAIN MURPHY
12.11.04 im SO 36, Berlin

Nach ihrer Tour als Support von MONSTER MAGNET Anfang des Jahres und einigen Auftritten auf Festivals in ganz Europa kamen GLUECIFER nun erneut auf ihrer europäischen Hallentour für einige Konzerte nach Deutschland. Im Gepäck hatten die selbsternannten "Kings of Rock" ihre Landsmänner von BONK und die schwedischen, noch recht unbekannten CAPTAIN MURPHY.

Als "Kings of Rock" können sich Sänger Biff Malibu, die Gitarristen Captain Poon und Raldo Useless, sowie Bassist Stu Manx und Drummer Danny Young getrost bezeichnen, auch wenn es etwas prollig klingen mag. Denn die Erwartungen, die an das neue Album "Automatic Thrill" (Anfang des Jahres erschienen) gestellt wurden, wurden auf keinen Fall enttäuscht. Und das neue Album braucht sich auch nicht hinter "Basement Apes", das letzte Album aus dem Jahr 2002 zu dem sie im gleichen Jahr eine ausverkaufte Tour spielten, zu verstecken.

Den Abend im Berliner SO 36 eröffneten CAPTAIN MURPHY mit ihren rockigen 70ties-lastigen Songs, die vom Publikum sehr positiv aufgenommen wurden. Die meisten Bandmitglieder sind noch recht jung, dafür hängen sie sich um so mehr rein; und die Energie, die sie versprühen überträgt sich auf das Publikum. Auffällig ist vor allem Gitarrist Victor, der unablässig einen auf "Poser" macht und am Schluss sogar von der Bühne springt und in der Crowd weiterspielt. Leider mussten die jungen Schweden schon nach ca. 30 Minuten die Bühne freigeben für die zweite Vorgruppe BONK. Die spielten etwas länger, rissen aber nicht gerade die Hütte ab. Dennoch füllte sich das SO 36 nun merklich schneller und als BONK am Ende ihres Sets angelangt waren, war es richtig voll.

Nach einer weiteren Umbaupause betraten nun endlich die "Kings of Rock" die Bühne; gut gelaunt und spielfreudig wie gewohnt. Zusammen sind die 5 einfach unschlagbar und man sieht deutlich, wie viel es ihnen bedeutet, wenn die Leute wirklich abgehen. Und das war definitiv der Fall, trotz des tropischen Klimas im SO 36. Als Norweger kann man ja auch manchmal ein bisschen deutsch, wenn man in der Schule aufgepasst hat und das war bei den Jungs von GLUECIFER wohl der Fall; und so machte Sänger Biff Malibu seine recht humorvollen Ansagen teilweise auch auf deutsch. Bei GLUECIFER gibt es keinen ersten und zweiten Gitarristen, sondern zwei Gitarristen, die jeweils links und rechts außen an der Bühne stehen und die sich die Parts teilen. Von Schlagzeuger Danny Young sieht man meistens nur den strohblonden Haarschopf wenn er unablässig auf seine Drums eindrischt. Die Setlist ließ fast keine Wünsch offen und war eine sehr gute Mischung von alten und neuen Songs, es gab beispielsweise die Kracher "I got a war" und "Shotgun Seat", "Easy Living", die Single vom letzten Album, "Here come the pigs" oder "A call from the other side". Nach 3 Zugaben verließen die Norweger schließlich die Stage und man konnte mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.

Übrigens: wer GLUECIFER auf dieser Tour verpasst hat, kann sich trösten, denn sie werden für DIE TOTEN HOSEN als Support bei einigen Shows hierzulande dieses Jahr noch mal zu sehen sein.

Setlist:

  • car full of stash
  • titanium sunset
  • take it
  • reversed
  • phones
  • here come the pigs
  • get the horn
  • i got a war
  • a call from the other side
  • rockthrone
  • shotgun seat
  • go away
  • shaking so bad
  • black book
  • automatic thrill
  • easy living

(by: Beatrice Mussgnug  - 29.11.2004)

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SIEGES EVEN
28.10.04 im Nachtleben Frankfurt

Sieben lange Jahre hatte sich die Münchner Prog-Kultcombo SIEGES EVEN aus
der musikalischen Öffentlichkeit zurückgezogen. Nach einem Auftritt im
Frühjahr dieses Jahres auf dem Headway-Festival in den Niederlanden gab
es endlich wieder die Möglichkeit Sieges Even livehaftig in Deutschland
zu erleben. Entsprechend groß war die Vorfreude auf dieses Konzert im
Frankfurter Nachtleben.

Als die Band kurz nach 21 Uhr nach einen kurzem Intro die Bühne betrat,
und mit einem etwa halbstündigen Einblick des Titeltracks des im Spätherbst
erscheinenden Albums THE ART OF NAVIGATING BY THE STARS losrockte, war
schon nach wenigen Takten klar, daß Sieges Even nichts verlernt haben.
Das neue Material erinnert am ehesten an das hervorragende SENSE OF CHANGE
Album und lässt auf kommende Großtaten schließen.

Vor allem der neue und sympathische, aus Holland stammende Sänger Arno Menses,
stimmlich am ehesten mit Jogi Kaiser zu vergleichen, sammelte von Beginn an
durch seine agile Bühnenperformance und seine starke stimmliche Leistung viele
Pluspunkte. Auch seine Mitstreiter an den Instrumenten überzeugten, besonders
der Schlagzeuger Alex Holzwarth trommelte äußerst präzise, wie ein Schweizer
Uhrwerk und bildete mit seinem Bass spielenden Bruder Oliver eine perfekte
Rhythmuseinheit, über die Gitarrist Markus Steffen virtuos seine originellen
Riffs und jazzige Soli legte.

Das Hauptaugenmerk bei der restlichen Songauswahl wurde hauptsächlich auf das 
SENSE OF CHANGE Album gelegt, wobei auch 2 Songs des VAL'PARISO Demos zum Ein-
satz kamen. Vom Debut wurde lediglich der Titeltrack LIVE CYCLE gespielt und
STEPS wurde würdig mit dem 25-minütigen TANGERINE WINDOWS OF SOLACE vertreten. Die beiden letzten Alben, die ohne Gitarrist Markus Steffen eingespielt wurden, fanden keine Berücksichtigung. 

Nach 100 Minuten war zum ersten mal Schluss, allerdings kehrte die Band umgehend
zurück, um die lautstark vom Publikum geforderten Zugaben THE WAKING HOURS und
WHERE OUR SHADOWS SLEEP zum Besten zu geben. Nach 2 Stunden Progmetal vom Feinsten fiel nun endgültig der letzte Vorhang und es gab wohl kein Fan, der nicht zufrieden nach Hause ging. Bleibt nur noch zu hoffen, dass das Line-Up diesmal stabil bleibt, und wir in Zukunft weiter großartige Alben und solche hervorragenden Live-Gigs von SIEGES EVEN erwarten können.

(by: Michael Kümmet - 02.11.04)

Line-Up:
  • Arno Menses (Gesang)
  • Oliver Holzwarth (Bass)
  • Alex Holzwarth (Schlagzeug)
  • Markus Steffen (Gitarre)

Setlist:

  • Intro
  • The Art Of Navigating By The Stars
  • Prime
  • The Lonely Views Of Condors
  • Epigram For The Last Straw
  • Life Cycle
  • Tangerine Windows Of Solace
  • These Empty Places
  • The Waking Hours
  • Where Our Shadows Sleep

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RA'S DAWN
+
 DEAD SOUL TRIBE
+
THRESHOLD

11.09.04 - JUZ Live Club Andernach

Die Sommerpause im JUZ Live Club in Andernach war kaum vorbei, da gab’s dort auch schon wieder das erste Hallenkonzert. War man vom JUZ sonst eher härtere Klänge gewohnt, sollte es heute mal wieder etwas melodischer zugehen - aber nicht unspektakulärer. Progressive Rock bzw. Metal stand auf dem Programm. Und hierzu hatte Dieter Schwagerus, Organisator und Chef des Hauses, THRESHOLD eingeladen; als Special Guest hatten die Jungs aus Großbritannien DEAD SOUL TRIBE mit dabei. RA’S DAWN aus Koblenz eröffneten als Local Support den Abend und komplettierten die Bandauswahl in bester Weise.

Als ich im JUZ kurz nach halb Acht ankam, war der Soundcheck noch im Gange und die Halle noch verschlossen. Aber man konnte sich ja im Vorraum an der Theke schon mal auf den Abend vorbereiten - und wer seinen Flüssigkeitshaushalt hier auf den oberen Pegel brachte, war gut beraten. Denn im Laufe des Konzertabends sollte es wieder schön heiß und schweißtreibend im JUZ werden.

War der offizielle Beginn des Konzerts für 20:00 Uhr vorgesehen, so war ich dann doch etwas verwundert als RA’S DAWN trotz des späten Soundchecks dann doch bereits 10 Minuten früher auf die Bühne kam. Die Koblenzer Progressive Metaller fackelten auch gar nicht lange und starteten ihr kurzes – leider zu kurzes - Set.
Der 'Fanclub' war auch mit dabei. Dies hatte zum einen den Vorteil, dass der Weg für eine gute Stimmung im Saal schnell geebnet wurde, und die Musiker hin und wieder ein Bier auf die Bühne gereicht bekamen. Wie gesagt, man hatte sich gerade auf den Sound der Koblenzer eingestellt, da war’s das nach knapp 30 Minuten auch schon gewesen. In dieser kurzen Zeit konnten aber sowohl das instrumentale Gesamtkonzept sowie die Stimme von Sänger Olaf Reimann überzeugen. Die Band legte sich mächtig ins Zeug. Den Grundrhythmus lieferten Marco Freimuth an den Drums und Martin Balthes am Bass; der entsprechende Progressive-Sound war erfreulicherweise nicht zu weich gespült und bekam nicht zuletzt durch die doppelte Gitarrenbesetzung mit John Schmitz und Marek Schoppa, sowie die Keyboardunterstützung von Philipp Nörtersheuser den richtigen Schliff. Die zentralen Song-Themen, die RA'S DAWN hierbei musikalisch verarbeitete,  wurden in folgenden Stücken verpackt: In Memory (wurde nur angespielt), Terrified, Follow Me, Forlorn Dream, Masque of the Red Death, Passage to the Moom, Speak to the Dead.  Auf weitere Zugaben mussten die Leute aus Zeitgründen leider verzichten.

Nach gut 20 Minuten Umbaupause ging’s weiter im Programm. DEAD SOUL TRIBE betraten die Bühne. Und von dieser Show war ich dann mehr als positiv überrascht. Dead Soul Tribe überzeugte auch die (Noch-)Nicht-Fans mit innovativen und kreativen Songs.

Mit ihren dynamischen Kompositionen erzeugten sie ein unglaublich magisches Klangbild und einen dermaßen atmosphärischen, stimmungsvollen und intensiven Sound, dass die Seele berührt wurde. Und dies schafften sie alleine in der klassischen Viererbesetzung; wobei Sänger Devon Graves ebenfalls die Gitarre bediente. Kennt man den Einsatz einer Querflöte in erster Linie von Jethro Tull, wusste auch Devon dieses Instrument neben seinem impulsiven Gesang und seiner Gitarrenarbeit auch noch gekonnt in die Songs einzubetten. Doch leider mussten die Besucher auch hier auf eine Zugabe verzichten. Auch wenn das Konzert eine Stunde gedauert hatte, hier hätte es trotzdem gerne deutlich mehr sein dürfen.

Nach dem eindrucksvollen Auftritt ließ es sich Devon nicht nehmen, jedem Bandkollegen einen dicken Kuss auf den Mund zu geben. Und sichtlich zufrieden bedankte sich die Band mit einem kurzen Shaking Hands bei den Fans in den ersten Reihen.

Auch in der zweiten Umbaupause flohen die meisten Leute schnell nach draußen an die frische Luft um sich etwas abzukühlen.

TRESHOLD betraten kurz nach 22:00 Uhr als Headliner die Bühne. Die Briten sind schon etliche Jahre im Geschäft und lieferten dementsprechend ein musikalisch einwandfreies Set ab. Doch irgendwie hatte man aber den Eindruck, dass sie bei der  Bühnenperformance nicht die richtige Linie finden konnten. Andrew 'Mac' McDermott, der die Ansagen in hervorragendem Deutsch machte, bemühte sich zwar immer mal wieder, um die Stimmung anzuheizen, doch fehlte ihm ein bisschen das nötige Charisma, um die Leute richtig in seinen Bann zu ziehen. Obwohl die Stimmung dennoch als gut zu bezeichnen war, machte Keyboarder Richard West schon fast einen gelangweilten Eindruck. Hingegen Drummer Johanne James war mit Herz und Seele bei der Sache. Die beiden Gitarristen Nick Midson und Karl Grom sowie Steve Anderson am Bass bedienten eher das enthusiastische Mittelfeld.

Während Sänger Mac, der in einem schwarz-weiß-karierten Schottenrock auflief, hinterließen seine Bandkollegen – mit Ausnahme vom Schlagwerker – rein optisch einen eher unspektakulären und fast schon faden Eindruck. Dennoch waren die Fans zufrieden, sie hatten ein solides Konzert geboten bekommen; auch wenn die Bühnenshow die Musik nicht in der erforderlichen Weise tragen konnte. Nach dem Zugabenteil und einer Spielzeit von insgesamt eindreivietel Stunde war dann um 23:45 Uhr der Konzertabend zu Ende.

Letztlich hätte mir DEAD SOUL TRIBE als Headliner aber besser gefallen; und sie wären  - trotz Protest der vielen THRESHOLD-Fans - meiner Meinung nach auch würdiger gewesen, diese Position einzunehmen. Zumindest an diesem Abend.

Das Konzert war zu RA’S DAWN schon erfreulich gut besucht. Im Laufe des Abends konnte der Veranstalter insgesamt dann noch noch knapp 300 Besucher begrüßen. Schade, dass eine Bühnendeko an diesem Abend gänzlich fehlte. Selbst auf ein Banner, um das Rolltor im Hintergrund etwas zu verdecken, verzichteten alle drei Bands. Auch lichttechnisch hätte ich mir etwas mehr Einfallsreichtum und Abwechslung gewünscht. Und warum war es eigentlich diesmal so verdammt heiß in der Halle???

Die einzelnen Fotoserien der drei Bands findet ihr hier: RA'S DAWN - DEAD SOUL TRIBE - THRESHOLD

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MARILLION
18.09.04 - Köln

„Punch and Judy“ – das war das Lied, das damals Anfang der 80er Jahre mein Interesse auf Marillion lenkte. Mit dem Weggang des ehemaligen Sängers Fish erlosch aber dann mein Interesse an der Band. Denn für mich war es damals einzig seine Stimme die den Charakter und die Authentizität von Marillion ausgemacht hatte. Doch war ich heute nach ca. 17 Jahren neugierig, wie die Band, ihre Musik und insbesondere der Nachfolger am Mikrofon, Steve Hogarth, nach so vielen Jahren nun rüberkamen. Und insgeheim hoffte ich, einige Klassiker aus der guten alten Fish-Ära hören zu können.

Etwas ungewöhnlich war der Anlass zu dem Marillion in Köln dieses Konzert spielten. Das ‚Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt’ hatte die Band anlässlich ihres Tages der offenen Tür eingeladen und brachten dadurch zum Ende des Tages die Besucher und Marillion-Fans in den Genuss eines kostenlosen Konzertes. Da das Ganze also für lau war, kamen auch sicher etwas mehr Besucher, als unter ‚normalen’ Umständen.

So 3.000 dürften es dann auch sein (das Durchschnittsalter lag wohl so um die 30-35), die an diesem frühen Abend auf der Landebahn des Militärflughafens vor der Bühne stehen und auf das Erscheinen der Band warten. Und während die Leute so erwartungsfroh dort ausharren und in Köln langsam die Sonne untergeht, schwebt um 19:15 Uhr ein Helicopter ein, dreht eine Runde über die Menge und landet am Ende das Flugfeldes. Auf der Bühnen-Leinwand, wo das Geschehen von einigen Video-Kameras eingefangen wird, erkennt man Steve Hogarth, Frontmann und Sänger von Marillion, der aus dem Helicopter steigt. Während in der Zwischenzeit seine musikalischen Mitstreiter, Mark Kelly (Keyboard), Ian Mosley (Drums), Steve Rothery (Gitarre) und Pete Trewavas (Bass), die Bühne betreten und mit „Between you and me“ das Konzert schon mal beginnen, lässt sich Steve Hogarth mit einem bereitgestellten Wagen zum Bühnenaufgang fahren. Ein spektakulärer und interessanter Konzertbeginn.

Gut gelaunt, das weiße Hemd hängt lässig über der schwarzen Hose, aber noch mit Sonnenbrille vor den neugierigen Blicken der Besucher geschützt, erscheint Steve nur wenige Augenblicke später unter dem Beifall des Publikums ebenfalls auf der Bühne steigt stimmlich in den Song ein. Die Arme der Fans sind gleich bei den ersten Takten in der Luft und unterstützen den Sound mit einem rhythmischen Klatschen. Steve Hogarth untermalt von Anbeginn die Lyrics vielfach mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik. Er springt und tanzt über die große Bühne, von rechts nach links - und klettert am Lichtgerüst nach oben. Er zeigt, wie fit und professionell er ist und singt auch auf dem Rücken liegend. Die Show und Bühnenperformance wird fast ausschließlich von ihm getragen, einzig Basser Pete Trewavas kann hier nur zaghaft Unterstützung bieten.

Auch die hinteren Publikumsreihen bekommen dank der Videoleinwand im Bühnenhintergrund die Einzelheiten mit. Zwischenzeitlich unterstützt der Sänger seinen Kollegen Steve Rothery mit einer zweiten Gitarre, nimmt sich die Handrasseln und setzt sich auch zeitweise ans Keyboard, um den ohnehin schon fulminanten Sound zu verstärken. Die Fans freut’s, sie klatschen und singen mit, entzünden bei den ruhigen Balladen die obligatorischen Wunderkerzen und genießen diesen wunderschönen Sommerabend. Doch als diese sich gerade so richtig warm gesungen und warm geklatscht haben, legen die Musiker ihre Instrumente nieder und bedanken sich für das Kommen der Fans und dass sie in Köln spielen durften. Nicht wenige Besucher schauen sich fragend an. „Wie jetzt? Das soll’s schon gewesen sein?“ kann man in ihren Gesichtern lesen. Doch die 5 Musiker verlassen nach noch nicht einmal einer Stunde wie selbstverständlich die Bühne. Die freundlich-fordernden Zugaberufe geleiten sie nach wenigen Minuten aber noch mal zurück und mit „Easter“ und „The Space“ legen Marillion noch zwei Songs nach. Doch das reicht den Fans verständlicherweise dann immer noch nicht. So kommen die Herren ein zweites Mal zurück auf die Bühne und spielen als allerletzten Song noch „Three Minute Boy“ bevor sich die Combo schon um 20:45 Uhr endgültig aus Köln verabschieden.

Auch wenn der Auftritt der Engländer definitiv zu kurz war (oder darf man sich da bei einem kostenlosen Konzert gar nicht beschweren?), war es ein imposantes und qualitativ hochwertiges Konzert. Der Sound hat gestimmt, die Licht- und Bühnenshow waren einwandfrei. Nichts gegen Steve Hogarth, doch – die Marillion-Fans mögen es mir verzeihen – Fish hätte ich als Sänger lieber gesehen und auch ‚seine’ alten Hits hätten mir mehr gegeben; denn sie hätten wieder einmal alte Erinnerungen an eine schöne Zeit geweckt.

Eine Fotoserie vom Konzert findet Ihr hier.

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BACKYARD BABIES
06.09.04 - Röhre, Stuttgart

Nach fast 2-jähriger Pause kam im Frühjahr dieses Jahres das Album „Stockholm Syndrome“ der BACKYARD BABIES heraus; kurz nach dem Erscheinen ging’s auch schon wieder auf Tour für die vier in Stockholm lebenden Jungs. Erst wurde ausgiebig im schönen Schweden getourt, dann im restlichen Europa. Die erste Single „Minus Celsius“, die es genau wie das Album im Heimatland der Band tatsächlich bis auf Platz eins der Charts geschafft hat, konnte man auch hier des öfteren auf diversen Musiksendern sehen.

Das nur 2 Wochen im voraus angekündigte Konzert in Stuttgart war eigentlich der freie Tag der Tour, auf der die BACKYARD BABIES gerade Velvet Revolver supporten. „Anstatt im Bus rumzusitzen und uns zu langweilen spielen wir lieber Shows an den Off-days“ erklärt der blonde, inzwischen wieder langhaarige Sänger Nicke Borg, auf dessen Hals das Zigarette rauchende Skelett des Social Distortion Logos tätowiert ist.

Zwar schien die Röhre nicht so voll zu sein wie sonst, hatte man doch noch etwas mehr Platz zum Nebenmann oder eher der Nebenfrau. Hatte das Publikum doch einen sehr hohen Frauenanteil, der Stimmung tat das keinen Abbruch, denn von der ersten Minute in der die Band die Bühne betrat wurde ihre Rückkehr nach Deutschland von den Fans gefeiert und bejubelt. Mit dem Song „Everybody ready“ war ein passender Opener gewählt und die Jungs legten los. War es mal etwas ruhiger wurde Gitarrist Dregen Svensson nicht müde das Publikum zu animieren.

Die vier bilden ein unschlagbares Quartett; Schlagzeuger Peder Carlsson der im Hintergrund unablässig und mit nacktem Oberkörper auf seine Drums eindrischt, Johan Blomquist, der cool seinen Bass spielt mit einer Kippe im Mund und in den Pausen zwischen den Lieder Jack Daniels trinkt, Leadgitarrist Dregen, der Augenmake-up trägt und dessen Frisur immer perfekt gestylt ist, und natürlich Nicke Borg der Sänger und Gitarrist, dessen Stimme doch manchmal sehr an Mike Ness von – wie soll es auch anders sein – Social Distortion erinnnert.

Besonders bei den Songs des ersten in Deutschland veröffentlichten Album „Total 13“  weitete sich der Pogokreis fast bis ganz an die Seite aus. Als Besonderheit gab es in Stuttgart den Song „Friends“ vom aktuellen Album, den die Band mit befreundeten Musikern wie beispielsweise Joey Ramone, Michael Monroe, Danko Jones und Nina Persson aufgenommen hat. Neben Nicke und Gitarrist Dregen sangen J. J. Joy von der süddeutschen Vorguppe The Starfuckers und Galactica, Gitarristin der zur Zeit nicht existierenden Heroines aus Stuttgart.

Die BACKYARD BABIES haben noch viel vor in der nächsten Zeit, zuerst ging's dann als Support für Velvet Revolver erst mal weiter auf Tour in die USA, wo ihr Album auch in Kürze erscheinen wird, auf das dann ihre eigene Tour in den USA folgt.

(by: Beatrice Mussgnug  - 17.09.2004)

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VELVET REVOLVER
25.08.04 - München, Georg-Elser-Halle

Nachdem das erste Konzert der ehemaligen Guns´n Roses Mitglieder Slash, Duff McKagan und Matt Sorum, sowie des weniger bekannten Suicidal Tendencies Gitarristen Dave Kushner und Sänger Scott Weiland, ehemals bei den Stone Temple Pilots am Micro, bei ihrer ersten gemeinsamen Tour in diesem Jahr in New York innerhalb von 5 Minuten ausverkauft war, wartete man auch hierzulande gespannt auf VELVET REVOLVER, die einige Shows in Europa spielten.

Vor der schon Wochen vorher ausverkauften Georg-Elser-Halle in München konnte man auf dem Schwarzmarkt noch Tickets erstehen; vorrausgesetzt, man war bereit, was springen zu lassen. Denn wer es versäumt hatte, sich für dieses Ereignis ein Tickets zu besorgen, musste gut und gerne fast das Doppelte blechen.

Der Abend begann mit der Supportband Backyard Babies. Die Schweden um Frontmann Nicke Borg, die selbst bekennende Guns´n Roses Fans sind, gaben Songs vom aktuellen Album „Stockholm Syndrome“ und ihren beiden zuvor in Deutschland veröffentlichten Alben zum Besten.

Unter den Begeisterungstürmen des Publikums kamen schließlich VELVET REVOLVER auf die Bühne und legten gleich ordentlich los mit ihrem Opener „Sucker Train Blues“ vom Debütalbum „Contraband“. Bei dem im Juni erschienenen Album handeln die Lyrics auffällig oft von Drogen, was aber auch nicht sehr verwundert, wenn man die Biografie der einzelnen Bandmitglieder, vor allem von Weiland, betrachtet. Die Songs von VELVET REVOLVER sind bis auf wenige Ausnahmen - wie „Fall to pieces“ - sehr rockig und schnell, allerdings sind es natürlich nicht Guns´n Roses. Weilands Stimme ist melodischer als die von Rose (um den naheliegenden Vergleich auch hier anzubringen) und was die Show auf der Bühne betrifft, steht er ihm um nichts nach. Sie rockten mit Songs wie  „Big Machine“, „Set me free“, “Do it for the kids“ und der ersten Single “Slither”. Natürlich durften zwei Cover von den Stone Temple Pilots nicht fehlen, sowie zwei  von Guns´n Roses: „It´s so easy“ und „I used to love her“. Und, sind wir mal ehrlich, wenn Slash, McKagan und Sorum diese Songs mit Unterstützung von Weiland und Kushner spielen, dann fühlt sich das irgendwie „richtiger“ an, als wenn ein maskierter Riese, der einen KFC-Pappbecher auf dem Kopf trägt und sich sinnigerweise Buckethead (aus Axl Roses neuer G´nR-Formation) nennt „Sweet Child of mine“ spielt, selbst wenn Rose dazu singt.

Mit VELVET REVOLVER sind Guns´n Roses natürlich nicht zurückgekehrt, was aber auch keine realistische Erwartung gewesen wäre, dafür aber ist die Rockwelt um eine großartige Band reicher geworden.

(by: Beatrice Mussgnug  - 17.09.2004)

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SUMMER BREEZE
19.-21.08.04 - Abtsgmünd

Wie jedes Jahr gegen Ende August fielen auch dieses Jahr wieder größtenteils schwarzgekleidete Gestalten in dem kleinen, sehr ländlichen Abtsgmünd (ca. 30 km von Aalen) ein, um beim Summer Breeze-Festival die insgesamt 50 Bands, hauptsächlich aus dem Metal Bereich, zu sehen. Das Summerbreeze hat 2 Bühnen, die MAIN- und die PAIN-STAGE, die relativ nahe beieinander stehen, weshalb immer abwechselnd auf einer gespielt und auf der anderen auf-/abgebaut wird. So kann es nicht zu Überschneidungen kommen und man kann theoretisch wirklich jede Bands sehen.

Die allgemeine Stimmung beim Summerbreeze war wirklich super, sowohl die Festivalbesucher als auch die Securitys auf dem Festivalgelände und auf dem Campingplatz waren sehr friedlich und es gab kaum unangenehme Zwischenfälle oder irgendwelchen Stress. Das Wetter allerdings ließ leider an den drei Tagen oft zu wünschen übrig; plötzliche Regengüsse oder länger andauernder Nieselregen wechselten sich ab mit strahlendem Sonnenschein.

Da die Jungs von Crematory nach ihrer im Jahr 2001 angekündigten Auflösung es sich doch anderes überlegt hatten und dann statt dessen ein Jahr später mit einem neuen Album im Gepäck zurückkamen, wurden sie von ihren Fans ungeduldig erwartet. Crematorys Musik könnte man beschreiben als Gothic-Todes-Metall mit EBM Einflüssen. Sie spielten einige alte Songs wie „Tears of time“, die bei den Zuschauern wahre Begeisterungsstürme hervorriefen, sowie Songs vom neuen Album „Revolution“  wie die Single „Greed“. Zum Abschied gab's dann auch noch als Zugabe einen Cover des Sisters of Mercy Klassikers „Temple of Love“, der sich auch auf dem Crematory Album „Awake“ wiederfindet.

Nachdem Crematory die Mainstage verlassen hatten, erschienen auch schon die „Spielleute“ der Mittelalterrockband Saltatio Mortis (lat.=Totentanz) auf der Painstage. Die Jungs mit ihren Dudelsäcken spielten gutgelaunt eine gute Mischung alter Songs und einige vom aktuellen Album „Das Erwachen“. Auch ein Feuerwerk und Feuersäulen fehlte bei der Show nicht; schade allerdings dass es noch nicht dunkel war und es so nicht richtig zur Geltung kommen konnte. Die Band wurde nicht müde, das Publikum zwischen den Songs zu “Schweinskram“-rufen aufzufordern und zeigten sich allgemein als sehr humorvoll. 

Am frühen Abend betraten die schwedischen Death Metaller von Hypocrisy die Main Stage. Peter Tägtgren und seine Jungs, die seit 1992 ein Album nach dem anderen released haben und Tour um Tour spielten, legten wie zu erwarten war, eine sehr gute Show hin. Die Stimmung war sehr gut, genauso der Sound, Hypocrisy waren mit Sicherheit einer der Höhepunkte des Summer breeze Festivals. Auch die äußeren Umstände meinten es gut mit der Band; bei den Klängen von “Fire in the sky“ riss der Himmel auf und man konnte die Sonne blutrot untergehen sehen.

Die vorletzten am Freitag Abend waren die Suizid-Metaller von Sentenced. Fast pünktlich in dem Moment in dem die Jungs auf die Bühne kamen, begann es zu nieseln und hörte auch fast erst am Ende der Show wieder auf. Die Finnen spielten eine mitreißende Show, deren Mittelpunkt unbestritten der charismatische Sänger Ville Laihiala war, der mit seiner rauen, gefühlvollen Stimme die Fans in seinen Bann zieht, wenn er über Selbstmord singt. Im Winter werden Sentenced im Studio ihr neues Album aufnehmen, von dem man auf dem Summerbreeze schon einige Songs hören konnte und die einiges verheißen. Als Opener für die Show wurde „The Suicider” gewählt, es folgte eine gute Mischung aus Songs aus fast allen der 7 bisherigen Alben.

Die Happy - Die Ulmer Jungs und ihre Sängerin Marta Jandova passten nicht so recht zum restlichen Line-up des Festivals (obwohl es nicht der erste Auftritt der deutschen Rockband auf dem Summerbreeze war) und man merkte doch recht deutlich, dass das viele der Festivalbesucher genauso sahen. Die Happy rockten aber trotzdem gut, mit einem blumenverzierten Mikrofonständer und ihrer charismatischen Frontfrau, die recht witzige Sprüche von sich ließ und die das „Ausziehen! Ausziehen!“- Gegröle gekonnt ignorierte. Man merkt dieser Band ihre jahrelange Erfahrung wirklich an.

Six feet Under - Was einst nur als Nebenprojekt des damaligen Cannibal Corpse Sängers Chris Barnes angefangen hat, ist inzwischen eine bekannte Größe geworden und war einer der Headliner des Festivals. Die vier Amerikaner, die seit 1995 bereits 5-Studioalben veröffentlicht haben, wurden vom Publikum heiß erwartet und gebührend empfangen. Zum Ende einer großartigen Show gab es als Zugabe den AC/DC Song TNT.

Mit Ensiferum betrat eine weitere Band aus Finnland am Samstag Abend die Pain Stage, vor der sich schon, wie man den Eindruck hatte, so gut wie alle der sich auf dem Festivalgelände befindenden Personen versammelt hatten. Die Band mit ihrem neuen Sänger Petri Lindroos (davor Sänger bei Norther) spielte eine überragende Show. Kaum eine Band schaffte es, das Publikum so mitzureißen wie Ensiferum mit ihrem melodischen Death Metal.

Wer das Festival bis zum Samstag Abend überlebt hatte, ließ es sich natürlich nicht nehmen, auch bei Danzig die natürlich auf der Mainstage spielten, im Nieselregen zu stehen. Sobald die Band, deren einzige Show in Deutschland auf dem Summerbeeze war, auf der Bühne stand, waren bei vielen der Regen und die Kälte vergessen. Sänger und Danzig- sowie Misfits-Gründer Glen Danzig, Gitarrist Tommy Victor, der mit seiner kabellosen Gitarre unermüdlich vom einen Bühnenrand zum anderen wanderte und das etwas erschöpft wirkende Publikum zu animieren versuchte, Jerry Montano am Bass und Drummer Bevan lieferten eine gute Show ab. Das ein bis zwei mal die Technik nicht mitspielte und Glen Danzig für einige Minuten wieder hinter der Bühne verschwand, war wohl nicht die Schuld der Band. Sie spielten Songs wie „Her black wings“, „Dirty Black Summer“ und natürlich der Klassiker „Mother“.

Die allerletzte Band auf dem Summerbreeze Samstag Nacht waren Finntroll, eine Band, die in den letzten Jahren eine sehr schwere Zeit durchmachen musste; erst wurde beim Sänger Krebs diagnostiziert, dann starb der Gitarrist im Alter von nur 26 Jahren. Beim Summerbreeze erwiesen sie sich als würdiger Abschluss des Festivals. Schon während Danzig auf der Mainstage spielten, warteten auffällig viele Leute vor der Painstage auf die Finnen und irgendwie konnte man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass Finntroll sogar besser besucht war, als der Headliner. Sehr Schade war, dass die Jungs nachdem ihre Spielzeit um war, mitten im Lied abgewürgt wurden.

(by: Beatrice Mussgnug  - 09/2004)

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MOTHER TONGUE
13.08.04 - Marburg, KFZ

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Interview
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unitedpixel ist auf Mother Tongue erstmals 2003 aufmerksam geworden. Sie spielten damals auf dem Lott-Festival im Hunsrück und präsentierten sich sowohl musikalisch als auch personell als außergewöhnliche Band. Der Kontakt zur MOTHER TONGUE war durch die aufgeschlossene und kommunikative Art der Bandmitglieder, allen voran von Gitarrist Bryan Tulao, hergestellt und hatte nun schon über ein Jahr (mehr oder weniger sporadisch) Bestand. Und so hatten wir auf der zweiten Europatour in diesem Jahr, vor dem Konzert in Marburg, die Ehre mit der Band ein Gespräch führen zu dürfen.

Als wir an diesem Freitagabend im KFZ, dem örtlichen Konzertclub mitten in der idyllischen Universitätsstadt, ankamen, war die Band gerade dabei den Soundcheck vorzubereiten. Die Vier machten einen entspannten Eindruck und wir wurden von allen sehr freundlich begrüßt. Die Jungs unterbrachen kurzerhand ihre Arbeit und wir setzten uns in lockerer Runde mit David Gould,  Bryan Tulao, Sasha Popovic und Christian Leibfried zum Gespräch zusammen.

unitedpixel: „Wie läuft die Tour zur Zeit?“

Wir schauen David, Sänger, Basser und Frontmann der Band, erwartungsfroh an. Doch David, eigentlich ein sehr redseliger Mensch, scheint noch etwas Zeit zu brauchen und gibt die Frage kurzerhand an seinen Kollegen Bryan weiter: „Bryan, wie läuft denn deine Tour?“
Bryan: (lacht) „Meine Tour verläuft großartig, und wie läuft deine Tour??“ Wobei die Frage wieder bei Dave gelandet war.
Dave bedankt sich für die Frage und meint: „Meine Tour läuft auch sehr gut.“ Einen Moment hält er inne, um dann fortzufahren. „Nur die Sache mit Christians Fuß tut mir sehr leid für ihn.“ (Anmerkung: Christian hatte sich in München während des Konzerts unglücklicherweise den linken Fuß gebrochen, und muss die restliche Tour wohl im Sitzen spielen.)

unitedpixel: „Im Juli wart ihr schon 10 Tage unterwegs und nun im August seid ihr auch schon wieder 14 Tage ohne Pause auf Tour.  Wie schafft ihr das?“

Dave: „Wenn wir auf Tour sind, leisten wir uns keine freien Tage. Wir sind eine ‚working class band’. Aber nach 5 Tagen merkt man doch schon die körperliche Anstrengungen. Eigentlich hätten wir dann eine Pause nötig. Doch wir brauchen halt das Geld. Aber nach dem 9./10. Konzert haben wir unseren Rhythmus gefunden und uns auch an das Tourleben gewöhnt. Ich hätte nur den Wunsch, die Städte in denen wir spielen, mir näher anzusehen. Aber dafür bleibt leider keine Zeit.“

unitedpixel: „Ihr spielt sehr oft und viel in Deutschland. Habt ihr eine besondere Beziehung zu Deutschland, zu den deutschen Fans?“

Dave: „Ich denke, dass wir ein ganz besonderes Verhältnis zu unseren deutschen Fans haben. Es ist unser erfolgreichstes Land. Hier haben wir durch die Fans den größten Erfolg. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir genießen diese Aufmerksamkeit uns gegenüber und das Interesse an unser Musik sehr.“

unitedpixel: „Was wir aus eigener Erfahrung gerne bestätigen können ist, dass ihr den Kontakt zu den Fans gerne sucht und auch aufrecht erhaltet. Ihr findet sogar die Zeit, um auf emails individuell zu antworten. Das ist sehr nett und auch erstaunlich.“

Bryan: „Ja, ich versuche jedem zu antworten; doch das kann allerdings auch mal ein paar Wochen dauern. Wir sind uns der Tatsache sehr gut bewusst, dass wir ohne unsere Fans nicht existieren würden. Wir als Band versuchen auch oft nach den Konzerten mit den Fans noch persönlich zu reden. Oftmals sind die Fans über diese Nähe erstaunt, weil sie es von anderen Musikern nicht gewohnt sind. Aber wir sind keine abgehobene Koks-nehmende und Orgien-feiernde Band.“

unitedpixel: „Ihr stammt aus den USA, aus Kalifornien. Tourt ihr auch in den Staaten?“

Bryan: „Nein, eher weniger. 1994 hatten wir mal eine Tour durch die USA als Supportband. Aber das machen wir nicht mehr. Wir spielen auch ganz selten in unserer Heimatstadt Los Angeles. Wenn wir dann aber mal in L. A. spielen, machen wir das um uns auf die kommende Tour vorzubereiten. Solche Konzerte in L. A. dienen uns auch, um neue Songs vorzustellen, und um sie live zu spielen, bevor wir ins Studio gehen. Auch um rauszufinden, wie die Fans auf die neuen Songs reagieren und ob und was noch verbessert werden kann. Aber das passiert nur so alle 6 Monate.“

unitedpixel: „Es ist ein neues Album von Mother Tongue angekündigt. Ihr seid mit eurer Musik sehr experimentell und beansprucht stilmäßig eine große Bandbreite. Wird das neue Album eine Fortführung des gewohnten Stils sein, oder kann man etwas Neues erwarten?“

Bryan: „Die Frage ist schwierig zu beantworten. Jede Platte ist etwas Neues. Jeder in der Band hat seinen eigenen, persönlichen Stil. Aber es finden sich nach wie vor Elemente aus Rock, etwas Psychidelisches, einige Heavy-Passagen sowie Funk- & Soul- und auch Blueselemente. Es ist nicht so, dass wir sagen, lasst uns einen Rocksong schreiben. Die Songs wachsen, sie entwickeln sich; meistens bei diversen ungezwungenen Jams. Dave und ich schreiben jeweils die Songs; wir liefern sozusagen das Grundgerüst. Dann wird die gesamte Band einbezogen und dabei verändert sich der Song oftmals wieder, weil die unterschiedlichen Stilrichtungen der einzelnen Bandmitglieder darin einfließen. Eine neu eingebaute oder veränderte Passage ergibt wiederum oft an anderer Stelle ein neues Stilelement. Auf dem neuen Album werden z. B. Songs veröffentlich, die sehr alt sind, aber noch nie live gespielt wurden und noch nie auf einer Platte erschienen sind. Es wird voraussichtlich eine Doppel-CD sein.“

unitedpixel: „‚Now or never’ ist der Titel der aktuellen EP – Das klingt sehr kompromisslos. Was bedeutet dies? Wie ernst ist dies gemeint?“

Bryan gibt die Frage an Dave weiter. Dave: „‚Now or never’ bezieht sich schon ganz stark auf unsere Band und unsere Situation. Wir sind momentan an einem Punkt angelangt, wo wir  voran kommen wollen und auch müssen. Im Grunde ist es wörtlich gemeint – jetzt oder nie. Ich denke, dass wir mit der Band - wie jeder im Leben - unterschiedliche Phasen durchschreiten. Manchmal muss man sich entscheiden; eine Chance ergreifen oder mit der Verfolgung eines Zieles einfach aufhören. Für mich ist es eine sehr motivierende Aussage.“

unitedpixel: „Euch wurde mal vorgeworfen, die kommerzielle Seite der Musik zu vernachlässigen. Welchen Stellenwert hat der kommerzielle Erfolg heute für euch?“

Dave: „Grundsätzlich ist der Erfolg schon wichtig. Für uns sind aber nicht nur die Verkaufszahlen entscheidend. Dabei haben wir aber auch nicht die Einstellung, dass kommerzieller Erfolg etwas Schlechtes ist. Wir wollen mit unserer Musik einfach so viele Menschen erreichen wie möglich. Im Vergleich zu Bands, die sagen, dass es für sie überhaupt keine Rolle spielt, kommerziellen Erfolg zu haben, stehen wir durchaus dazu. Wir hatten über Jahre hinweg mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen; auch in kommerzieller Hinsicht. Wir möchten als Band, dass unsere Musik und die damit verbundene Botschaft viele Leute erreicht. Aber ich gehe nicht davon aus, dass wir jemals eine kommerziell sehr erfolgreiche Band werden.“

unitedpixel: „Es hieß auch mal, dass ihr von Eurer Musik alleine nicht leben könnt. Ist das immer noch so?“

Bryan: „Ja, leider können wir von unserer Musik noch nicht leben. Wir fahren nicht nach Hause in unserer Penthouse, um uns von der Tour zu erholen, sondern wir haben alle ganz normale Jobs neben der Musik. Wir nehmen Urlaub, um auf Tour gehen zu können.“

unitedpixel: „Aber wie funktioniert das? Denn in den USA gibt es nur sehr wenige freie Tage (Anmerkung von unitedpixel: so ca. 15 bis 25 Urlaubs- und Feiertage)“

Bryan: „Wir setzen schon jedes Mal mehr oder weniger unsere Jobs auf’s Spiel, um auf Tour gehen zu können. Einer unser Bandmitglieder meldete sich mal krank, um mit uns auf Tour gehen zu können. Er musste dann aber jeden Tag beim Arbeitgeber anrufen und so tun als wäre er zu Hause in L. A.“

Dave ergänzt: „Wir haben sehr großes Glück mit unseren Arbeitgebern, die gegenüber unserer Musik sehr viel Verständnis zeigen und unsere Aktivitäten durchaus unterstützen.

Bryan: Ja, sie verstehen, dass unsere Musik die Leidenschaft unseres Lebens ist.

Aber dennoch brauchen wir die Jobs, um unsere Existenz zu sichern, weil wir mit unserer Musik noch nicht genug verdienen.“

unitedpixel: „Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem deutschen Label NOISOLUTION?“

Dave: „NOISOLUTION ist nicht mehr unser Label ...

Wir hatten den Vertrag für 2 Alben – ‚Streetlight’ und ‚Ghostnote’. Und zur Zeit haben wir kein Label. Wir werden uns um einen neuen Vertrag kümmern, wenn die Produktion bzw. Vermarktung der neuen CD beginnt.“

unitedpixel: „Bryan, es kursieren einige merkwürdige Storys über den ‚Brown Wizard’. Erzähl doch mal was es damit eigentlich auf sich hat.“

Bryan: (lacht) „Wer ist das? ... ‚The Brown Wizard’ ist nur mein Spitzname, den mir mein bester Freund mal gegeben hat, weil ich meinen Namen schon immer gehasst habe. Nichts gegen die Bryans dieser Welt, aber für mich beinhaltet der Name Bryan irgendwie die Essenz von Dummheit. Als kleiner Junge habe ich meine Eltern immer gefragt, warum habt ihr mich Bryan genannt, wie konntet ihr mir das antun. Und deshalb hatte ich schon immer Spitznamen. Aber es gibt Leute, selbst engere Freunde, die meinen richtigen Namen gar nicht kennen.“

unitedpixel: „Und dein Nachname – Tulao – wo kommt der eigentlich her?“

Bryan: „Mein Vater kommt ursprünglich von den Philippinen.“

unitedpixel: „Eure Musik wird oft als „Psycho-Blues“ bezeichnet – trifft dies auch aus eurer Sicht zu oder wie bezeichnet ihr selber eure Musik?“

Bryan: „Ich weiß gar nicht, was Psycho-Blues sein soll.“

Dave mischt sich wieder ein: „Ich würde sagen, es ist mehr ‚Crazy-Jazz’.“

Bryan: „Das habe ich auch schon immer gedacht.“

Dave: „Nein, ich mag diesen Begriff ‚Psycho-Blues’. Ich weiß nicht warum, aber für mich hört sich das cool an. Ich liebe Blues. Und ich mag das Wort ‚Psycho’. Für mich beinhaltet dieser Begriff im positiven Sinne eine gewisse musikalische Aggressivität. Ein härterer, schnellerer Jimi Hendrix-Sound. Der Begriff gefällt mir wesentlich besser, als ‚Soft-Rock’, wie manche Leute unsere Musik auch bezeichnen.“

unitedpixel: „Bryan, Du bist wie auch Dave mehrfach tätowiert. Haben die einzelnen Tattoos eine Geschichte/eine Bedeutung?“

Bryan antwortet mit einem verschmitzten Lächeln: „Ehrlich gesagt, eigentlich sind wir gar nicht tätowiert. Wir ziehen uns nur bedruckte T-Shirts an, das es so aussieht.“

Dave meint ironisch: „Als Bryan in die Band kam und ich seine Tattoos sah, war mir klar: das ist unser Mann. Die Frauen werden voll auf ihn und seine Tattoos abfahren. (Bryan lacht). Und da dachte ich bei mir, Hey, ich brauche auch solche Tattoos. Weil, dieser Typ zieht die Frauen an. Und wenn dann noch dazu der Gittarist ohne Shirt spielt, sieht er wie ein griechischer Athlet aus. Und ich sagte zu mir selbst, ich will so sein wie er.“

unitedpixel: „Wie geht’s nach dieser Tour mit MOTHER TONGUE erst mal weiter?“

Bryan: „Wahrscheinlich werden wir noch mal einige Konzerte in L. A. geben, um uns damit, wie schon erwähnt, auf die kommenden Studioarbeiten zum neuen Album vorzubereiten. Wir werden die neuen Songs z. T. live vorstellen – obwohl wir schon einige neue Songs auf dieser Tour live gespielt haben.“

(by: Vera Neumann, Dietmar Schäfer - 08/2004)

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Konzert
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Nachdem MOTHER TONGUE bereits u. a. in Hamburg, München und auch Amsterdam ihre Fans zu einem Psycho-Blues-Abend eingeladen hatte, waren die „Californier Dream Boys“ am heutigen Freitag Abend nun auch in dem beschaulichen Universitätsstädtchen Marburg zu Gast - und das aufgrund des großen Publikumsinteresse schon zum dritten Mal.

In dem restlos ausverkauften KFZ hatten sich die Mother Tongue-Junkies (und solche, die es noch werden wollten) eingefunden und warteten auf ein abwechslungsreiches und energiegeladenes Event.

Wie gewohnt betrat Frontmann und Sänger Dave die Bühne mit dem obligatorischen Hut; doch seinen tätowierten Oberkörper behielt er entgegen der sonstigen Bühnegewohnheit mit einem - wenn auch aufgeknöpften - Hemd weitestgehend verdeckt. Doch Sasha, Christian und insbesondere der durchtrainierte Bryan zeigten erwartungsgemäß Haut und spielten, sicher zur Freude manch weiblicher Besucher, oben rum textilfrei.

Nach dem Motto ‚Back to the roots’ ging’s bei diesem Konzertabend mit  “In the Night time” gleich richtig los. David Gould – Bass u. Gesang, Bryan Tulao – Gitarre u. Gesang, Sasha Popovic – Schlagzeug sowie Christian Leibfried – Gitarre u. Gesang brachten die 350 Besucher auch ohne Supportband schnell in Stimmung. Es folgten Hits wie z. B. “Crumble”, „The Void“ und „Casper“. Dabei ist das langjährige Zusammenspiel der vier Amerikaner so professionell, dass sie ohne Probleme sogar auf Zuruf der Zuschauer ihre Songs spielten und dies mit einer ungewöhnlichen Routine umsetzten. Lediglich ein Blickkontakt reichte oft aus; eine Setlist war hier nicht erforderlich.
Aber die Besucher kamen auch schon in den Genuss einiger neuer Songs vom kommenden Album; und diese wurden nicht minder begeistert von den Fans aufgesogen.
Die Stimmungshöhepunkte des Abends, von denen es gleich mehrere gab, wurden durch etliche enthusiastisch tanzende, singende und feiernde Fans mit Stage Diving gekrönt. Ein Zuschauer wurde sogar von Dave auf die Bühne ans Mikrofon gebeten, doch dieser wollte wohl mehr seine Textsicherheit, als sein gesangliches Können präsentieren. Aber Spaß hatte es allen gemacht.

Das KFZ überzeugte an diesem Abend auch durch einen hervorragenden Sound und sorgte aufgrund der übersichtlichen Größe für eine ansprechende und fast schon private Clubatmosphäre. Auch die Musiker hatten ihren Spaß bei der Show und performten mit einer phantastischen Bühnenpräsenz. Einzig der Gitarrist Christian war in seinem Bewegungsdrang leider deutlich gehandicapt. Er musste das gesamte Konzert im Sitzen spielen, da er sich beim Gig in München den linken Fuß gebrochen hatte. Aber irgendwann hielt es ihn nicht mehr auf dem Stuhl – auf einem Bein humpelnd ließ er sich von der angeheizten Stimmung für einen kurzen Moment tragen. Nach einer ausgiebigen Zugabenvariation und nach über 2 Stunden war genug Schweiß geflossen - sowohl auf als auch vor der Bühne.

Doch Bryan Tulao mischte sich später - wie so oft - noch unters Publikum an der Theke und erkundigt sich bei den Fans, wie ihnen das Konzert gefallen hat. „Yes, Bryan, it was really great!”

(by: Vera Neumann, Dietmar Schäfer - 08/2004)

Eine kleine Fotoserie vom Konzert findet ihr hier.

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LOTT 2004
30.07.-01.08.04 in Raversbeuren

Das Lott-Festival, oder wie eingefleischte Wiederholungsbesucher sagen -  „die Lott“, fand in diesem Jahr bereits zum 28. (!) Mal statt. Ich fand allerdings zum ersten Mal den Weg nach Raversbeuren, dem kleinen Hunsrückdörfchen in der Nähe des Flugplatzes Hahn.

Wettermäßig waren wir in diesem Jahr bislang ja nicht unbedingt verwöhnt gewesen. Und weil das Wetter in dieser letzten Juli-Woche dann doch so genial wurde und die Wetterfrösche mindestens bis zum Wochenende Sonne satt vorhersagten, fuhren wir bereits am Donnerstag Abend in den Hunsrück, um das Festival von Anbeginn zu erleben und ein paar schöne Tage zu verbringen. Durch unsere frühe Ankunft hatten wir noch fast die freie Platzauswahl, und konnten unseren Camper einigermaßen eben abstellen. Zelte und Wohnmobile wurden auf dem Gelände mehr oder weniger konsequent getrennt. Die Campingwiese lag direkt im Anschluss an das Festivalgelände und gestattete der ersten Zeltreihe einen Logenplatz - und Dauerbeschallung bis spät in die Nacht. Die Wohnmobilisten, deren Wiese größtenteils auch nicht viel ebener war, mussten zwar  ein paar Meter gehen, dafür lag sie aber nicht im direkten Schallbereich der Bühne.

Den musikalischen Auftakt am Freitag Abend machte die Punkrock-Band RASKOB RAILS aus Wittlich. Um 19:30 Uhr hatten sich zwar noch nicht so viele Besucher vor der Bühne versammelt, aber einige Fans waren schon da und leisteten zumindest moralische Unterstützung. Leider bot die Technik den Jungs nur einen dürftigen Sound; der hätte zumindest die ein oder andere technischen Unzulänglichkeit wett gemacht.

 

Deutlich mehr Zuspruch – alleine schon aus stilistischen Gründen – fanden ALEV als nächste Band beim Publikum. Wies der Platz direkt vor der Bühne zu Beginn des Auftritts noch großzügige Lücken, änderte sich das nach jedem Song mehr und mehr. Und dies lag nicht nur an der äußerst attraktiven Sängerin und Namensgeberin Alev. Die Band aus München, die auch immer wieder mit DIE HAPPY auf Tour und in ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland äußerst erfolgreich unterwegs is, überzeugte erwartungsgemäß durch eine gelungene Show mit eingängiger und abwechslungsreicher Rockmusik. Der Lohn dieses Auftrittes war die Forderung nach weiteren Zugaben.

Weiter im Programm ging’s mit VIRGINA JETZT! Die Band, die mit „Gitarrenpop mit deutschen Texten“ vom Veranstalter angekündigt wurde, machte mich neugierig, da dieser Name in den Festivalkalendern dieses Sommers oft genannt wurde. ‚Gitarrenpop’ war ja durch Bands wie Muff Potter, Mia, Wir sind Helden oder auch Sportfreunde Stiller momentan sehr angesagt. Zwar setzten sich VIRGINIA JETZT! erfreulicherweise von diesen Bands dadurch ab, dass der bzw. die Sänger auch tatsächlich singen konnte/n. Doch war deren Musik mehr als seicht – irgendwie mächtig weichgespült. Und alles hörte sich auch ähnlich an. Zeitweise fragte ich mich, ob das hier eine Schlagerparade sein sollte; Langeweile machte sich breit. Auch die ausschweifenden Kommentare und überflüssigen Ansagen zwischen den Songs hätten sich die Jungs besser verkniffen. Der Höhepunkt des Auftrittes - wenn auch nur aus geographischer Sicht: Der Gitarrist steigt für ein paar Akkorde auf’s Keyboard – wohl ein echter Rock’n Roller. Die Enttäuschung eines Zuschauers brachte dieser zum Ausdruck, indem er aus einer der vorderen Reihen mitten im Song den Inhalt einer vollen Wasserflasche auf den Sänger schleuderte. So richtig glücklich war der Sänger darüber dann auch nicht. Lediglich bei der Zugabe, die dann doch einige Fans forderten, kam mit den neuen Songs des anstehenden Albums ein bisschen Abwechslung; doch leider zu spät und einfach zu wenig.

Mittlerweile war es auf der Festivalwiese auch richtig voll geworden. Wieder gab es eine musikalische Stiländerung. SHARRIE WILLIAMS & THE WISEGUYS fanden dann bei einer größeren Zuschauermenge wieder verstärkt Zuspruch. Mit Soul, Blues und Funk heizte die afroamerikanische, schwergewichtige Sängerin mit ihrer brillanten und kraftvollen Stimme mächtig ein. Eindrucksvoll auch hier: der Keyboarder, der scheinbar aus jeder Lage und Stellung sein Tasteninstrument beherrscht.

Mittlerweile waren es schon 2:00 Uhr und die letzte Band MEGAPEARLS stand noch aus. Doch wir hatten für den ersten Festivaltag genug und verzichteten auf die Electrocombo aus Mannheim. Wir traten den Rückzug an und legten uns ab.

Während bei anderen Festivals penibel darauf geachtet wird, dass die Leute keine eigenen Getränke und Speisen aufs Gelände mitnehmen dürfen, zeichnet sich die Lott auch dadurch aus, dass den Besucher hier völlige Freiheit gelassen wird. So ließen sich die Zuschauer mit Decken und großen Kühltaschen ausgerüstet auf der Wiese nieder. Aber das wäre noch nicht mal nötig gewesen. Denn zumindest die Getränkepreise waren mehr als fair. So zahlte man hier für ein Bier in der 0,3 Liter-Flasche gerade mal 1,30 Euro; für Cola, Limo und die Halbliter Flasche Mineralwasser ging für 1,- Euro über die Theke! Für das leibliche Wohl sorgten neben der klassischen Pommesbude auch qualitativ hochwertige Fischspezialitäten, mexikanisches und indianisches Essen. Unsere besondere Aufmerksamkeit gewann aber der Stand mit super-leckeren Fruchtweinen. Auf unsere besondere Zustimmung stieß auch der mobile Bäckerwagen, der am Samstag und Sonntag Morgen seine Runde drehte und uns mit frischen Brötchen versorgte. Nur blöd, dass wir den Sonntag verpennt hatten.

Auch der Preis für das komplette Wochenendticket, welcher das Festival und Camping einschloss war mit 18,- Euro konkurrenzlos. Den einzigen Kritikpunkt, den ich finden und leider auch erleben musste, war die Tatsache, dass es für alle (!) Besucher lediglich eine Open Air-Dusche mit eiskaltem Wasser gab. Aber dies hatte wiederum den Vorteil, dass man zum Duschen nicht lange anstehen musste.

Das Programm am Samstag startete bereits um 13:00 Uhr. Nach dem Motto ‚freie Bühne’ wurde hier den Nachwuchsbands aus der Region die Möglichkeit geboten, vor einem größeren Publikum aufzutreten. Den Anfang machten KEIN PLAN. Nun was soll ich sagen? – Also, mir bluteten die Ohren. Klar, die Erwartungen an junge Bands sind eingeschränkt und die Toleranzgrenze senkt man dementsprechend auch gerne ab. Doch was KEIN PLAN insbesondere mit dem Gesang da zum Besten gab, war echt erschreckend!

Im Anschluss spielten dann noch RED FUSE (Rock), MARY GREENWOOD (Rock) sowie KLAUS DER GEIGER (Straßenmusik) und COWBOYS ON DOPE (Country Rock). Allerdings zogen wir es vor, den Nachmittag auf  dem Campingplatz zu verbringen – obwohl ich mir COWBOYS ON DOPE alleine schon wegen des Namens gerne angesehen hätte.

Das Hauptprogramm startete am Abend mit ME AND CASSITY (Akkustik-Pop). Wir schafften es dann aber doch erst zu GOOZE FLESH (Mainstream Rock-Pop), da wir noch in aller Ruhe gegrillt hatten. Die Band war zwar technisch sehr gut, doch musikalisch nix Besonderes -  gute Hintergrundmusik.

Der Hauptact des Abends, zumindest was die Publikumsreaktionen  betraf, waren PANTEON ROCOCO aus Mexico. Das Publikum ging mächtig ab; die Leute vor der Bühne hüpften unaufhörlich und begeistert im Takt; die Arme hielten nicht still. Nicht weniger als 12 (in Worten: zwölf) Musiker – vielleicht waren es auch zeitweise etwas mehr, aber der leckere Fruchtwein zeigte zwischenzeitlich sehr deutlich seine Wirkung – zeigten, dass auch Ska mit südamerikanischen Einflüssen ohne weiteres die Leute mitreißen kann. Und das ging sogar soweit, dass sich einige Leute das Stagediving nicht nehmen lassen wollten.

Zu fortgeschrittener Stunde wurde es mit ALTERNATIVE ALLSTARS wieder übersichtlicher auf der Bühne. Die 3 Jungs lieferten soliden und einwandfreien Rock, schafften es aber nach PANTEON ROCOCO leider nicht, die Stimmung der Leute auf dem erreichten Niveau zu halten.

Auf die dann folgenden Bands haben wir wieder verzichtet. So mussten NO JAZZ und KAGERMANN & FRIENDS, die bis spät in die Nacht spielten, ohne uns auskommen. Aber es waren ja noch genug andere Besucher da.

Der Sonntag gestaltete sich dann zum reinen Familientag. In der Mittagszeit spielten die CRAZY CRIZZY & THE CRIZZLY BEERS ein Rock’n Roll-Brunch, während wir uns auf der Festivalwiese ein Plätzchen im Schatten suchten.

„The true blue hippie-festival“ – das jedenfalls sagte Bryan Tulao von MOTHER TONGUE mit einem Augenzwinkern über die Lott, nachdem er im letzten Jahr mit seiner Band dort spielte. Ein reines Hippie-Festival ist es allerdings nicht (mehr). Vielmehr ist das Festival familienfreundlich und auf ein vielschichtiges Publikum ausgerichtet. Der Spaßfaktor steigt, je aufgeschlossener und toleranter man gegenüber unterschiedlicher Musikrichtungen ist. Die Lott ist nicht mehr das kleine, aber dennoch ein feines Festival. Und hier steht nicht die Musik im Vordergrund, sondern die lockere und entspannte Festivalatmospähre. Die Location ist genial; die Festivalwiese liegt abseits und gestaltet sich kesselartig, so hat man überall beste Sichtbedingungen. Wir werden im nächsten Jahr sicher wieder kommen.

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ZILLO 2004
16.-18.07.04 Freilichtbühne Loreley

Nachdem es 2003 nach der 9. Auflage des ZILLO kein Festival gab, wurde das Wave- und Gothic-Event für 2004 wieder ins Leben gerufen und damit dann auch das 10-jährige Jubiläum gefeiert. Neu war dieses Jahr – wie auch schon mehrfach zuvor – erneut die Location. Für den runden Geburtstag fand die Redaktion des ZILLO-Musikmagazins mit der Freilichtbühne LORELEY hoch über dem Rhein bei St. Goarshausen und umrahmt von geschichtsträchtigen und sagenumwobenen Burgen die ideale Umgebung. Unter dem Motto "DEADLY GOOD MUSIC" feierten Fans bei äußerst wechselhaftem Sommerwetter u. a. mit SKINNY PUPPY, WITHIN TEMPTATION, LONDON AFTER MIDNIGHT, ALIEN SEX FIEND, IN EXTREMO u. v. m. Aus ganz Deutschland und zum Teil auch aus dem angrenzenden Ausland kamen die Fans der dunklen Musik.

Steht bei ‚gewöhnlichen’ Festivals eher die Musik im Vordergrund geht es bei den Gothic-Festivals insbesondere auch um’s Sehen und Gesehen werden. So wurde das ZILLO wieder zur kleinen Modenshow der skurrilen und abgefahrenen Kostüme und Outfits. Die Farbe Schwarz dominierte hier eindeutig und erwartungsgemäß die Szenerie. Auffallen war angesagt, und da musste man sich etwas einfallen lassen. Lack, Leder und auch der spezielle Hauch von Nichts waren dabei bevorzugtes Material. Aber auch pompöse Kostüme aus dem Mittelalter wurden präsentiert. Und natürlich gab es einen ganz tiefen Griff in den Schmickkoffer – ob Männlein oder Weiblein machte dabei keinen Unterschied mehr. Wer noch nicht das nötige Outfit hatte, konnte sich an etlichen Verkaufständen mit den entsprechenden Accessoires oder ganzen Kostümen gleich ausstatten. An diesen Ständen hätte sich aber der ein oder andere Musiker ruhig auch mal mit Szene-Klamotten eindecken können. Das Bühnen-Outfit von SUICIDE COMMANDO zum Beispiel war hier doch ziemlich langweilig, und irgendwie auch völlig unpassend. Doch die Mehrheit der Bands setzte sich schon mehr als erwartungsgemäß in Szene.

Die Kleidung dem Wetter entsprechend auszusuchen war an diesem Wochenende zum Teil aber etwas schwierig. Knallte am Samstag Nachmittag die Sonne unbarmherzig vom Himmel und ließ insbesondere die Latexfraktion entsetzlich in Ihren Kostümen schwitzen, ergoss sich am Abend ein heftiger Schauer mit orkanartigen Windböen über die Loreley, so dass manch' toupierte Frisur sich erst mal verabschiedete. Auch ein Verkaufsstand hat diesen Sturm nicht überlebt; das Rohrgestänge knickte ein – und das war’s dann leider gewesen.

Doch war es ja kein Kostümfest, sondern immer noch ein Musikfestival  - wenn auch eines der anderen Art. So begann das Wochenendprogramm am Freitag Abend mit einem Newcomercontest, den die Schweizer Band METALSPÜRHUNDE für sich entscheiden konnten. Und das sogar mit der schwierigen Aufgabe als Opener des gesamten Festivals!

Die Stars der Szene kamen dann am Samstag und Sonntag auf die Bühne. Interessanterweise ist es der ZILLO-Organisation gelungen SKINNY PUPPY und ALIEN SEX FIEND exklusiv für das Wochenende zu verpflichten. SKINNY PUPPY, die in der Vergangenheit nicht unumstritten waren und einige Zeit von der Bildfläche verschwunden waren, nutzten die Chance und machten nach einer neuen CD im Frühjahr auf der Loreley ihr Comeback perfekt. Doch auch allgemein verträglichere Musik wurden von IN EXTREMO und WITHIN TEMPTATION, die mit einer sehr ansprechenden Bühnendeko, Bildprojektion und nicht zuletzt der fabelhaften Stimme der zauberhaften Sharon den Adel glänzten, dargeboten. Alles in allem eine facettenreiche und ausgewogene Auswahl aus der ‚Dark-Music-Scene’ - von total abgefahren bis hin zu fast schon mainstreamtauglich.

Alles in allem war das Festival ein gelungenes Event. Insbesondere die Location trug zu einer entspannten und stressfreien Veranstaltung bei. Durch die stufenförmige Anordnung  des Zuschauerbereiches hatte man von jedem Standpunkt eine ideale Sicht. Dichtes Gedränge war dort gar nicht möglich. Wer’s dennoch mochte, ging runter direkt vor die Bühne. Die war allerdings relativ weit vom Publikum entfernt; was sich aufgrund der fest installierten Absperrung und der Geländegegebenheit auch leider nicht so einfach ändern lässt. Aber dafür ist die Akustik an jedem Standort einwandfrei.

Positiv auch und bei Open-Air-Veranstaltungen dieser Größe nicht immer selbstverständlich: Die Camping- und Parkplätze lagen in unmittelbarer Festivalnähe und waren auf relativ kurzem Weg schnell erreichbar.

Auch der Veranstalter war mit dem Festival insgesamt und im Besonderen mit der Location sehr zufrieden. So wurde die Absicht geäußert, dass man auch 2005 mit dem ZILLO wieder zur Loreley kommen möchte.

Und von folgenden Bands gibt es jeweils auch eine kleine Fotoserie vom ZILLO 2004

SUICIDE COMMANDO - BLUTENGEL - LONDON AFTER MIDNIGHT -
ALIEN SEX FIEND - IN EXTREMO - WITHIN TEMPTATION

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MONSTER MAGNET
21.06.04 – Wiesbaden, Schlachthof

Hatte das 98er-er Album POWERTRIP mit mehreren Hammer-Songs wie z. B. CROP CIRCLE und natürlich SPACE LORD noch Maßstäbe gesetzt und sicherlich einen Glanzpunkt in der Karriere von MONSTER MAGNET eingefahren, war die nachfolgende Veröffentlichung GOD SAYS NO (die GREATEST HITS-Scheibe lassen wir hier mal außen vor) für Monster Magnet- und Hard Rock-Fans nicht gerade das gelbe vom Ei. Umso gespannter waren die Fans nach langer Wartezeit auf das neueste Album MONOLITHIC BABY und die entsprechende Tour. Zwar war MONSTER MAGNET bereits im März diesen Jahres in Deutschland mit den neuen Songs unterwegs, doch stand diesmal eine kleine Serie von 5 Clubkonzerten an. Den Anfang machte hier der metal- und rockerprobte Schlachthof in Wiesbaden.

Aufgrund der guten Resonanz von der vorausgegangenen Tour war das Konzert auch ziemlich schnell ausverkauft und die Fans in entsprechender Vorfreude. Kamen die Leute wohl ausschließlich wegen den US-Rockern um Dave WYNDORF zum Schlachthof, war es dann doch schade, dass der angekündigte Support von PRIMEsth nicht stattfand. Irgendwie hatte es da wohl ein paar Missverständnisse gegeben; auf dem Plakat waren sie jedenfalls angekündigt. Da laut Veranstalter in der Kürze der Zeit kein angemessener Ersatz gefunden werden konnte, versuchte man die Leute mit Konservenmusik in Konzertlaune zu bringen und auf MONSTER MAGNET einzustimmen.

Angekündigt waren die Hauptakteure dann für 21:30 Uhr. Aber erst um 21:55 Uhr bewegten sich Dave Wyndorf (Gesang u. Gitarre), Ed Mundell (Gitarre), Phil Caivano (Gitarre), Jim Baglino (Bass) und Bob Pantella (als noch relativ frischen Neuzugang am Schlagzeug) auf die Bühne. Auf eine Begrüßung, eine Ansage oder ähnliches wartete man allerdings vergeblich. Vielmehr rockte die Combo mit THE RIGHT STUFF vom aktuellen Album MONOLITHIC BABY gleich los. Mit dem nächsten Song DOPES TO INFINITY entwickelte sich bei mir das Gefühl, dass das ein richtig amtlicher Konzertabend werden könnte. Dave Wyndorf warf sich deutlich und unübersehbar in Pose. Die langsam aber sicher immer kürzer und etwas dünner werdenden Haare wehten showerprobt im Ventilatorwind. Nach einigen Songs richtete Dave, der sich vor, während und nach den Songs immer mal wieder eine Kippe ansteckte, dann doch mal mit ein paar Worte an das Auditorium.

Auch grifft der Frontmann hin und wieder selbst zur Gitarre; obwohl dieser Job von Ed Mundell und Phil Caivano bereits ausgezeichnet erledigt wurde. Seinen fitnesstechnisch deutlich überarbeiten Körper präsentierte er gerne abwechselnd auf den beiden Poser-Podesten. Dabei legt er sich auch schon mal ganz ab und  fing an zu stöhnen – oder war es doch eher ein Röcheln? Die Bewegungen seiner Hüfte waren jedenfalls eindeutig. Dave performt mit jeder Faser seines Körpers und ist mittlerweile nassgeschwitzt; doch leider ließen sich nur wenige Fans von der Show und der Musik anstecken und gingen richtig ab. Die meisten Besucher – das Durchschnittsalter lag bei Ende 20/Anfang 30 Jahren – konsumierten das Konzert eher gelassen und wippten hin und wieder mit dem Fuß. Als von einem Hardcore-Fan der Inhalt seines halbvollen Bierbechers aus der Menge nach hinten geschleudert wird, fanden das wahrscheinlich auch nur die wenigsten wirklich lustig.

Während ATOMIC CLOCK leuchtete Herr Wyndorf mit einem Suchscheinwerfer ins Publikum; vielleicht wollte er nur die Mädels für die Backstageparty aussuchen. Irgendwann zerschlägt er mitten im Song seine Gitarre und schleudert zur Freude einiger Souvenierjäger deren Einzelteile ins Publikum. War zunächst unklar, ob dies aufgrund von Frust wegen der verhaltenen Publikumsaktivitäten oder aufgrund seiner eigenen Euphorie geschah, wurde nach dem Konzert klar, dass es sich um eine geplante Showeinlage handelte. Auf der Gitarre Marke ‚First Act’ steht groß und deutlich „Made in China“!

THIRD ALTERNATIVE ist dann der letzte Song des Hauptblocks. Die Jungs ließen sich aber nicht zu lange bitten, wieder zurück auf die Bühne zu kommen. Sie drehten noch mal auf. Der nächste und überraschenderweise zugleich auch der allerletzter Song – aber immerhin noch ein kleines Highlight - war dann CROP CIRCLE (POWERTRIP). Doch die Fans wollten - verständlicherweise - nicht glauben, dass nach nur 75 Minuten Schluss sein soll. Da halfen auch die lautesten Zugaberufe und das heftigste Pfeifen nichts mehr, die Band blieb verschwunden und SPACE LORD ungespielt.

Fazit: MONSTER MAGNET und allen voran Dave Wyndorf legten sich an diesem Montagabend wieder mächtig ins Zeug. Doch die Songauswahl hätte sicherlich etwas publikumsgerechter ausfallen können. Die erwarteten Hardcore-Hits blieben diesmal in der Tasche. Der Sound war nicht so toll und dazu noch verdammt laut; die Lightshow mit einem Mischmasch aus weitestgehend gelblich-rotem Dauerlicht – hin und wieder mit einem Strobolicht aufgepeppt – hätte auch besser arrangiert werden können.

Hinsichtlich Location und Parkplatzangebot ist der Schlachthof in Wiesbaden aber eine ideale Venue. Auch die Getränkepreise sind hier noch absolut fair.


Die Reste der eindrucksvoll zerschmetterten Gitarre von
Dave Wyndorf werden wohl einen Ehrenplatz erhalten.

Playlist:
The Right Stuff (MONOLITHIC BABY)
Dopes to Infinity (DOPES TO INFINITY)
Twin Earth (JUPERJUDGE)
Elephant Bell (JUPERJUDGE)
On the Verge (MONOLITHIC BABY)
Atomic Clock (POWERTRIP)
Dinosaur Vacuum (JUPERJUDGE)
Cage arround the Sun (JUPERJUDGE)
Radiation day (MONOLITHIC BABY)
Monolithic (MONOLITHIC BABY)
Third alternative (DOPES TO INFINITY)
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1970 (HEADS EXPLODE als Single-Version)
Crop Circle (POWERTRIP)

Eine kleine Fotoserie vom Konzert findet ihr hier.

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ROCK AM RING 2004
04.-06.06.04 auf dem Nürburgring

Vom 4. bis 6. Juni 2004 durfte auf dem Nürburgring wieder gerockt werden. Bereits zum 18. Mal wurde damit auf der Rennstrecke in der Eifel ein Open Air-Festival der Superlative präsentiert. Auf drei Bühnen bot die Marek Lieberberg Konzertagentur in diesem Jahr mit weit über 70 Bands für fast jeden Rockinteressierten eine ansprechende musikalische Zusammenstellung an nationalen und internationalen Stars. So hat auch der Veranstalter das letztjährige Konzept beibehalten und auch dieses Jahr verstärkt auf zum Teil richtig heftige Rockmusik gesetzt.
Nach einigen Querelen mit der Nürburgring GmbH wegen des Termins für das Mega-Festival (dem Formel 1-Zirkus wurde hier für das traditionelle Pfingstwochenende dieses Jahr Vorrang eingeräumt) musste man sich dieses Jahr mit einem neuen Termin zufrieden geben und statt dessen eine Woche später zum musikalischen Großereignis einladen.

Die erste Band des Festivalwochenendes, die die Aufmerksamkeit von unitedpixel für sich gewann, war H-BLOCKX. Nach einem für die Bandgeschichte unerfreulichen 2003 und der zeitweisen Ungewissheit über die weitere Zukunft der Band insgesamt, startete der Auftritt von H-BLOCKX bei ROCK AM RING in erneuerter Besetzung zunächst als eine Bewährungsprobe und endete als kleiner Triumphzug. Umso erfreulicher für die Band war, dass sich zu dieser frühen Nachmittagsstunde bereits etliche tausend Zuschauer vor der Centerstage befanden.
Nachdem im Anschluss MACHINE HEAD sich mächtig ins Zeug legten und die Hütte gerockt haben, kam im Laufe des Nachmittages MOTÖRHEAD laut und schnell daher. Zwar ist die Show der Briten nicht gerade spektakulär, aber alleine schon aufgrund des Kultcharakters von Rockikone und Frontmann Lemmy Kilmister, der langsam auf die 60 zugeht, ein sehens- und hörenswertes Konzert. Zwar hören und hörten sich die Songs von MOTÖRHEAD (erwartungsgemäß) alle irgendwie gleich an, aber dieser  kompromisslose Rock’n Roll alter Schule sucht dennoch seinesgleichen und hat nach wie vor seine Fans.

EVANESCENCE waren auch schon 2003 als Senkrechtstarter mit ihrer mystisch angehauchten Rockmusik am Ring dabei. Waren sie damals fast noch ein Geheimtipp, kam der Band für dieses Jahr der Status des Co-Headliners für den Freitag Abend quasi zugeflogen – denn die Formation um Sängerin Amy Lee hat erst ein Album herausgebracht.
Zwar hat EVANESCENCE mit “Bring me to life“, “Fallen” und “My Immortal” höchste Chartpositionen erreicht. Doch kann die Live-Stimme von Amy Lee nicht ohne Kritik bleiben. So hat sie hin und wieder Schwierigkeiten den Ton zu halten - man könnte ihr hier zugute halten, dass dies eine technische Ursache hatte. Aber dennoch überzeugte sie mit einer leidenschaftlichen Show und emotionsgeladenen Songs. Auch ihr Einsatz am Flügel wertete das Konzert deutlich auf. Dass allerdings ein Teil der Arrangements, wie z. B. Klavier, Streicher und Chor, vom Band kommen mussten ist bei einem Livekonzert dieser Größenordnung sehr schade.
Richtig ab ging’s dann wieder bei KORN; dem Headliner des Freitag Abend. Die Menge tobte; Köpfe, Haare und Arme flogen wild umher und die Security bekam mit den Crowdsurfern wieder mehr zu tun.

Der Auftritt von JET am Samstag Nachmittag fiel etwas zurückhaltender als erwartet aus. Leider hatte dies auch einen verständlichen Grund – der Vater von Nic und Chris Chester war einige Tage zuvor verstorben. Damit war es klar und ebenso verständlich, dass es die Australier mit ihrem Britrock da ein wenig gemäßigter angehen würden.
NICKELBACK kam live mal wieder überraschend rockig daher. Leider begann es fast pünktlich zu ihrem Auftritt leicht zu regnen. Doch der guten Stimmung bei den Fans tat dies keinen Abbruch. Die Kanadier überzeugten durch ausgezeichnete Livequalitäten und mit sprühender Spielfreude präsentierten sie ihre soliden und knackigen Rocksongs.
Das zweite Highlight für das Festivalwochenende waren 
RED HOT CHILI PEPPERS. Mit einem zum Teil ausgeprägten und irgendwie merkwürdigen Bewegungsdrang setzte sich Sänger Anthony Kiedis bei der Show am Samstag Abend deutlich in Szene.
Nach STATIC-X rockten DONOTS als zweite Band am Sonntag die Centerstage am frühen Nachmittag. Gut drauf waren die Jungs aus Niedersachsen. Bei dem Gitarristen konnte man allerdings den Eindruck haben, dass er vielleicht zu gut drauf war und bei seiner impulsiven Interpretation des frechen Punkrocks bald von der Bühne fallen würde. Er sprang mit scheinbar unkontrollierten Bewegungen umher, rannte wie wild über die Bühne, wirbelte seine Gitarre um sich rum und hatte dabei einen ziemlich merkwürdigen Gesichtsausdruck. Aber er hielt sich letztlich aufrecht auf den Beinen.
Was mir bei THE RASMUS in erster Linie im Gedächtnis blieb war der penetrante Nebel, der die Musiker immer wieder aufs Neue umhüllte – ganz nach dem Motto „wir machen zwar hier Livemusik aber sehen muss man uns ja dabei nicht unbedingt“. Okay, ganz so schlimm war es jetzt nicht, aber zum Fotografieren doch ein bisschen too much.

AVRIL LAVIGNE, ebenfalls ein Shooting-Star des letzten Jahres, legte mir ihren erst 19 Lenzen einen absolut souveränen und qualitativ hochwertigen Auftritt hin. Es wäre nicht verwunderlich , wenn sich einige männliche Zuschauer während ihres Auftritts zumindest ein kleines bisschen in die junge Kanadierin verliebt haben.
Auf LINKIN PARK hatte ich mich schon seit Freitag gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Sie lieferten eine einwandfreie und impulsive Show. Dabei kamen aber nur die  Ringrocker, im Gegensatz zu den Besuchern der Parallelveranstaltung ROCK IM PARK, exklusiv in den Genuss von LINKIN PARK; denn diese spielten nur auf dem Ring.
DIE TOTEN HOSEN hatte ihren eigentlichen Auftritt für Sonntag Abend als Headliner geplant. Doch solange wollten sie an diesem Wochenende gar nicht mehr warten. Spontan und ohne großen Aufwand spielten die Hosen am Samstag Abend auf einem Sattelauflieger vor dem frei zugänglichen Festivalgelände ein mehr oder weniger geheimes Spontankonzert. Dabei wahrten sie den engen Kontakt zu ihren Fans und spielten die Songs nach Zuruf. Der eigentliche Act am Sonntag wurde - zumindest wenn es nach der Zuschauerzahl ging - dann zur Krönung des Festivalwochenendes. Zwar hielt Campino immer mal wieder ein paar politische Ansagen und verdiente sich nebenbei etliche Gratis-Pizzen, indem er für seinen Stamm-Italiener Werbung machte, doch war es dennoch ein geniales Konzert der HOSEN mit einer beeindruckenden Zuschauerkulisse.

Begann der Freitag Nachmittag zum Festivalauftakt  recht feucht, hielt sich das Wetter für Nürburgringverhältnisse über die drei Tage aber erfreulicherweise recht stabil. Mit lediglich zwei/drei kleinen Schauer bzw. Nieselregen kamen die Ringrocker wettermäßig noch glimpflich davon. Am Sonntag kam sogar die Sonne doch noch raus und ermöglichte damit noch schnell den besten Festivalabschluss, den man sich vom Wetter hätte wünschen können.

Die Polizeikräfte und die Festivalorganisatoren waren mit dem Ablauf und insbesondere mit den Besuchern sehr zufrieden. Es gab nur wenig Stress mit den insgesamt 65.000 Musikfans. Die Leute waren bis auf ganz wenige Ausnahmen sehr entspannt und freundlich unterwegs. Erneut sah man sich bestätigt - auch wenn es etwas umständlich ist, dass sich die Trennung von Zelt und Auto bewährt und dies sicherheitstechnisch einen großen Gewinn darstellt. Auch stand in diesem Jahr erstmals die Nordschleife als Zelt- und Parkraum nicht zur Verfügung, da am darauffolgenden Wochenende bereits das legendäre 24-Stunden-Rennen auf dem Ring stattfinden sollte.

Der Termin für ROCK AM RING 2005 steht laut Veranstalter Marek Lieberberg noch nicht fest. Doch möchte er jetzt am liebsten generell am ersten Juni-Wochenende das Event stattfinden lassen. Also, den Termin solltet Ihr euch für nächstes Jahr schon mal frei halten.

Warst Du auch bei ROCK AM RING dabei? Dann schau doch mal hier vorbei; vielleicht findest Du dich auf einem der Fotos wieder.
Übrigens, Helga ist auch auf einem Foto zu sehen!
Falls Du nicht damit einverstanden bist, dass Dein Foto hier veröffentlicht wird, dann teile mir (
dietmar@unitedpixel.com) das bitte kurz mit; das Foto wird dann sofort gelöscht. 

 

Und von folgenden Bands gibt es jeweils auch eine kleine Fotoserie vom RING

H-BLOCKX - MACHINE HEAD - MOTÖRHEAD - EVANESCENCE
KORN - JET - 3 DOORS DOWN - NICKELBACK - MUSE -
RED HOT CHILI PEPPERS - DONOTS - THE RASMUS -
AVRIL LAVIGNE - LINKIN PARK - DIE TOTEN HOSEN

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DANKO JONES
17.04.04 - Wiesbaden, Schlachthof

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Interview
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Vor dem Konzert im Schlachthof  Wiesbaden hatte unitedpixel die Möglichkeit, mit Danko Jones ein kurzes Interview zu führen. Zeigte sich Mr. Jones zu Beginn eher etwas zurückhaltend, taute er nach den ersten Sätzen doch recht schnell auf und präsentierte sich als aufgeschlossener und sympathischer Gesprächspartner.

unitedpixel: Ihr wart mittlerweile schon oft in Deutschland unterwegs und es scheint, dass ihr auch gerne hier spielt.

Danko: Ja, wir haben mittlerweile eine ganze Menge Shows in Deutschland gespielt. Und wir spielen auch gerne hier, weil die deutschen Shows ziemlich gut organisiert sind. Da hat sich auch schon der ein oder andere private Kontakt entwickelt. Wir haben z. B. Freunde in Berlin.

unitedpixel: Was denkt ihr über die deutschen Fans?

Danko: Ja, (lacht) die Deutschen sind schon ganz schön abgedreht. Ich erinnere mich noch oft an die Show in Köln letztes Jahr (Anmerkung von unitedpixel: im Gebäude 9). Da sind die Leute richtig abgegangen; es war schon verrückt. (Danko-Originalton: „It was a fucking madhouse“)

unitedpixel: Wer schreibt die Texte in eurem Trio?

Danko: Die Texte kommen von mir. In Gedanken arbeite ich mehr oder wenig ständig daran und versuche oft und lange, die richtigen Worte zu finden, um meine Botschaft verständlich zu machen. Die Musik entwickeln wir dann gemeinsam und achten darauf, dass zwischen den Texten und dem Sound eine Brücke entsteht. Es ist mir auch wichtig, dass mein Gesang – egal ob auf CD oder live – gut verständlich ist und die Leute verstehen, was ich sagen möchte. Denn es ist auch oft so, dass die Besucher unserer Konzerte unsere Musik vorher gar nicht kennen und alleine durch Mundpropaganda ihrer Freunde zu unseren Shows kommen.

unitedpixel: In ‚Sound of Love’ heißt es “you find true love with a woman not a girl …Was macht für dich eine FRAU aus?

Danko: Eine Frau sollte ehrlich und aufrichtig sein; sie sollte Selbstbewusstsein und eine gewisse Attraktivität und Ausstrahlung haben.

unitedpixel: Gibt es zurzeit irgendwelche neuen musikalischen Projekte?

Danko: Ja, wir arbeiten an einem neuen Album, welches im Sommer fertig sein soll. Außerdem wird es eine DVD und ein neues Video geben. Zur DVD haben schon einiges Material zusammen, müssen dies aber zum Teil noch auswerten; sie wird voraussichtlich 2005 auf den Markt kommen. Wir wollen da nichts überstürzen. Ich möchte, dass es so wird, wie ich es mir selber kaufen würde. Es wird einen dokumentatorischen Teil geben, und es werden Livemitschnitte und einige Backstage-Szenen zu sehen sein.

unitedpixel: Die letzten zwei Jahre wart ihr fast ausschließlich auf Tour. Ist es nicht langsam ermüdend und langweilig?

Danko: Ja, das war schon mächtig anstrengend. Nach der letzten Tour hatten wir zwei Monate Pause und waren vorher das ganze Jahr sehr viel unterwegs. Dabei haben wir oft jeden Tag der Woche eine Show gespielt. Auf dieser Tour gönnen wir uns mehr Zeit zum Relaxen. Aber wir lieben es trotzdem, ständig unterwegs zu sein, und unsere Musik zu machen. Langweilig wird es nie.

unitedpixel: Wie schöpfst du neue Kraft bei so einer anstrengenden Tour, wie lädst du deinen Akku wieder auf?

Danko: Ja, es ist nicht nur anstrengend, wenn du auf der Tour mit vielen Leuten oft auf engem Raum unterwegs bist, sondern manchmal auch nervig. Wenn ich mich vom Tourstress erholen will und ein bisschen Abstand brauche, dann suche ich einfach nur die Einsamkeit – wenn auch nur für eine kurze Zeit.

unitedpixel: Ihr spielt demnächst auch in Australien. Warst du schon mal dort?

Danko: Nein, bislang noch nicht. Aber ich freue mich schon auf die Tour. Wir haben dort ein gutes Label gefunden, die uns eine kleine aber interessante Tour organisieren.

unitedpixel: Vielen Dank für das interessante und angenehme Gespräch.

Danko: Vielen Dank, sehr gerne.

(Das Gespräch führte Vera Neumann)

 

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Konzert
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Nachdem die Londoner ROOLETTES und die LA-Punkrocker THE BRONX an diesem Samstag das musikalische Reigen im Schlachthof Wiesbaden eröffnet hatten, kam kurz vor 22:00 Uhr  DANKO JONES als Topact auf die Bühne. Und darauf hatten die Leute schon sehnsüchtig gewartet und begrüßten das kanadische Trio mit Namensgeber und Frontmann Danko Jones mit einem heftigen Applaus.

Hört man DANKO JONES, ohne die Band vorher live gesehen zu haben, hätte man am ehesten wohl erwartet, dass da drei Typen in Flickenjeans, Stiefel und  abgewetzter Lederjacke die Bühne betreten. Doch weit gefehlt. Danko Jones (Vocals/Guitar), Damon Richardson (Drums) und John Calabrese (Bass) präsentierten sich einheitlich in braver Buntfaltenhose, schicken Schuhen und adrettem Hemd – ganz in schwarz. Hätten wir es nicht besser gewusst, hätten wir denken können, dass die drei gerade auf dem Weg zu ihren zukünftigen Schwiegereltern sind.

Doch mit WE SWEAT BLOOD als Opener rockten DANKO JONES in dieser Show gleich richtig los und zeigten den Leuten, wo es an diesem Abend musikalisch hingeht. Von 0 auf 110 in 10 Sekunden. Die Power, mit der das Konzert los ging blieb durchgängig bis zum Schluss auf hohem Niveau. Druckvoll und energiegeladen rockten DANKO JONES den Putz von der Wand - die Halle bebte, die Menge tobte und feierte die Band dankbar ab. Damon Richardson an den Drums schafft es dabei als Erster, sein Hemd nach nur wenigen Songs komplett durchzuschwitzen; dicht gefolgt von Danko Jones.

Zeigt sich Danko Jones im vorhergehenden Interview als sehr sympathischer und ruhiger Zeitgenosse – Marke ‚netter Typ von nebenan’ überrascht er bei der Show durch seine ihm eigene und extrovertierte Art. Er schüttelte nebenbei immer wieder den Kopf aufs Heftigste, schnitt Grimassen und schleuderte dem Publikum seine Zunge entgegen. Er machte bisweilen einen wirklich abgedrehten Eindruck. Aber auch sein charismatisches Auftreten auf der Bühne hatte ich ihm vorher gar nicht zugetraut. Es schien, als hatte er einen Persönlichkeitswandel durchgemacht, als er die Bühne betrat. Doch wahrscheinlich blubbert in ihm nur das Blut eines wahren Rock ’n Rollers, welches auf der Bühne erst so richtig zum Kochen kommt. DANKO JONES rockten sich den Allerwertesten ab – ehrlich, kraftvoll und straight – körniger Rock’n Roll halt. Dabei gab es eine gute Mischung aus allen (bislang drei) veröffentlichten Alben.

Nach 16 satten Songs hatte Danko Jones einiges aus seinem Leben ‚erzählt’. Aber das war noch nicht alles. Nach einer kurzen Pause kam das Trio für die Zugaben zurück auf die Bühne. Bei THE CROSS schrie sich Danko dann nochmals fast die Seele aus dem Leib. Die solide und mitreißende Show mit der musikalisch rasanten Achterbahnfahrt beendeten DANKO JONES nach ca. anderthalb Stunden sinngemäß mit GET OUTA TOWN und verließen unspektakulär, und ohne dass sie sich großartig feiern ließen, die Bühne.

Playlist:

WE SWEAT BLOOD
WAY TO MY HEART
SAMUEL SIN
DANCE 
LOVE TRAVEL
PLAY THE BLUES
SUICIDE WOMAN
I LOVE LIVIN IN THE CITY
SUGAR CHOCOLATE
SOUND OF LOVE
LOVERCALL
ALICE AN ON FIRE
FORGET MY NAME
WOGGIE BOOGIE
CADILAAC
TOP OF THE MOUNTAIN
-----------------------
THE CROSS
MANGO KID
GET OUTTA TOWN

Die kleine Fotoserie von DANKO JONES gibt es in der Galerie oder direkt hier. Ein Bandporträt zur Band gibt's hier. Und wer noch mehr über die Band erfahren möchte findet weitere Infos unter www.dankojones.com oder der deutschen Fanseite www.dankojones.de.

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SKEW SISKIN
und
GUN BARREL
13.03.04 - JUZ Live Club Andernach

Nachdem uns GUN BARREL bereits im November letzten Jahres in Andernach beehrten, schauten sie auf ihrer BATTLE-TESTED TOUR 2004 auch mal wieder im JUZ Live Club in Andernach vorbei. 

Diesmal übernahmen sie mit der Vorstellung ihres gleichnamigen und neuesten Albums den Support von Hammerröhre Nina C. Alice mit ihrer Band SKEW SISKIN.

Ein bisschen enttäuscht waren die Kölner Jungs von der dürftigen Zuschauerkulisse; denn das mit Sicherheit nicht uninteressante Line-Up lockte nur gut 100 Zuschauer ins JUZ. 

Aber gewohnt professionell und motiviert spielte die Metal-Kapelle ein 45-minütiges knackiges Set, das keine musikalischen Wünsche nach klarem Rock'n Roll und geradlinigem Heavy Metal offen ließ. Nach einem guten Dutzend Songs räumten GUN BARREL das 'Schlachtfeld' und hinterließen wieder einen guten Eindruck. 

Nach diesem Gig in Andernach ging’s für die Band weiter in die Türkei. Auch stand u. a. noch Italien und auf ihrem Tourneeplan.

Gegen 21:15 Uhr betraten die Wahl-Berliner SKEW SISKIN die JUZ-Bühne und erwiesen damit den Andernachern die Ehre, bei der exklusiven Toureröffnung dabei sein zu können.

Im Mittelpunkt der Band, die sich damit rühmen können, gute Kontakte zu Lemmy von MOTÖRHEAD zu haben, steht ganz eindeutig die Sängerin Nina C. Alice; doch wird SKEW SISKIN erst durch Jim Voxx (Guitar), Spray (Bass) und Damien Insaine (Drums) komplett.

SKEW SISKIN präsentierte an diesem Abend im JUZ ihre Musik als eindrucksvolle Mischung aus beinhartem und energiegeladenem Rock’n Roll; mal ein bisschen frech, mal ein bisschen rau und vor allem laut. Dabei performten SKEW SISKIN ihre Songs in erster Linie aber wild und rockig und dank der attraktiven Sängerin auch irgendwie heiß. Es ging richtig ab – und viele Zuschauer dankten es ihnen mit vollem körperlichen Einsatz. Aber auch ruhige Nummern waren dabei und ergänzten das Programm in angenehmer Weise.

Dabei punktete Miss Rock’n Roll nicht nur durch ihre genial-rauchige Stimme, sondern zog auch aus optischen Gründen immer wieder die Blicke der – wie so oft - meist männlichen Zuschauer auf sich. Unterstützt wurde die Show durch das mehrmalige Wechseln ihres Outfits. Begann Nina den Gig noch im hochgeschlossenen und zunächst wenig aufsehenerregender Uniform, zeigte sie sich ein paar Songs später schon etwas freizügiger im enganliegenden ‚Skelett’-Dress. Doch ihr Kleiderschrank hatte noch mehr Bühnenoutfits zu bieten. Nachdem sie zwischendurch auch mal  lasziv unter einem Cowboyhut hervor schaute, wurde es bei den letzten Songs nicht nur musikalisch nochmals ziemlich aufregend. Denn zum Ende der Show präsentierte sich Nina in einem fast unschuldigen aber dennoch sexy Kleid.

Um 23:15 Uhr war die wirklich geniale Show zu Ende. Und eines kann man ganz klar sagen: Wer SKEW SISKIN noch nicht gesehen hat, hat definitiv etwas verpasst!

Die Fotoserie zum Konzert gibt es unter GUN BARREL und SKEW SISKIN.

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TIERRA SANTA
und
EASY RIDER
28.02.04 - JUZ Live Club Andernach

Zur 'Spanischen Nacht’ hatte der JUZ Live Club in Andernach an diesem Samstag geladen. Doch wer hier Flamenco oder ähnliches erwartete, wurde möglicherweise herb enttäuscht. Die spanischen Metalbands EASY RIDER und TIERRA SANTA besuchten die Andernacher auf ihrer Deutschland-Tour.

Mit ihrer „Animal on the Loose Tour 04“, einer zweiwöchigen Reise durch Italien, Schweiz, Österreich, Niederlande und mit Schwerpunkt Deutschland, machte die Kapelle von EASY RIDER nach den Stationen in München, Stuttgart und Frankfurt auch einen Abstecher nach Andernach.

Mit melodisch-progressivem Powermetal und den entsprechenden klassisch-modernen Soundelementen überzeugten Jose Villanueva (Bass), Daniel Castellanos (Guitar), Javier Villanueva (Guitar, Vocals 1992-1996), der US-Amerikaner Ron Finn (Vocals) und Rafa Diaz (Drums) von Anbeginn. Dabei machten sie einen musikalischen Streifzug durch ihre mittlerweile fünf Alben und boten eine druckvolle und energiegeladene Vorstellung. Besonders gut hat mir der Sänger Ron Finn mit seiner durchdringenden Stimme gefallen. Leider dauerte die Show von EASY RIDER nur gut eine Stunde; da hätte es ruhig etwas mehr sein dürfen.

Nach einer Pause kam einer der Top-Acts, wenn nicht sogar DER Top-Act der spanischen Metal-Szene auf die Bühne - TIERRA SANTA (heiliges Land).

Zeigte sich EASY RIDER gesanglich noch international, mussten sich die deutschen Metal-Ohren nun bei TIERRA SANTA auf spanischen Gesang umstellen. Für die Hardcore-Metaller sicher ein wenig ungewöhnlich; doch zu meiner Überraschung hatten auch einige Besucher keine Probleme, den Text mitzusingen. Schade war, dass auch die spärlichen Ansagen bis auf ein ‚Thank you’ in Spanisch erfolgte und so der nicht spanisch-sprechende Besucher völlig im Unklaren blieb, worum es in den Songs eigentlich ging. Doch der allgemein sehr guten Stimmung im Publikum tat das trotzdem keinen Abbruch. Persönlich hätte ich mir aber etwas mehr ‚Kommunikation’ zwischen Band und Besuchern gewünscht – wie auch immer. Musikalisch konnte die Combo mit einer grundsoliden und spieltechnisch einwandfreien Vorstellung überzeugen. Mit zwei Gitarren und der Keyboardunterstützung wurde ein satter und abwechslungsreicher Metal-Sound geboten. Zwischen krachenden Riffs und fetten Hardcore-Nummern war auch Platz für das ein oder andere melodische und balladenlastige Stück.

Nach 90 Minuten und ein paar Zugaben war die ‚musikalische Darbietung’ und der Streifzug durch den spanischen Heavy Metal dann auch schon zu Ende. Schade, dass an diesem Abend nur knapp 100 Zuschauer den Weg ins JUZ gefunden hatten. Aber dennoch ... Muchas gracias, Senores ... und ... Hasta la Vista!

Die kleinen Fotoserien vom Konzert findet Ihr unter EASY RIDER und TIERRA SANTA.

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RAGE
24.01.04 - JUZ Live Club Andernach

Bereits um 18:30 Uhr stehen die ersten RAGE-Fans vor den noch verschlossenen Türen des JUZ Live Clubs in Andernach. Aber sie tun gut daran zeitig dort zu sein. Denn bereits über 500 Eintrittskarten waren im Vorverkauf weggegangen und der Laden damit schon fast ausverkauft! Schließlich wissen die Fans, dass sie anlässlich des 20. Jahresjubiläums von RAGE etwas Besonders geboten bekommen würden.

RAGE ist eine Heavy Metal-Band – und Heavy Metal ist vom Grundsatz her schnell, laut und druckvoll. Dass das aber nicht immer so sein muss, hat RAGE schon in den 90er Jahren bewiesen, als sie die Klänge eines Symphonieorchesters in ihre Songs eingebettet haben.
Um auch heute etwas besonderes zu präsentieren, eröffnet das Trio den Abend zunächst mit einem ruhigen Akkustik-Set. Dabei interpretierten Peavy (Peter) Wagner, Victor Smolski und Mike Terrana die Songs „Vanished In Haze“, „Awake Nightmares“ oder „Turn The Page“ langsam und gefühlvoll, und damit völlig neu und sehr interessant. Unterstützt wird das Trio hierbei von ‚Jesus’, mit der Backline-Guitar.

Aber RAGE weiß trotzdem nur zu gut wo ihre Wurzeln sind. Und dementsprechend startet die Band nach einer Umbaupause dann auch energiegeladen durch. Den Anfang machen sie mit „Orgy of Destruction“, dem Opener vom aktuellen Album „Soundchaser“ und lassen es dann im Anschluss mit „War of Worlds“ und „Great old Ones“ richtig krachen. Es folgen weitere Streifzüge durch diverse Alben der letzten Jahre. Bei “Unity” lässt Victor Smolski die Finger nur so über das Griffbrett seiner Gitarre fliegen. Hier zeigt er eindrucksvoll, dass er wirklich ein absoluter Meister seines Faches ist. Direkt im Anschluss hat Mike Terrana mit einem Drumsolo seinen Auftritt. Alleine schon der Anblick seines opulenten Drumkits ist schon ein Fest; und die Sticks fliegen schneller als man gucken kann.

Leider macht in der Hälfte des Sets die Stimme von Peavy nicht mehr richtig mit. Eine Erkältung macht ihm sehr zu schaffen; und bei den hohen Tonlagen bricht ihm seine Stimme immer wieder weg. Aber der hervorragenden Stimmung im Saal tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Fans legen sich mächtig ins Zeug und unterstützten den sympathischen Sänger immer wieder lautstark bei den Hymnen. Und da von diesem Abend auch Liveaufnahmen gemacht wurden, fällt der Einsatz und auch der Applaus sowieso etwas heftiger als normal aus.

Neben mind. 6 Gitarren hat Victor Smolski auch eine sogenannte ‚Sytar’ mitgebracht. Dabei handelt es sich um eine Gitarre, die sich wie ein Synthesizer anhört. Dieser Effekt kommt bei „Flesh & Blood“ wirkungsvoll zum Einsatz. Im anschließenden Gitarrensolo demonstriert der begnadete Gittarist nochmals in aufsehenerregender Art und Weise, was man mit diesem Instrument alles anstellen kann. Es ist hammermäßig! Mit „Soundchaser“, „Straight to Hell“, „Back in Time“ und „Refuge“ folgen weitere Riff-Gewitter und Speedbolzen. Der letzte Song des offiziellen Sets ist “From the gradle to the grave” vom Album “XIII”.

Mit den Zugaben „Black in Mind“, „Solitary Man“ und „Don’t fear the Winter” gibt es nochmal heftig was auf die Ohren. Aber die Fans wollten noch mehr. Doch nach dem ausgedehnten „Higher than the sky” ist die Show dann nach über 3 Stunden zu Ende.

Weitere Infos zu den Bands findet ihr unter: www.rage-on.de. Die kleine Fotoserie gibt es hier.

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GRAVE DIGGER,
WIZARD
und SYMPHORCE
07.01.04 - JUZ Live Club Andernach

Den diesjährigen Konzertauftakt im JUZ Live Club Andernach machten SYMPHORCE, WIZARD und GRAVE DIGGER als Headliner zu einem teutonischen Metalfest. Und für über 400 Besucher war dies auch eine äußerst gelungene Eröffnung der Konzertsaison 2004.

Kurz nach 20:00 Uhr kam mit SYMPHORCE die erste Band des Abends auf die Bühne. Gleich zu Beginn wurden die Leute mit einerseits kraftvollem und emotionalem, zum anderen aber auch gekonnt aggressivem Metal auf das erste Stimmungshoch gepusht. Mit viel musikalischer Detailarbeit und brillanten Melodien überzeugten Andy B. Franck (Vocals), Dennis Wohlbold (Bass), Markus Pohl (Guitar), Cedric Dupont (Leadguitar) und Sascha Sauer (Drums). Dabei wurden auch schon einige Songs vom neuen Album „Twice Second“ vorgestellt. Dass aus der Schweiz nicht nur gute Schokolade, Käse und Uhren kommen, sondern auch sehr gute Lead-Gitarristen, bewies der hünenhafte Cedric Dupont. Doch generell wussten beide Gitareros ihre  Instrumente in Kombination druckvoll und variantenreich einzusetzen. Allerdings wollte der Sänger seinem Schweizer Kollegen hin und wieder beweisen, dass das deutsche Publikum mehr Stimmung macht, als die Schweizer Metalfans. So spornte Andy B. Franck die Leute des öfteren auch über das ‚normale Maß’ zu ausgiebigen Stimmungslauten auf.

Da die Besucher an diesem Mittwoch Abend scheinbar eh ziemlich gut drauf waren, hatte WIZARD auch relativ leichtes Spiel. Mit dem Opener ‚Hammer, bow, axe and sword’ gingen die ‚Zauberer’ die Sache gleich rasant an. Die Headbanger zollten auch dieser Band gleich von Anfang an den nötigen Respekt und kommentierten die Show durchweg mit heftigem Applaus. Die Musik von WIZARD kam insgesamt etwas körniger daher als bei SYMPHORCE. Und auch bei ihnen konnten viele Fans z. B. bei dem Song ‚Hall of Odin’ mit lauter akustischer Beteiligung beweisen, dass dies nicht das erste Mal war, wo sie WIZARD gehört haben. Nach knapp 40 Minuten war der Metal-Zauber dann auch schon wieder vorbei. Mit ‚Defender of Metal’ verabschiedeten sich die Jungs aus Bocholt bei ihren Fans.

Um 22:00 Uhr kam dann der Top-Act auf die Bühne. GRAVE DIGGER, die nun auch schon einige Jährchen im Dienste des einzig wahren Heavy Metals stehen, gaben sich und den Fans die Ehre, die zweite Station auf ihrer ‚Rheingold’-Tour in Andernach einzulegen. Die Songs vom aktuellen Album ‚Rheingold’ basieren, wie wir ja sicher alle wissen ;-) weitestgehend auf der Oper ‚Ring der Nibelungen’ von Richard Wagner. Dabei interpretieren GRAVE DIGGER die Musik hart, schnell und mit einer traditionellen epischen Grundlage und erfüllen erwartungsgemäß alle entsprechenden Klischees.

Aber auch andere Veröffentlichungen waren angemessen vertreten. Satte 16 Songs plus 4 Zugaben hatten Chris „Max“ Boltendahl (Vocals), Stefan Arnold (Drums), Jens Becker (Bass), Hans Peter Katzenburg (Keyboard) und Manni Schmidt (Guitar), der in Andernach übrigens ein Heimspiel hatte, für ihre Fans mitgebracht. Dabei waren z. B. Stücke wie ‚Dark of the Sun’, ‚Valhalla’, ‚Maiden of War’ und zum krönenden Abschluss ‚Heavy Metal Breakdown’.

Durch die vielen Mitsinghymnen war die Stimmung durchweg ausgezeichnet und die Fans legten sich mächtig ins Zeug. War aber auch kein Wunder, denn die ‚Totengräber’ boten mit der ansprechenden Bühnendeko, einigen Pyroeffekten und der brillanten Performance des wahren Heavy Metals eine über anderthalb Stunden dauernde eindrucksvolle Show.

 

So wurde im JUZ Live Club Andernach mal wieder bewiesen: Metal rules!

Weitere Infos zu den Bands findet ihr unter: www.grave-digger.de, www.legion-of-doom.de und www.symphorce.de.
Und wie üblich stehen in der Fotogalerie unter
Grave Digger, WIZARD und SYMPHORCE kleine Fotoserien vom Konzert.

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DORO, BLAZE und EPICA
29.12.03 - JUZ Live Club Andernach

Die letzte Veranstaltung in 2003 im JUZ Live Club Andernach sollte noch mal ein Jahreshöhepunkt in der regionalen Rock- und Metalszene werden. So luden die Verantwortlichen des Clubs EPICA, BLAZE und DORO ein, und verteidigten damit erfolgreich ihre Spitzenposition als Konzertveranstalter im Großraum Koblenz. Und der Besuch von über 500 Besuchern zeigte, dass Dieter Schwagerus und Thomas Schmidt mit ihrem Konzept auf dem richtigen Weg sind.

Den Anfang machten die holländischen Gothic-Metaller EPICA, die erst 2002 zusammen gefunden haben. Bislang spielten sie überwiegend in ihrem Heimatland und gaben nur einige Konzerte in Belgien und Frankreich. In diesen Tagen absolvierten sie mit drei Gigs ihre ersten Konzerte in Deutschland. Folglich durften sie bei den meisten Besuchern relativ unbekannt gewesen sein. Und hat es dazu die erste Band des Abends meist ziemlich schwer, die Leute zu motivieren und vor die Bühne zu ziehen, überraschte es umso mehr, dass das Publikumsinteresse von Anbeginn sehr hoch und die Zuschauerreaktionen überaus positiv waren.
Aus ihrem Debütalbum ‚The Phantom Agony’ stellten EPICA sechs Songs vor, und berührten in mystisch-epischer Weise mit der gelungenen Kombination von harten Gitarrenriffs, powervollen Drums und klassischer Opernstimme von der erst 18jährigen und überaus attraktiven Sängerin Simone Simons die Sinne. Ergänzt wurde das Ganze von opulenten und pathetischen Synthesizerklängen, und damit auch insgesamt eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die zeitweiligen Grunts im Black-Metal-Stil von Gitarrist und Ex-AFTER FOREVER-Mitglied (und -Gründer) Mark Jansen störten nach meinem Empfinden allerdings das Gesamtarrangement etwas - aber das ist ja Geschmackssache.
Leider ließ der Zeitplan offensichtlich keine Zugabe zu, so dass die Band nach dem Titelsong ‚The Phantom Agony’ die Bühne verließ. Bislang sieht der Tourplan von EPICA für 2004 (noch) keine weiteren Konzerte in Deutschland vor. Aber das wird sich hoffentlich noch ändern.

Während der kurzen Umbauphase gab kaum einer der Zuschauer seinen Platz vor der Bühne auf. Alle wollten auch bei BLAZE so nah wie möglich dabei sein. Als die Jungs kurz vor 21:00 Uhr die Bühne betraten, hatte die Konzerthalle schon wohlige Temperaturen. Doch da war noch eine Steigerung möglich. Mit dem Opener ‚Ghost’ machte BLAZE gleich deutlich, wie man die nächste Stunde gemeinsam verbringen mochte. Es wurde ein Metal-Feuerwerk entflammt, das über die gesamte Spielzeit immer wieder geschürt wurde.  Dass Sänger und Frontman Blaze Bayley in der Vergangenheit bereits 5 Jahre bei IRON MAIDEN am Mikrofon stand, hatte - gewollt oder ungewollt – Einfluss auf die musikalische Stilrichtung von BLAZE. Aber das muss ja nicht negativ bewertet werden. So richtig klar wurde dies allerdings erst, als der alte Maiden-Song ‚Virus’ von der Bühne geschmettert wurde.
Nach einer knappen Stunde Spielzeit verließ BLAZE die Bühne aber schon wieder und die Fans konnten konnten nun ihre durchgeschwitzten T-Shirts auswringen.

Nun waren die Leute richtig heiß auf die Metal-Queen. Und spätestens jetzt war es in der Halle auch richtig voll. Es war kurz nach 22:00 Uhr als DORO mit 'Hellbound', einem Song noch aus der Warlock-Zeit, die Show eröffnete.
Den zahlreichen Doro-Fans wurden in 1 ½ Stunden ein Streifzug durch zwei Jahrzehnte (!) Heavy-Metal geboten. Denn DORO konnte in 2003 ihr 20. Jubiläumsjahr feiern. Die blonde Mähne der kleinen Powerlady verharrte dabei kaum eine Sekunde; Doro war ständig in Bewegung und feuerte ihr Publikum immer wieder an. Dabei konnte sie auch die letzten Reihen mobilisieren. Die Fans, worunter sich auch relativ viele weibliche Besucher, und zur Freude von DORO auch einige recht junge Metalfans, befanden, gingen gut ab. Lediglich bei dem an diesem Abend einzig deutschen Song ‚Für immer’, den DORO mit ihrer Band in der Mitte des Sets präsentierte, wurde es erwartungsgemäß ruhiger und in der Halle wurden Feuerzeuge und Wunderkerzen hervorgeholt.
Mit ‚Fight’, einem Song den DORO für die Boxerin Regina Halmich geschrieben hatte, kam die Show langsam dem Ende entgegen. Aber ohne ein paar Zugaben konnte DORO nicht gehen. Zur Überraschung kam bei ‚Bad Blood’ Mr. Blaze Bayley noch mal auf die Bühne und unterstütze DORO tatkräftig im Duett. Aber auch ein drittes Mal forderten die Fans DORO auf die Bühne und mit ‚Metalracer’ gab die Düsseldorferin noch mal alles.
Mit diesem Konzert hat DORO mal wieder bewiesen, dass der klassische Metal keine reine Männerdomäne ist - und das ist auch gut so.

Weitere Infos findet ihr unter:
www.epica.nl - www.planetblaze.com - www.doro.de (Fansite)
Und wie üblich stehen in der Fotogalerie unter
EPICA, BLAZE und DORO kleine Fotoserien vom Konzert.

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18. Weihnachtsrockfestival
20.12.03 - Bendorf

mit PAST, MOTHER'S FINEST und SAGA

Bereits zum 18. Mal fand am vergangenen Samstag das alljährliche Bendorfer Weihnachtsrockfestival statt. Und da die Rock-Fans mittlerweile wissen, dass es sich hierbei um ein professionell organisiertes Event handelt und mit der Bendorfer Band PAST, mit MOTHERS FINEST und SAGA um ein überaus interessantes Line-Up geboten wurde, war die Sporthalle des Wilhelm-Remy-Gymnasiums schnell ausverkauft.

Den Auftakt an diesem Dezemberabend machten die Lokalmatadore PAST. Nach längerer Bühnenabstinenz sind die Bendorfer Musiker nun wieder mehr oder weniger regelmäßig in der regionalen Musikszene aktiv. Mit Rock-Coversongs und eigenen Stücken waren die Festivalbesucher von PAST, allen voran Ralf „Kniff“ Rosenbaum, schnell auf Betriebstemperatur gebracht. Die klassische Besetzung mit Drums, Gitarre, Bass und Keyboard wurde von 2 Saxphonen und 3 überaus charmanten Sängerinnen ergänzt. Diese Zusammenstellung garantierte einen fulminanten Sound und sorgte für interessante Song-Arrangements.

Schon ordentlich von PAST eingeheizt hatten es MOTHER'S FINEST nicht mehr schwer, die Leute weiter zu begeistern. Mit „Funk-a-wild“ starteten die Amis ihre funkig, groovige und powervolle Show. Natürlich waren auch die Welthits wie z. B. „Mickey’s Monkey“ und allen voran natürlich das legendäre „Baby Love“ im Gepäck. Erinnerungen an die eigene, mehr oder weniger wilde Zeit wurden wach. Es ist erstaunlich, dass die Anfänge von MOTHER'S FINEST in der zweiten Hälfte der 70er Jahre liegen; die Frontfrau Joyce, die immer noch den Mittelpunkt der Band darstellt, muss damals verdammt jung gewesen sein. Die Formation, die nach einer abwechslungsreichen Bandgeschichte seit dem Jahr 2000 wieder auf Tour geht, weiß in erster Linie live zu überzeugen. Und so schafften sie es auch in Bendorf in hervorragender Weise, den ‚schwarzen’ Funk und ‚weißen Rock’n Roll’ mit einander zu verschmelzen und dieses Gefühl auf das Publikum zu übertragen.

Den Höhepunkt dieses Weihnachtsrockfestivals bildeten die kanadischen Prog-Rocker SAGA. Den knapp anderhalbstündigen Auftritt begannen die fünf Musiker mit „How long“; danach reihten sie einen Hit an den anderen. So folgten z. B. noch „On the loose“, „Humble Stance“, „Wind him up“ - um nur einige zu nennen.
Mit ihren mystisch-melodischen und powergeladenen Stücken sorgten sie ein ums andere Mal für eine Gänsehaut und zogen die Besucher unausweichlich in ihren Bann. Als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk kündigte Sänger Michael Sadler in der Mitte des Sets drei Unplugged-Stücke an. Unterstützt wurde er dabei lediglich vom Gitarristen Ian Crichton sowie dessen Bruder Jim, der hierfür den Bass ebenfalls gegen die Akkustik-Gitarre  eintauschte. Jim Gilmour (Keyboard) und Christian Simpson (Drums) konnten sich derweil eine kleine Pause gönnen, während das Trio „Times Up“, „Security of Illusion“ sowie den Emerson, Lake & Palmer-Song „Lucky Man“ zum Besten gaben und das Publikum lautstark in den Refrain einstieg. Auch diese Band weiß seit mehr als 25 Jahren immer noch wie sie ihre Fans mit ihrem unverwechselbaren Sound verzaubern kann.

Ein prägendes Soundelement bei SAGA kommt vom Keyboard bzw. Synthesizer - und da haben die Herren gleich 9 Stück mitgebracht; wobei der Bassist und der Sänger hin und wieder ebenfalls die Tasten bedienten. Dabei versteht es die Band in unnachahmlicher Weise die Keyboard- und Gitarrenklänge in idealer Weise miteinander zu verbinden.
Auch einig Mitglieder des SAGA-Fanclubs Deutschland waren mal wieder beim Konzert 'ihrer Band' dabei. Einigen von ihnen scheuten auch nicht die Anreise aus Kiel und München. Klar dass sie gleich die erste Reihe im Zuschauerraum einnahmen und jede Textzeile mitsingen konnten. (
www.saga-fans.org)
Mit dem Refrain von "Don't be later" als letzter Zugabesong im Ohr konnten die ca. 2.000 Besucher das 18. Bendorfer Weihnachtsrockfestival ausklingen lassen. Wer SAGA ebenfalls einmal live erleben möchte, muss nun leider wieder bis Herbst 2004 warten. Dann startet die nächste Tour.

So ging ein hervorragendes Rockfestival mit ideal ausgewähltem Line-Up zu Ende. Erstklassisch war auch die Lightshow. Mit außergewöhnlichen Effekt- und Laservarianten wurden die Shows der Bands auch lichttechnisch aufs Beste unterstützt. Und damit auch die Leute in den letzten Reihen das Live-Feeling genießen konnten, standen dem Publikum zwei Videoleinwände zur Verfügung. Alles in allem ein überaus gelungenes Festival, an dem sich auch die großen Veranstalter aus Köln, Düsseldorf und Frankfurt durchaus ein Beispiel nehmen können. Man darf gespannt sein, was den Rockfans beim 19. Weihnachtsrockfestival 2004 geboten wird.

Die einzelnen Fotoserien finden sich unter PAST, MOTHER'S FINEST bzw. SAGA.

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NICKELBACK
12.12.03 - Düsseldorf

Mit einem lauten Knall von der Pyrotechnik wurde die Show von NICKELBACK eröffnet und Chad Kroeger und seine Kollegen betraten unter tosendem Beifall die Bühne der Philipshalle in Düsseldorf.

Die Stimmung im Zuschauerraum war bereits nach den ersten Tönen auf hohem Niveau. Angeheizt wurden die Fans dabei nicht nur von etlichen Hits des aktuellen Silberlings ‚The long road’ und dessen Vorgänger ‚Silver side up’ sondern auch von einer imposanten Feuerwand, die immer mal wieder meterhoch aus der Bühnendeko hervorschoss. Möglicherweise war das auch mit der Grund, weshalb sich einige weibliche Besucher ihrer BHs entledigten und diese - vielleicht mit einem stillen Wunsch versehen - auf die Bühne dem Frontmann entgegenschleuderten. Jedenfalls konnte sich Chad Kroeger über eine mangelnde textile Ausbeute an diesem Abend nicht beklagen - wenn er auch nicht unbedingt selbst dafür Verwendung hat.

Die lange Wartezeit einiger Fans, die sich zum Teil bis zu 3,5 Stunden vor offiziellem Einlass vor der Philipshalle versammelten, hatte sich nicht nur wegen des Musikerlebnisses gelohnt. Denn die ersten Zuschauerreihen bekamen eine Statistenrolle für das neue Nickelback-Video und wurden dafür von Herrn Kroeger zum 'Freaking out' aufgefordert. Aber das hätten sie auch sowieso gemacht. Dabei übernahm der charismatische Sänger mit seiner Handycam in der einen Hand und dem Mikrofon in der anderen zeitweise selbst die Rolle des Kameramannes; den Rest erledigte der mitgebrachte Profi.

Die energiegeladene Show mit kraftvollem Sound und der unverwechselbaren Stimme von Chad Kroeger, der in seinen Songs gerne Geschichten aus dem Leben erzählt, setzte Maßstabe im facettenreichen Alternative Rock.

Den Song, auf den die 5.500 Fans in der Philipshalle die ganze Zeit gewartet hatten, behielten sich die Kanadier bis zum Schluss auf. Mit dem Refrain von „How you remind me“ im Ohr gingen die Nickelback-Enthusiasten mit dem Gefühl ein grandioses Konzert gesehen zu haben nach Hause.

Die kleine Fotoserie vom Konzert findet Ihr in der Fotogalerie oder hier.

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6. Nörr Open Air
23.08.03 - Eitelborn

mit
DANIEL, BIRO & FRIENDS, OSYRIS,
CHEEKY RASCALS, HANS, SEARCH4ONE, RAGE

„Umsonst und draußen“ waren die Zauberwörter. Und wenn ein solches Festival noch an einem herrlichen Sommertag stattfindet und das Programm für jeden etwas zu bieten hat, dann ist der Erfolg vorprogrammiert.

Auch in diesem Jahr haben sich die Eitelborner Freunde der Rockmusik, der Verein ‚Nörr-Kult’, nicht lumpen lassen und in ihrer Freizeit ein Open-Air-Festival organisiert, das seinesgleichen sucht. Bemerkenswert dabei ist, dass die Veranstaltung mit Hilfe vieler lokaler Sponsoren und insbesondere dem Kultursommer Rheinland-Pfalz finanziert wurde und dadurch auf dem Waldsportplatz am Nörrberg freier Eintritt geboten werden konnte.

Der Auftakt des Festivaltages wurde familiengerecht gestaltet. So gab’s für die Kleinen eine Vorstellung des Figurentheaters Tops; eine Riesenrutsche und Eselreiten mit Kutschfahrten rundeten das Programm für die jüngsten Besucher ab.

Den musikalischen Auftakt an diesem herrlichen Sommertag macht DANIEL aus Koblenz. Nachdem Daniel bereits Erfahrung bei diversen Projekten gesammelt hat, stellte er nun sein Solo-Projekt vor und präsentierte mit seiner balladenlastigen Musik abseits ausgetretener Pfade seine neuesten Eigenkompositionen.

Weiter ging’s mit der Trommelgruppe BIRO & FRIENDS, die ebenfalls aus dem regionalen Umkreis kommen. Biro Jbrahima Diakhaté, der im Künstlerviertel von Dakar aufwuchs, präsentiere als Meister seines Faches afrikanische Rhythmen und animierte damit die ersten Zuschauer sich auf den musikalischen Takt einzulassen. Unterstützt wurde der Afrikaner dabei von fast einem Dutzend verschiedener Percussioninstrumente.

Mit OSYRIS erfolgte dann ein deutlicher Wechsel der Stilrichtung. Heavy Metal war angesagt, und die ersten Headbanger trauten sich zur progressiven Musik vor die Bühne. Den Gig beim Nörr Open Air hatte sich OSYRIS mit dem ersten Platz beim Metal-Contest im Tenne-Treff in Hamm erspielt. Sie sicherten sich damit den Titel der besten Live-Band. Diese eranstaltung wurde von keinem geringeren als vom RAGE-Gitarristen Victor Smolski persönlich initiiert. Außerdem hatten die Jungs dadurch auch einen zweitägigen Studioaufenthalt gewonnen. 

 

 

Mit den CHEEKY RASCALS ging das Tagesprogramm weiter. Erneut mussten sich die Besucher auf einen musikalischen Schlenker einstellen. Mit spartanischer Ausstattung – Schlagzeug, Kontrabass und Gitarre – fusionierten die drei Musiker Klänge des Rockabilly mit dem härteren Sound des Psychobilly und mischten dies mit Komponenten des Punkrock in angenehmer Weise. Leider war die Fangemeinde sehr übersichtlich vertreten, so dass hier - ungerechterweise - keine richtige Stimmung aufkommen wollte.

 

 

Mit der Erfahrung von großen Festivals wie Bizarre und Rock am Ring kamen HANS aus Köln in den Westerwald. Im Gepäck hatten sie ein energiegeladenes und facettenreiches Feuerwerk aus Alternative Rock mit Crossover- und Nu-Metal-Elementen. Mit groovigen Beats und und wilden Breaks verteidigten HANS den Ruf, eine der agilsten Live-Bands des Rheinlandes zu sein. Mit diesem Konzert konnten die Jungs sicher ihren Fankreis erneut erweitern.

 

 

Mit dem Auftritt von SEARCH4ONE wurde dann fast die Bühne zu klein; auch war erstmals an diesem Festivaltag der Zuschauerraum vor der Bühne restlos belegt. Dies lag offensichtlich daran, dass diese Formation - die sich aus den in der Region angesagten Bands 'BLU:Z BROTHERS', BLOCKBUSTER und FRONTFRAUEN zusammensetzt - bereits im letzten Jahr auf dem Nörrberg überzeugte. Mit diversen Cover-Songs der Rock- und Pop-Welt brachten sie das Publikum schnell auf Betriebstemperatur und sorgten erstmals für eine breitgestreute gute Stimmung.

Nach einer etwas längeren Umbaupause und ausgiebigem Soundcheck kam RAGE als Top-Act auf die Bühne. Die Musik wurde wieder härter und vor der Bühne wurde es noch etwas enger. Bereits seit Mitte der 80er Jahre touren RAGE mit Frontmann Peter ‚Peavy’ Wagner, und seit Ende der 90er Jahre in der jetzigen Besetzung in der oberen Klasse der Metal-Szene. Und das dies zurecht erfolgt, stellten sie in Eitelborn unter Beweis. Diese Gelegenheit nutzten die drei Musiker um auch einige Songs des neuen Albums ‚Soundchaser’ vorzustellen. Und die Fans, die zum Teil etliche hundert Kilometer Anreise auf sich nahmen, dankten es ihnen lauthals.

Alles in allem eine absolut geniale Veranstaltung; wenngleich sich der ein oder andere Zuschauer eine etwas homogenere Zusammenstellung der Bands und der Musikrichtung gewünscht hätte. Hervorragend war auch das Speisen- und Getränkeangebot, das zu fairen Preisen angeboten wurde. Ein Lob an die Organisatoren, die mit viel Idealismus und Einsatzbereitschaft ein solches Event auf die Beine stellten. Den Termin für nächstes Jahr Ende August sollte man sich unbedingt schon mal vormerken. Genaue Informationen sind zu gegebener Zeit unter www.noerrkult.de zu finden.

Von OSYRIS und RAGE gibt es jeweils eine kleine Fotoserie.

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SUMMER'S END OPEN AIR
22.08.03 - JUZ Live Club Andernach

mit
GODMODE, SINCERE, SUBWAY TO SALLY, J.B.O.

Mittlerweile zur festen Größe in der Region hat sich das SUMMER’S END OPEN AIR des JUZ Live Club in Andernach entwickelt. So hatte Organisator Dieter Schwagerus für dieses Jahr GODMODE, SINCERE, SUBWAY TO SALLY und J.B.O. eingeladen. Und 1.250 Zuschauer haben sich dieses Open-Air-Festival an diesem wunderbaren Sommerabend nicht entgehen lassen.

Als Vertreter der regionalen Rockszene machten GODMODE den Anfang am frühen Abend. Deren musikalische Stilrichtung hat ihre Wurzeln in eingängigem Modern Rock. Doch dabei finden sich auch Grunge- und Alternative-Einflüsse genauso wieder wie Elemente aus Metal und Pop.

Das ‚Killerboyquartett’, wie sich SINCERE selbst gerne sehen, setzte das Programm fort. Sie präsentierten sich wie gewohnt hart, brillant und betörend, wobei die Punkeinflüsse aus früheren Tagen noch ansatzweise zum Vorschein kamen. Die Musik von SINCERE ist in erster Linie energiegeladen; sie zeigt aber auch eine provokante Attitüde und melancholische Tiefe.

Spätestens bei SUBWAY TO SALLY wurde fast jeder Zentimeter im Zuschauerraum ausgefüllt. Das hatte auch seinen Grund; denn SUBWAY TO SALLY überzeugte mit ihrer Bühnenshow und den deutschen, zum Teil düsteren, aber immer tiefgründigen Texten, nicht nur die eingefleischten, und standesgemäß schwarz gekleideten, Fans.

 

Und wenn erwachsene Männer außerhalb der Karnevalszeit in bunten Röcken auf die Bühne kommen, dann reichen als Erklärung drei Buchstaben aus: J.B.O. Damit war dann wohl auch der krassest mögliche Gegensatz zu Subway to Sally gesetzt. So schreckten die „Verteidiger des wahren Blödsinns“ auch nicht vor der textlichen Vergewaltigung deutscher Volkslieder oder Heavy-Metal-Songs zurück. Dabei stand aber ein Ziel ganz klar im Vordergrund: Spaß. Und den hatten die Besucher auf jeden Fall.

So bot dieser schöne Sommerabend auch dank der vielen ehrenamtlichen Helfer mal wieder eine gelungene und stressfreie Veranstaltung. Und wer mehr über die kommenden Veranstaltungen des JUZ Live-Club wissen möchte, erfährt dies unter www.juz-andernach.de.

Eine Fotoserie von SUBWAY TO SALLY gibt's hier.

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ROCK AUF DER HEIDE 2003
12.07.2003 - Bad Neuenahr

mit
ALEV, SINCERE, REINVENTED, DIE HAPPY,
FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE, BLIND

Es müssen nicht immer unbedingt die großen Festivals mit 20.000 oder sogar über 70.000 Besuchern sein, die für den Fan guter Rockmusik zum Höhepunkt des Jahres werden können. Dies bewies am 12.07.03 Bastian Debus, und organisierte‚ mal so nebenbei’ den ersten ROCK AUF DER HEIDE. Auf der Bengener Heide, hoch über den Weinbergen des beschaulichen Ahrtalstädtchens Bad Neuenahr, direkt auf dem Gelände des Sportflugzeugplatzes, trafen sich ALEV, SINCERE, REINVENTED, DIE HAPPY sowie FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE und BLIND und heizten ca. 1.300 Besuchern an einem schönen Sommertag ordentlich ein.

Die leidvolle Aufgabe, das Festival in den späten Nachmittagsstunden des Tages zu eröffnen, hatte die Münchner Band ALEV. Doch mit der glasklaren und kraftvollen Stimme der gleichnamigen Sängerin, und der Musik, die insgesamt gekonnt das Gefühl von Rebellion und Romantik vereinen kann, überzeugten ALEV gleich von Beginn. Unterstützt wurde die charismatische und attraktive Sängerin neben den Drums und Bass schwerpunktmäßig von zwei Gitarren, die zeitweise vom Keyboarder mit einer dritten Gitarre ergänzt wurden. Mit dieser facettenreichen Rockmusik, die sowohl mit melancholisch-romantischen Arrangements, aber auch mit harten Riffs Ecken und Kanten zeigte, hätte der Auftakt für diesen Festivaltag nicht besser beginnen können. Ja, ... es hat gerockt! Schade nur, dass sich zu dieser Zeit erst ein Bruchteil der Besucher auf der Heide eingefunden hatte. Wer’s verpasst hat, dem sei die CD ‚breakable’ empfohlen; zu beziehen über www.alevmusic.de.

Weiter im Programm ging’s mit  SINCERE. Die belgische Vierer-Formation machte bereits mit dem Soundtrack zum Kinofilm „Anatomie 2“ auf sich aufmerksam und konnte auch mit dem Video zum Song auf MTV glänzen. Das ‚Killerboyquartett’, wie sie sich selbst gerne sehen, präsentierte sich hart, brillant und betörend, wobei die Punkeinflüsse aus früheren Tagen hin und wieder noch ansatzweise zum Vorschein kamen. Die Musik von SINCERE ist in erster Linie energiegeladen; sie zeigt aber auch eine provokante Attitüde und melancholische Tiefe. Allerdings tat sich der Sänger Robin Fitters etwas schwer zu akzeptieren, dass die Zuschauer zu dieser frühen Stunde noch nicht so richtig abrocken wollten. So mühte er sich zum Ende des Gigs, aus Protest kurzerhand eine Monitorbox von der Bühne zu werfen - was die Roadies jedoch zu verhindern wussten.

Nach einer weiteren kurzen Umbaupause betrat REINVENTED die Bühne. Mit diesen vier Jungs, die mit dem „Act2000“ einen der renommiertesten Nachwuchspreise gewonnen haben, wurde die Musik dann wieder melodischer. Zwischenzeitlich füllte sich auch der Zuschauerraum, so dass sich die Stimmung langsam aber sicher steigern konnte. Und dies lag nicht zuletzt an „These are the days“, dem Song zueinem Toyota-Werbespot, oder an „Dead & Lame“, der Single zum Hollywoodfilm „Animal“.

Spätestens mit dem Auftritt von DIE HAPPY am Abend hatten sich alle Zuschauer auf dem Festivalgelände eingefunden. Und mit dem ersten Ton von Sängerin Marta Jandová stieg das Stimmungsbarometer im Publikum sprungartig in die Höhe. Es ist immer wieder beeindruckend, wie diese Powerfrau über die Bühne fegt und mit ihrer wandlungsfähigen Stimme und ihrer Ausstrahlung das Publikum in ihren Bann zieht. Die in den vergangenen Jahren gesammelte Erfahrung bei unzähligen Festivals und Livekonzerten merkte man der Band an. Mit ihren powervollen Rocksongs und melodischen Balladen sorgten die Vier für Gänsehaut pur. Neben „Supersonic speed“ und “Not that kind of girl“ oder „ Leaving you“ durfte natürlich auch die Singleauskopplung „Big Boy“ aus dem neuen Album nicht fehlen.

Erneut konnten die Zuschauer die Pause nutzen, um sich mit neuen Getränken oder Speisen einzudecken, bevor es zum Topact des Tages kam. Als alte Hasen der deutschen Rockmusik darf man sie durchaus bezeichnen; denn schließlich gibt es FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE bereits seit 1987. Und sie sind immer noch vorne mit dabei. Im Gepäck waren natürlich auch die Klassiker wie „Radio Orchid“, „Milk and honey“ oder „Won’t forget these days“. Das waren die Songs, die das Publikum hören wollte; und die Refrains waren sicherlich kilometerweit noch zu hören. Die Begeisterung fand ihren Höhepunkt, und erst nach mehreren Zugaben wollte man die Jungs aus Hannover von der Bühne lassen.

Für die meisten konnte es nach FURY auch keine Steigerung mehr geben, und in Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde, mittlerweile waren es schon 0:45 Uhr, lichteten sich die Reihen deutlich. Wer aber immer noch nicht genug hatte, und noch eine dreiviertel Stunde wartete, bis das gesamte Equipment von FURY abgeräumt und die Bühne nochmals für die letzte Band des langen Festivaltages neu eingerichtet wurde, der konnte sich mit der Aftershowparty und dem Auftritt von BLIND den Rest geben. Die vier Jungs aus Andernach, die mit diesem Konzert sicher den vorläufigen Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere erlebten, konnten die Übriggebliebenen dennoch motivieren und rockten in der klassischen Besetzung mit Drums, Bass, Gitarre und Gesang mit ihrem geradlinigen Sound und der einprägsamen Stimme von Steve Joachim nochmals richtig ab.

Alles in allem ein erstklassiges Festival – klein aber fein. Es hätte sicher mehr Zuschauer verdient, doch aller Anfang ist schwer. Wenn das Line-Up auch m nächsten Jahr stimmt, sieht das sicherlich anders aus. Schön wäre es dann, wenn auch Campingmöglichkeiten angeboten würden und somit das Festivalfeeling perfekt wäre. Der/Die ein oder andere hätte dann sicherlich auch eine weitere Anreise für dieses Event auf sich genommen.

Die jeweiligen Fotoserien findet Ihr unter: ALEV, SINCERE, REINVENTED, DIE HAPPY, FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE, BLIND

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