Reviews
- to be continued - 


03.02.06

STREAM OF PASSION feat. AYREON
- Aschaffenburg, Color-Saal

03.02.06

EMERGENZA Newcomer-Wettbewerb
mit MOLASSES, EPONYMOUS, UNCUT, DUSTY MILLER,
SNEEZE, PRISON MIND, SYSTEM FAILED, SINSICK

- Koblenz, Suppkultur

26.01.06

PALLAS + PROTO-KAW
- Frankfurt,Batschkapp

21.01.06

BOLT THROWER, MALEVOLENT CREATION, NIGHTRAGE, NECROPHEGIST
- Andernach, JUZ Live Club

13.01.06

U.D.O. & GUN BARREL
- Andernach, JUZ Live Club

14.01.06

THE ROBOCOP KRAUS
- Münster, Gleis22

11.01.06

SIEGES EVEN + DEADSOUL TRIBE
- Aschaffenburg, Colos-Saal

20.12.05

OPETH & BURST
- Hanau, Halle 2

17.12.05

LIQUIDO, FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE & LENINGRAD COWBOYS
beim 20. Bendorfer Weihnachtsrock-Festival

06.12.05

PRIMAL FEAR & HELLOWEEN

- Köln, Live-Music-Hall

03.12.05

METALIZE, GURU, HIGHFLY, DIORAMI, SUB7EVEN

- Mayen, Lokhallen

19.11.05

AMPLIFIER, RIVERSIDE
& THE BRIMSTONE SOLAR RADIATION BAND

- Aschaffenburg, Colos-Saal

09.11.05 HELL IS FOR HEOES
- Köln, Underground
05.11.05 KEEP IT TRUE V
mit VIRGIN STEELE, RAVEN, JAG PANZER, RUFFIANS, INTRUDER, SLOUGH FEG, SKULLVIEW, STORMWARRIOR, FORSAKEN, IGNITOR
- Lauda-Königshofen
04.11.05 HAMMERFALL, STRATOVARIUS & SHAKRA
- Köln, Palladium
08.10.05 GLUECIFER
-
Köln, Live Music Hall
08.10.05 OCEANSIZE
-
Köln, Prime Club
08.10.05 SAXON
- Frankfurt-Fechenheim, Antagon-Halle
07.10.05 JON OLIVA'S PAIN
- Aschaffenburg, Color-Saal
01.10.05 HOLE FULL OF LOVE
- Koblenz-Gülz, Café Hahn
17.09.05 SWORDBROTHERS II
- Andernach, JUZ Live Club
08.09.05 PAIN OF SALVATION
- Aschaffenburg, Colos-Saal
03.09.05 ZWISCHEN WELTEN
- Koblenz, Festung Ehrenbreitstein

mit NOCTE OBDUCTA · CHAMBER · JANUS · THE VISION BLEAK · SCHANDMAUL

26.-
27.08.05
UP FROM THE GROUND
- Gemünden am Main
27.08.05 SUMMERS END OPEN AIR
- JUZ Andernach

mit DIE HAPPY · H-BLOCKX · AK4711 · LAW · BLIND · BRAND NEW DEMON · FOURTYFOURFREAKS

13.-
14.08.05
M'ERA LUNA
- Hildesheim
04.08.05

WACKEN OPEN AIR
- Wacken

23.07.05 EARTHSHAKER-Fest
- Geiselwind
02.07.05 RhEINKULTUR
- Bonn
25.06.05 AREA4-Festival
- Oberhausen
22.06.05 BANG YOUR HEAD
- Balingen
22.06.05 SYTEM OF A DOWN
- Berlin, Treptow Arena
10.-
12.06.05
HURRICANE
- Scheeßel
06.06.04 AMPLIFIER
- Köln, Underground
13.-
15.05.05
ROCK HARD-Festival
- Gelsenkirchen, Amphi-Theater
02.05.04 JAMES LA BRIE, EVERGREY
- Aschaffenburg, Colos Saal
23.04.05 BRAINSTORM, AT VANCE, MERCENARY
- Andernach, JUZ Live Club
19.04.05 PAIN OF SALVATION
- Essen, Zeche Carl
12.04.05 PORCUPINE TREE, ANATHEMA
- Köln, Bürgerhaus Stollwerk
02.04.05 KEEP IT TRUE-Festival
- Lauda-Köngshofen, Trauberfrankenhalle
01.04.05 ENCHANT, ALIAS EYE
- Aschaffenburg, Colos-Saal
01.04.05 APOCALYPTICA
- Hamburg, Große Freiheit
01.04.05 KAMELOT, KOTIPELTO, EPICA
- Andernach,JUZ Live Club
27.03.05 MASTERPLAN, CIRCLE II CIRCLE,
ROB ROCK, PURE INC.

"Easter Metal Attack"
- Bonn, Brückenforum
26.03.05 DEAD CAN DANCE
- Köln, Philharmonie
18.03.05 SPOCKS'S BEARD
- Aschaffenburg, Colos-Saal 
16.03.05 DIE APOKALYPTISCHEN REITER
- Andernach, JUZ Live Club 
10.03.05 DANKO JONES
- Hamburg, Die Fabrik
09.03.05 RPWL
- Bonn, Harmonie
26.02.05 SWORDBROTHERS-Festival I
- Andernach, JUZ Live Club
24.02.05 WITHIN TEMPTATION
- Wiesbaden, Schlachthof
24.02.05 HANOI ROCKS
- Stuttgart, Röhre
22.02.05 NIGHTWISH
- Trier, Arena
13.02.05 THE 69 EYES
- Frankfurt, Batschkapp
11.02.05 GRAVE DIGGER
- JUZ Live Club, Andernach
10.02.05 GUANO APES
- Köln, Palladium
04.02.05 LOVE STREET
- Karlsruhe, Substage
21.01.05 GREEN DAY
- Hamburg,Alsterdorfer Sporthalle 
18.01.05 WISHBONE ASH
- Aschaffenburg, Colos Saal
13.01.05 JUPITER JONES
- Hamburg, Fundbureau
28.12.04 SIRENIA, PAIN & THEATER OF TRAGEDY
- Andernach, JUZ Live Club
25.12.04 HEAVY CHRISTMAS FESTIVAL mit
    RAGE, PERZONAL WAR und GUN BARREL

- Bonn, Brückenforum
11.12.04 BLINK 182
- Münster, Halle Münsterland
05.12.04 BLACKFIELD
- in Köln, Prime Club
04.12.04 SILVER
- in Backnang
18.11.04 W.A.S.P.
- in der Batschkapp Frankfurt
12.11.04 GLUECIFER
- im SP 36, Berlin
28.10.04 SIEGES EVEN
- im Nachtleben Frankfurt
11.09.04: RA'S DAWN, DEAD SOUL TRIBE und THRESHOLD
- im JUZ Live Club, Andernach
18.09.04

MARILLION
- Köln

06.09.04 BACKYARD BABIES
-
in der Röhre, Stuttgart
25.08.04 VELVET REVOLVER
- in der Georg-Elser-Halle, München
19.-
21.08.04
:
SUMMER BREEZE
-  Abtsgemünd
13.08.04: MOTHER TONGUE
-  im KFZ, Marburg
30.07.-
01.08.04
:
LOTT-Festival
- in Raversbeuren
u. a. mit RASKOB RAILS, ALEV, VIRGINIA JETZT!, SHARRIE WILLIAMS, GOOZE FLESH, PANTEON ROCOCO, ALTERNATIVE ALLSTARS
16.-
18.07.04
:
ZILLO 2004
- auf der Freilichtbühne Loreley am Rhein
u. a. mit SUICIDE COMMANDO, BLUTENGEL, LONDON AFTER MIDNIGHT, ALIEN SEX FIEND, IN EXTREMO, WITHIN TEMPTATION
21.06.04: MONSTER MAGNET
- im Schlachthof Wiesbaden
 04.-
06.06.04
:
ROCK AM RING 2004
u. a. mit H-BLOCKX, MACHINE HEAD, MOTÖRHEAD, EVANESCENCE, KORN, JET, 3 DOORS DOWN, NICKELBACK, RED HOT CHILI PEPERS, DONOTS, THE RASMUS, AVRIL LAVIGNE, LINKIN PARK, DIE TOTEN HOSEN
17.04.04: DANKO JONES
- im Schlachthof Wiesbaden
13.03.04: SKEW SISKIN und GUN BARREL
- im JUZ Andernach
28.02.04: EASY RIDER und TIERRA SANTA
- im JUZ Andernach
24.01.04: RAGE
- im JUZ Andernach
07.01.04: GRAVE DIGGER, WIZARD und SYMPHORCE
- im JUZ  Andernach
29.12.03: DORO, EPICA und BLAZE
-
im JUZ Live Club Andernach
20.12.03: Weihnachtsrockfestival
- Bendorf
mit PAST, MOTHERS'S FINEST UND SAGA
12.12.03: Nickelback
- Düsseldorf
23.08.03: Nörr Open Air
- in Eitelborn
mit DANIEL, BIRO & FRIENDS, OSYRIS, CHEEKY RASCALS, HANS, SEARCH4ONE und RAGE
22.08.03: SUMMER'S OPEN AIR
- im JUZ Andernach
mit GODMODE, SINCERE, SUBWAY TO SALLY und J.B.O.

12.07.03:

ROCK AUF DER HEIDE
- in Bad Neuenahr-Ahrweiler
mit ALEV, SINCERE, REINVENTED, DIE HAPPY, FURY und BLIND

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SILVER
04.12.04 im Jugendhaus Backnang

In Backnang (das ist übrigens ein Kaff in der Nähe von Stuttgart) stehen am heutigen Samstagabend SILVER, eine junge Band aus dem schönen Skandinavien, auf der zugegebenermaßen recht kleinen Bühne des Jugendhauses der Stadt. Das Jugendhaus scheint normalerweise nicht gerade ein Venue für ausländische Bands zu sein. Die Sleazerocker aus Norwegen haben bisher 2 Alben veröffentlicht und sind noch relativ jung. Ihr neustes Album zu dem sie auch diese Tour mit leider nur 2 Shows in Deutschland spielen trägt den Namen „White Diary“.

Die Show eröffnen die FLYING WINDMILLS aus Dresden, die sympathisch mit lockerem melodischen Skater-Pop-Punkrock die Crowd aufwärmen und ihren Job recht gut machen.

Als SILVER schließlich die Bühne betreten, fühlt man sich sofort um einige Jährchen in die Vergangenheit zurückversetzt und nach einigen Liedern steht fest: Das hier sind die kleinen Brüder von Axl Rose und Michael Monroe, musikalisch sowohl als auch optisch. Der charismatische Sänger Blanco Summer erinnert mit seinen Posen an die Großen der 80er, er hält das Micro in den gefalteten Händen und verbiegt seinen Körper dazu beim Singen so, dass der inzwischen in die Jahre gekommene Mr. Rose vor Neid erblassen würde. Der gerade neu dazugestoßene Schlagzeuger erinnert stark an Tommy Lee und die starke äußerliche Ähnlichkeit des Gitarristen Bee Buzer mit Duff McKagan springt einem sofort ins Auge. Die Jungs geben schnellen rockig-rotzigen Sleaze zum Besten, aber auch einige sehr melodische eingängige Rocksongs. Beispielsweise die aktuelle Single „Angels Calling“, die ein richtiger Ohrwurm ist.

Eine Zugabe gibt es leider nicht und so verlassen sie die Bühne nach etwa einer Stunde, um sich auf den Weg nach Österreich zu machen, wo sie am nächsten Tag einen Gig spielen. Danach geht es noch für einige Shows nach Italien und dann wieder heim nach Norwegen. Im nächsten Jahr werden sie aber wieder nach Deutschland kommen und das sollte man auf gar keinen Fall verpassen ! ! !

(by: Beatrice Mussgnug  - 05.12.2004)

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W.A.S.P.
Support: CHINCHILLA
18.11.04 in der Batschkapp, Frankfurt

W.A.S.P. - das ist die Abkürzung für "White Anglo Saxon Protestants" und steht für die besonders scheinheiligen U.S.-Amerikaner. Eine solche Scheinheiligkeit war wohl auch das Umfeld in dem W.A.S.P.-Sänger Blackie Lawless zunächst streng religiös aufgewachsen war, sich dann aber zum schockenden und durchgeknallten Bandleader gemausert hatte. So waren W.A.S.P. am Anfang ihrer Bandkarriere für ihre sehr berüchtigten live Shows bekannt, bei denen sie Kunstblut aus Schädeln tranken, rohes Fleisch ins Pubilkum warfen und sich ähnlich Makaberes mehr einfallen ließen. Die Amerikaner tourten bereits mit Größen wie Black Sabbath, Slayer und KISS, um nur einige zu nennen. Und sie nun in einem relativ kleinen Club auf einer relativ kleinen Tour sehen zu können, konnte man sich einfach nicht entgehen lassen. So warteten vor der ausverkauften Batschkapp in Frankfurt zumeist langhaarige Gestalten aus allen möglichen Teilen Deutschlands geduldig auf den Einlass. Dieser verzögerte sich allerdings um eine Dreiviertelstunde aufgrund eines Staus in dem die W.A.S.P.-Tourbusse gestanden hatten.

Da sich der Soundcheck an diesem Abend entsprechend verzögert hatte und der Andrang am Eingang recht groß war, war es leider nicht allen Besuchern möglich, rechtzeitig zum Beginn der Show des deutschen Supportacts CHINCHILLA vor der Bühne zu stehen. Statt schon ein kühles Bierchen zu genießen, standen viele noch draußen im weniger angenehmen Nieselregen. Die sehr sympathische Metalband CHINCHILLA brachte das Publikum mit viel Spielfreude und Enthusiasmus in Stimmung. Die Schwaben spielten alte und einige neue Songs von ihrer aktuellen Platte "Take No Prisoners". Zum Abschluss gab's dann noch einen ziemlich gut gelungenen KISS-Cover und dann mussten sie auch schon die Bühne räumen.

Nach einer ziemlich kurzen Umbaupause erklang zu gedimmtem Licht "The End" von den Doors. Obwohl die Fans vor Vorfreunde schon fast auf und ab hüpften, ließen sich Blackie Lawless und Co. noch ein kleines bisschen Zeit, bis sie schließlich unter lautem Jubel und sichtlich gut gelaunt die Stage betraten. Der hochgewachsene Blackie hatte die Show und die Fans von der ersten Minute an fest im Griff. Aber auch sonst waren die Bedingungen unter denen das Konzert stattfand super: der Sound war sehr gut, die Lightshow ziemlich klasse und die Stimmung kaum zu übertreffen. 

Mit "The Neon God Part 1- The Rise" war im April dieses Jahres der erste Teil des W.A.S.P.-Konzeptalbums erschienen. Die Tour hierzu verlief weniger glücklos; und so versuchte Blackie den verlorenen Boden mit "The Neon God Part 2 - The Demise" und der dazugehörigen Tour wieder gut zu machen. Doch die Amerikaner spielten wenig vom neuen Album, dagegen viele alte Songs wie beispielsweise "I wanna be somebody" und "Animal (fuck like a beast)".

Sehr beeidruckend war Blackies Mikrofon; ein riesiges Skelett mit Armen und Beinen und natürlich einem riesigen Totenkopf, das beim Aufbau von mindestens 2 Roadies getragen werden musste. An dieses Monstrum hängte er sich mit und ohne Gitarre während und zwischen den Songs. Er schaukelte vor Richtung Publikum und wieder zurück, was die Leute fast immer zum Durchdrehen brachte. Mal kauerte er sich hinter dem riesigen Skelett zusammen, mal setzte er sich, noch mit der Gitarre auf dem Rücken ganz oben drauf. So auch gegen Ende des Sets, als die Lichter abgedunkelt wurden und der Club nur noch von Schwarzlicht beleuchtet wurde. Er schmierte sich fluoreszierende Farbe ins Gesicht und auf die Arme. Dieses Outfit ließ sein Gesicht wie einen Totenschädel wirken. Und so schwang Blackie hin und her während er mit eindringender Stimme singt. Nach einigen Zugaben und einer großartigen Show verzogen sich die 4 Jungs endgültig; aber sie ließen viele zufriedene Fans zurück. Es mag zwar sein, dass W.A.S.P. ihre allergrößten Zeiten schon ein bisschen hinter sich haben, dennoch sind sie noch immer ein absoluter Knaller und UNBEDINGT sehenswert!

Line-Up:

  • Blackie Lawless (Gesang, Gitarre)
  • Darrel Roberts (Gitarre)
  • Mike Duda (Bass)
  • Frankie Banali (Drums). 

Setlist:

  • Medley
  • Helldorado
  • Inside The Electric Circus
  • Hate To Love Me
  • L.O.V.E. Machine
  • Wild Child
  • Come back to Black
  • The Headless Children
  • Animal (Fuck Like A Beast)
  • The Idol
  • Kill Your Pretty Face
  • The Real Me
  • I Wanna Be Somebody
  • Blind In Texas

(by: Beatrice Mussgnug  - 02.12.2004)

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GLUECIFER
Support: CAPTAIN MURPHY
12.11.04 im SO 36, Berlin

Nach ihrer Tour als Support von MONSTER MAGNET Anfang des Jahres und einigen Auftritten auf Festivals in ganz Europa kamen GLUECIFER nun erneut auf ihrer europäischen Hallentour für einige Konzerte nach Deutschland. Im Gepäck hatten die selbsternannten "Kings of Rock" ihre Landsmänner von BONK und die schwedischen, noch recht unbekannten CAPTAIN MURPHY.

Als "Kings of Rock" können sich Sänger Biff Malibu, die Gitarristen Captain Poon und Raldo Useless, sowie Bassist Stu Manx und Drummer Danny Young getrost bezeichnen, auch wenn es etwas prollig klingen mag. Denn die Erwartungen, die an das neue Album "Automatic Thrill" (Anfang des Jahres erschienen) gestellt wurden, wurden auf keinen Fall enttäuscht. Und das neue Album braucht sich auch nicht hinter "Basement Apes", das letzte Album aus dem Jahr 2002 zu dem sie im gleichen Jahr eine ausverkaufte Tour spielten, zu verstecken.

Den Abend im Berliner SO 36 eröffneten CAPTAIN MURPHY mit ihren rockigen 70ties-lastigen Songs, die vom Publikum sehr positiv aufgenommen wurden. Die meisten Bandmitglieder sind noch recht jung, dafür hängen sie sich um so mehr rein; und die Energie, die sie versprühen überträgt sich auf das Publikum. Auffällig ist vor allem Gitarrist Victor, der unablässig einen auf "Poser" macht und am Schluss sogar von der Bühne springt und in der Crowd weiterspielt. Leider mussten die jungen Schweden schon nach ca. 30 Minuten die Bühne freigeben für die zweite Vorgruppe BONK. Die spielten etwas länger, rissen aber nicht gerade die Hütte ab. Dennoch füllte sich das SO 36 nun merklich schneller und als BONK am Ende ihres Sets angelangt waren, war es richtig voll.

Nach einer weiteren Umbaupause betraten nun endlich die "Kings of Rock" die Bühne; gut gelaunt und spielfreudig wie gewohnt. Zusammen sind die 5 einfach unschlagbar und man sieht deutlich, wie viel es ihnen bedeutet, wenn die Leute wirklich abgehen. Und das war definitiv der Fall, trotz des tropischen Klimas im SO 36. Als Norweger kann man ja auch manchmal ein bisschen deutsch, wenn man in der Schule aufgepasst hat und das war bei den Jungs von GLUECIFER wohl der Fall; und so machte Sänger Biff Malibu seine recht humorvollen Ansagen teilweise auch auf deutsch. Bei GLUECIFER gibt es keinen ersten und zweiten Gitarristen, sondern zwei Gitarristen, die jeweils links und rechts außen an der Bühne stehen und die sich die Parts teilen. Von Schlagzeuger Danny Young sieht man meistens nur den strohblonden Haarschopf wenn er unablässig auf seine Drums eindrischt. Die Setlist ließ fast keine Wünsch offen und war eine sehr gute Mischung von alten und neuen Songs, es gab beispielsweise die Kracher "I got a war" und "Shotgun Seat", "Easy Living", die Single vom letzten Album, "Here come the pigs" oder "A call from the other side". Nach 3 Zugaben verließen die Norweger schließlich die Stage und man konnte mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.

Übrigens: wer GLUECIFER auf dieser Tour verpasst hat, kann sich trösten, denn sie werden für DIE TOTEN HOSEN als Support bei einigen Shows hierzulande dieses Jahr noch mal zu sehen sein.

Setlist:

  • car full of stash
  • titanium sunset
  • take it
  • reversed
  • phones
  • here come the pigs
  • get the horn
  • i got a war
  • a call from the other side
  • rockthrone
  • shotgun seat
  • go away
  • shaking so bad
  • black book
  • automatic thrill
  • easy living

(by: Beatrice Mussgnug  - 29.11.2004)

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SIEGES EVEN
28.10.04 im Nachtleben Frankfurt

Sieben lange Jahre hatte sich die Münchner Prog-Kultcombo SIEGES EVEN aus
der musikalischen Öffentlichkeit zurückgezogen. Nach einem Auftritt im
Frühjahr dieses Jahres auf dem Headway-Festival in den Niederlanden gab
es endlich wieder die Möglichkeit Sieges Even livehaftig in Deutschland
zu erleben. Entsprechend groß war die Vorfreude auf dieses Konzert im
Frankfurter Nachtleben.

Als die Band kurz nach 21 Uhr nach einen kurzem Intro die Bühne betrat,
und mit einem etwa halbstündigen Einblick des Titeltracks des im Spätherbst
erscheinenden Albums THE ART OF NAVIGATING BY THE STARS losrockte, war
schon nach wenigen Takten klar, daß Sieges Even nichts verlernt haben.
Das neue Material erinnert am ehesten an das hervorragende SENSE OF CHANGE
Album und lässt auf kommende Großtaten schließen.

Vor allem der neue und sympathische, aus Holland stammende Sänger Arno Menses,
stimmlich am ehesten mit Jogi Kaiser zu vergleichen, sammelte von Beginn an
durch seine agile Bühnenperformance und seine starke stimmliche Leistung viele
Pluspunkte. Auch seine Mitstreiter an den Instrumenten überzeugten, besonders
der Schlagzeuger Alex Holzwarth trommelte äußerst präzise, wie ein Schweizer
Uhrwerk und bildete mit seinem Bass spielenden Bruder Oliver eine perfekte
Rhythmuseinheit, über die Gitarrist Markus Steffen virtuos seine originellen
Riffs und jazzige Soli legte.

Das Hauptaugenmerk bei der restlichen Songauswahl wurde hauptsächlich auf das 
SENSE OF CHANGE Album gelegt, wobei auch 2 Songs des VAL'PARISO Demos zum Ein-
satz kamen. Vom Debut wurde lediglich der Titeltrack LIVE CYCLE gespielt und
STEPS wurde würdig mit dem 25-minütigen TANGERINE WINDOWS OF SOLACE vertreten. Die beiden letzten Alben, die ohne Gitarrist Markus Steffen eingespielt wurden, fanden keine Berücksichtigung. 

Nach 100 Minuten war zum ersten mal Schluss, allerdings kehrte die Band umgehend
zurück, um die lautstark vom Publikum geforderten Zugaben THE WAKING HOURS und
WHERE OUR SHADOWS SLEEP zum Besten zu geben. Nach 2 Stunden Progmetal vom Feinsten fiel nun endgültig der letzte Vorhang und es gab wohl kein Fan, der nicht zufrieden nach Hause ging. Bleibt nur noch zu hoffen, dass das Line-Up diesmal stabil bleibt, und wir in Zukunft weiter großartige Alben und solche hervorragenden Live-Gigs von SIEGES EVEN erwarten können.

(by: Michael Kümmet - 02.11.04)

Line-Up:
  • Arno Menses (Gesang)
  • Oliver Holzwarth (Bass)
  • Alex Holzwarth (Schlagzeug)
  • Markus Steffen (Gitarre)

Setlist:

  • Intro
  • The Art Of Navigating By The Stars
  • Prime
  • The Lonely Views Of Condors
  • Epigram For The Last Straw
  • Life Cycle
  • Tangerine Windows Of Solace
  • These Empty Places
  • The Waking Hours
  • Where Our Shadows Sleep

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RA'S DAWN
+
 DEAD SOUL TRIBE
+
THRESHOLD

11.09.04 - JUZ Live Club Andernach

Die Sommerpause im JUZ Live Club in Andernach war kaum vorbei, da gab’s dort auch schon wieder das erste Hallenkonzert. War man vom JUZ sonst eher härtere Klänge gewohnt, sollte es heute mal wieder etwas melodischer zugehen - aber nicht unspektakulärer. Progressive Rock bzw. Metal stand auf dem Programm. Und hierzu hatte Dieter Schwagerus, Organisator und Chef des Hauses, THRESHOLD eingeladen; als Special Guest hatten die Jungs aus Großbritannien DEAD SOUL TRIBE mit dabei. RA’S DAWN aus Koblenz eröffneten als Local Support den Abend und komplettierten die Bandauswahl in bester Weise.

Als ich im JUZ kurz nach halb Acht ankam, war der Soundcheck noch im Gange und die Halle noch verschlossen. Aber man konnte sich ja im Vorraum an der Theke schon mal auf den Abend vorbereiten - und wer seinen Flüssigkeitshaushalt hier auf den oberen Pegel brachte, war gut beraten. Denn im Laufe des Konzertabends sollte es wieder schön heiß und schweißtreibend im JUZ werden.

War der offizielle Beginn des Konzerts für 20:00 Uhr vorgesehen, so war ich dann doch etwas verwundert als RA’S DAWN trotz des späten Soundchecks dann doch bereits 10 Minuten früher auf die Bühne kam. Die Koblenzer Progressive Metaller fackelten auch gar nicht lange und starteten ihr kurzes – leider zu kurzes - Set.
Der 'Fanclub' war auch mit dabei. Dies hatte zum einen den Vorteil, dass der Weg für eine gute Stimmung im Saal schnell geebnet wurde, und die Musiker hin und wieder ein Bier auf die Bühne gereicht bekamen. Wie gesagt, man hatte sich gerade auf den Sound der Koblenzer eingestellt, da war’s das nach knapp 30 Minuten auch schon gewesen. In dieser kurzen Zeit konnten aber sowohl das instrumentale Gesamtkonzept sowie die Stimme von Sänger Olaf Reimann überzeugen. Die Band legte sich mächtig ins Zeug. Den Grundrhythmus lieferten Marco Freimuth an den Drums und Martin Balthes am Bass; der entsprechende Progressive-Sound war erfreulicherweise nicht zu weich gespült und bekam nicht zuletzt durch die doppelte Gitarrenbesetzung mit John Schmitz und Marek Schoppa, sowie die Keyboardunterstützung von Philipp Nörtersheuser den richtigen Schliff. Die zentralen Song-Themen, die RA'S DAWN hierbei musikalisch verarbeitete,  wurden in folgenden Stücken verpackt: In Memory (wurde nur angespielt), Terrified, Follow Me, Forlorn Dream, Masque of the Red Death, Passage to the Moom, Speak to the Dead.  Auf weitere Zugaben mussten die Leute aus Zeitgründen leider verzichten.

Nach gut 20 Minuten Umbaupause ging’s weiter im Programm. DEAD SOUL TRIBE betraten die Bühne. Und von dieser Show war ich dann mehr als positiv überrascht. Dead Soul Tribe überzeugte auch die (Noch-)Nicht-Fans mit innovativen und kreativen Songs.

Mit ihren dynamischen Kompositionen erzeugten sie ein unglaublich magisches Klangbild und einen dermaßen atmosphärischen, stimmungsvollen und intensiven Sound, dass die Seele berührt wurde. Und dies schafften sie alleine in der klassischen Viererbesetzung; wobei Sänger Devon Graves ebenfalls die Gitarre bediente. Kennt man den Einsatz einer Querflöte in erster Linie von Jethro Tull, wusste auch Devon dieses Instrument neben seinem impulsiven Gesang und seiner Gitarrenarbeit auch noch gekonnt in die Songs einzubetten. Doch leider mussten die Besucher auch hier auf eine Zugabe verzichten. Auch wenn das Konzert eine Stunde gedauert hatte, hier hätte es trotzdem gerne deutlich mehr sein dürfen.

Nach dem eindrucksvollen Auftritt ließ es sich Devon nicht nehmen, jedem Bandkollegen einen dicken Kuss auf den Mund zu geben. Und sichtlich zufrieden bedankte sich die Band mit einem kurzen Shaking Hands bei den Fans in den ersten Reihen.

Auch in der zweiten Umbaupause flohen die meisten Leute schnell nach draußen an die frische Luft um sich etwas abzukühlen.

TRESHOLD betraten kurz nach 22:00 Uhr als Headliner die Bühne. Die Briten sind schon etliche Jahre im Geschäft und lieferten dementsprechend ein musikalisch einwandfreies Set ab. Doch irgendwie hatte man aber den Eindruck, dass sie bei der  Bühnenperformance nicht die richtige Linie finden konnten. Andrew 'Mac' McDermott, der die Ansagen in hervorragendem Deutsch machte, bemühte sich zwar immer mal wieder, um die Stimmung anzuheizen, doch fehlte ihm ein bisschen das nötige Charisma, um die Leute richtig in seinen Bann zu ziehen. Obwohl die Stimmung dennoch als gut zu bezeichnen war, machte Keyboarder Richard West schon fast einen gelangweilten Eindruck. Hingegen Drummer Johanne James war mit Herz und Seele bei der Sache. Die beiden Gitarristen Nick Midson und Karl Grom sowie Steve Anderson am Bass bedienten eher das enthusiastische Mittelfeld.

Während Sänger Mac, der in einem schwarz-weiß-karierten Schottenrock auflief, hinterließen seine Bandkollegen – mit Ausnahme vom Schlagwerker – rein optisch einen eher unspektakulären und fast schon faden Eindruck. Dennoch waren die Fans zufrieden, sie hatten ein solides Konzert geboten bekommen; auch wenn die Bühnenshow die Musik nicht in der erforderlichen Weise tragen konnte. Nach dem Zugabenteil und einer Spielzeit von insgesamt eindreivietel Stunde war dann um 23:45 Uhr der Konzertabend zu Ende.

Letztlich hätte mir DEAD SOUL TRIBE als Headliner aber besser gefallen; und sie wären  - trotz Protest der vielen THRESHOLD-Fans - meiner Meinung nach auch würdiger gewesen, diese Position einzunehmen. Zumindest an diesem Abend.

Das Konzert war zu RA’S DAWN schon erfreulich gut besucht. Im Laufe des Abends konnte der Veranstalter insgesamt dann noch noch knapp 300 Besucher begrüßen. Schade, dass eine Bühnendeko an diesem Abend gänzlich fehlte. Selbst auf ein Banner, um das Rolltor im Hintergrund etwas zu verdecken, verzichteten alle drei Bands. Auch lichttechnisch hätte ich mir etwas mehr Einfallsreichtum und Abwechslung gewünscht. Und warum war es eigentlich diesmal so verdammt heiß in der Halle???

Die einzelnen Fotoserien der drei Bands findet ihr hier: RA'S DAWN - DEAD SOUL TRIBE - THRESHOLD

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MARILLION
18.09.04 - Köln

„Punch and Judy“ – das war das Lied, das damals Anfang der 80er Jahre mein Interesse auf Marillion lenkte. Mit dem Weggang des ehemaligen Sängers Fish erlosch aber dann mein Interesse an der Band. Denn für mich war es damals einzig seine Stimme die den Charakter und die Authentizität von Marillion ausgemacht hatte. Doch war ich heute nach ca. 17 Jahren neugierig, wie die Band, ihre Musik und insbesondere der Nachfolger am Mikrofon, Steve Hogarth, nach so vielen Jahren nun rüberkamen. Und insgeheim hoffte ich, einige Klassiker aus der guten alten Fish-Ära hören zu können.

Etwas ungewöhnlich war der Anlass zu dem Marillion in Köln dieses Konzert spielten. Das ‚Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt’ hatte die Band anlässlich ihres Tages der offenen Tür eingeladen und brachten dadurch zum Ende des Tages die Besucher und Marillion-Fans in den Genuss eines kostenlosen Konzertes. Da das Ganze also für lau war, kamen auch sicher etwas mehr Besucher, als unter ‚normalen’ Umständen.

So 3.000 dürften es dann auch sein (das Durchschnittsalter lag wohl so um die 30-35), die an diesem frühen Abend auf der Landebahn des Militärflughafens vor der Bühne stehen und auf das Erscheinen der Band warten. Und während die Leute so erwartungsfroh dort ausharren und in Köln langsam die Sonne untergeht, schwebt um 19:15 Uhr ein Helicopter ein, dreht eine Runde über die Menge und landet am Ende das Flugfeldes. Auf der Bühnen-Leinwand, wo das Geschehen von einigen Video-Kameras eingefangen wird, erkennt man Steve Hogarth, Frontmann und Sänger von Marillion, der aus dem Helicopter steigt. Während in der Zwischenzeit seine musikalischen Mitstreiter, Mark Kelly (Keyboard), Ian Mosley (Drums), Steve Rothery (Gitarre) und Pete Trewavas (Bass), die Bühne betreten und mit „Between you and me“ das Konzert schon mal beginnen, lässt sich Steve Hogarth mit einem bereitgestellten Wagen zum Bühnenaufgang fahren. Ein spektakulärer und interessanter Konzertbeginn.

Gut gelaunt, das weiße Hemd hängt lässig über der schwarzen Hose, aber noch mit Sonnenbrille vor den neugierigen Blicken der Besucher geschützt, erscheint Steve nur wenige Augenblicke später unter dem Beifall des Publikums ebenfalls auf der Bühne steigt stimmlich in den Song ein. Die Arme der Fans sind gleich bei den ersten Takten in der Luft und unterstützen den Sound mit einem rhythmischen Klatschen. Steve Hogarth untermalt von Anbeginn die Lyrics vielfach mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik. Er springt und tanzt über die große Bühne, von rechts nach links - und klettert am Lichtgerüst nach oben. Er zeigt, wie fit und professionell er ist und singt auch auf dem Rücken liegend. Die Show und Bühnenperformance wird fast ausschließlich von ihm getragen, einzig Basser Pete Trewavas kann hier nur zaghaft Unterstützung bieten.

Auch die hinteren Publikumsreihen bekommen dank der Videoleinwand im Bühnenhintergrund die Einzelheiten mit. Zwischenzeitlich unterstützt der Sänger seinen Kollegen Steve Rothery mit einer zweiten Gitarre, nimmt sich die Handrasseln und setzt sich auch zeitweise ans Keyboard, um den ohnehin schon fulminanten Sound zu verstärken. Die Fans freut’s, sie klatschen und singen mit, entzünden bei den ruhigen Balladen die obligatorischen Wunderkerzen und genießen diesen wunderschönen Sommerabend. Doch als diese sich gerade so richtig warm gesungen und warm geklatscht haben, legen die Musiker ihre Instrumente nieder und bedanken sich für das Kommen der Fans und dass sie in Köln spielen durften. Nicht wenige Besucher schauen sich fragend an. „Wie jetzt? Das soll’s schon gewesen sein?“ kann man in ihren Gesichtern lesen. Doch die 5 Musiker verlassen nach noch nicht einmal einer Stunde wie selbstverständlich die Bühne. Die freundlich-fordernden Zugaberufe geleiten sie nach wenigen Minuten aber noch mal zurück und mit „Easter“ und „The Space“ legen Marillion noch zwei Songs nach. Doch das reicht den Fans verständlicherweise dann immer noch nicht. So kommen die Herren ein zweites Mal zurück auf die Bühne und spielen als allerletzten Song noch „Three Minute Boy“ bevor sich die Combo schon um 20:45 Uhr endgültig aus Köln verabschieden.

Auch wenn der Auftritt der Engländer definitiv zu kurz war (oder darf man sich da bei einem kostenlosen Konzert gar nicht beschweren?), war es ein imposantes und qualitativ hochwertiges Konzert. Der Sound hat gestimmt, die Licht- und Bühnenshow waren einwandfrei. Nichts gegen Steve Hogarth, doch – die Marillion-Fans mögen es mir verzeihen – Fish hätte ich als Sänger lieber gesehen und auch ‚seine’ alten Hits hätten mir mehr gegeben; denn sie hätten wieder einmal alte Erinnerungen an eine schöne Zeit geweckt.

Eine Fotoserie vom Konzert findet Ihr hier.

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BACKYARD BABIES
06.09.04 - Röhre, Stuttgart

Nach fast 2-jähriger Pause kam im Frühjahr dieses Jahres das Album „Stockholm Syndrome“ der BACKYARD BABIES heraus; kurz nach dem Erscheinen ging’s auch schon wieder auf Tour für die vier in Stockholm lebenden Jungs. Erst wurde ausgiebig im schönen Schweden getourt, dann im restlichen Europa. Die erste Single „Minus Celsius“, die es genau wie das Album im Heimatland der Band tatsächlich bis auf Platz eins der Charts geschafft hat, konnte man auch hier des öfteren auf diversen Musiksendern sehen.

Das nur 2 Wochen im voraus angekündigte Konzert in Stuttgart war eigentlich der freie Tag der Tour, auf der die BACKYARD BABIES gerade Velvet Revolver supporten. „Anstatt im Bus rumzusitzen und uns zu langweilen spielen wir lieber Shows an den Off-days“ erklärt der blonde, inzwischen wieder langhaarige Sänger Nicke Borg, auf dessen Hals das Zigarette rauchende Skelett des Social Distortion Logos tätowiert ist.

Zwar schien die Röhre nicht so voll zu sein wie sonst, hatte man doch noch etwas mehr Platz zum Nebenmann oder eher der Nebenfrau. Hatte das Publikum doch einen sehr hohen Frauenanteil, der Stimmung tat das keinen Abbruch, denn von der ersten Minute in der die Band die Bühne betrat wurde ihre Rückkehr nach Deutschland von den Fans gefeiert und bejubelt. Mit dem Song „Everybody ready“ war ein passender Opener gewählt und die Jungs legten los. War es mal etwas ruhiger wurde Gitarrist Dregen Svensson nicht müde das Publikum zu animieren.

Die vier bilden ein unschlagbares Quartett; Schlagzeuger Peder Carlsson der im Hintergrund unablässig und mit nacktem Oberkörper auf seine Drums eindrischt, Johan Blomquist, der cool seinen Bass spielt mit einer Kippe im Mund und in den Pausen zwischen den Lieder Jack Daniels trinkt, Leadgitarrist Dregen, der Augenmake-up trägt und dessen Frisur immer perfekt gestylt ist, und natürlich Nicke Borg der Sänger und Gitarrist, dessen Stimme doch manchmal sehr an Mike Ness von – wie soll es auch anders sein – Social Distortion erinnnert.

Besonders bei den Songs des ersten in Deutschland veröffentlichten Album „Total 13“  weitete sich der Pogokreis fast bis ganz an die Seite aus. Als Besonderheit gab es in Stuttgart den Song „Friends“ vom aktuellen Album, den die Band mit befreundeten Musikern wie beispielsweise Joey Ramone, Michael Monroe, Danko Jones und Nina Persson aufgenommen hat. Neben Nicke und Gitarrist Dregen sangen J. J. Joy von der süddeutschen Vorguppe The Starfuckers und Galactica, Gitarristin der zur Zeit nicht existierenden Heroines aus Stuttgart.

Die BACKYARD BABIES haben noch viel vor in der nächsten Zeit, zuerst ging's dann als Support für Velvet Revolver erst mal weiter auf Tour in die USA, wo ihr Album auch in Kürze erscheinen wird, auf das dann ihre eigene Tour in den USA folgt.

(by: Beatrice Mussgnug  - 17.09.2004)

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VELVET REVOLVER
25.08.04 - München, Georg-Elser-Halle

Nachdem das erste Konzert der ehemaligen Guns´n Roses Mitglieder Slash, Duff McKagan und Matt Sorum, sowie des weniger bekannten Suicidal Tendencies Gitarristen Dave Kushner und Sänger Scott Weiland, ehemals bei den Stone Temple Pilots am Micro, bei ihrer ersten gemeinsamen Tour in diesem Jahr in New York innerhalb von 5 Minuten ausverkauft war, wartete man auch hierzulande gespannt auf VELVET REVOLVER, die einige Shows in Europa spielten.

Vor der schon Wochen vorher ausverkauften Georg-Elser-Halle in München konnte man auf dem Schwarzmarkt noch Tickets erstehen; vorrausgesetzt, man war bereit, was springen zu lassen. Denn wer es versäumt hatte, sich für dieses Ereignis ein Tickets zu besorgen, musste gut und gerne fast das Doppelte blechen.

Der Abend begann mit der Supportband Backyard Babies. Die Schweden um Frontmann Nicke Borg, die selbst bekennende Guns´n Roses Fans sind, gaben Songs vom aktuellen Album „Stockholm Syndrome“ und ihren beiden zuvor in Deutschland veröffentlichten Alben zum Besten.

Unter den Begeisterungstürmen des Publikums kamen schließlich VELVET REVOLVER auf die Bühne und legten gleich ordentlich los mit ihrem Opener „Sucker Train Blues“ vom Debütalbum „Contraband“. Bei dem im Juni erschienenen Album handeln die Lyrics auffällig oft von Drogen, was aber auch nicht sehr verwundert, wenn man die Biografie der einzelnen Bandmitglieder, vor allem von Weiland, betrachtet. Die Songs von VELVET REVOLVER sind bis auf wenige Ausnahmen - wie „Fall to pieces“ - sehr rockig und schnell, allerdings sind es natürlich nicht Guns´n Roses. Weilands Stimme ist melodischer als die von Rose (um den naheliegenden Vergleich auch hier anzubringen) und was die Show auf der Bühne betrifft, steht er ihm um nichts nach. Sie rockten mit Songs wie  „Big Machine“, „Set me free“, “Do it for the kids“ und der ersten Single “Slither”. Natürlich durften zwei Cover von den Stone Temple Pilots nicht fehlen, sowie zwei  von Guns´n Roses: „It´s so easy“ und „I used to love her“. Und, sind wir mal ehrlich, wenn Slash, McKagan und Sorum diese Songs mit Unterstützung von Weiland und Kushner spielen, dann fühlt sich das irgendwie „richtiger“ an, als wenn ein maskierter Riese, der einen KFC-Pappbecher auf dem Kopf trägt und sich sinnigerweise Buckethead (aus Axl Roses neuer G´nR-Formation) nennt „Sweet Child of mine“ spielt, selbst wenn Rose dazu singt.

Mit VELVET REVOLVER sind Guns´n Roses natürlich nicht zurückgekehrt, was aber auch keine realistische Erwartung gewesen wäre, dafür aber ist die Rockwelt um eine großartige Band reicher geworden.

(by: Beatrice Mussgnug  - 17.09.2004)

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SUMMER BREEZE
19.-21.08.04 - Abtsgmünd

Wie jedes Jahr gegen Ende August fielen auch dieses Jahr wieder größtenteils schwarzgekleidete Gestalten in dem kleinen, sehr ländlichen Abtsgmünd (ca. 30 km von Aalen) ein, um beim Summer Breeze-Festival die insgesamt 50 Bands, hauptsächlich aus dem Metal Bereich, zu sehen. Das Summerbreeze hat 2 Bühnen, die MAIN- und die PAIN-STAGE, die relativ nahe beieinander stehen, weshalb immer abwechselnd auf einer gespielt und auf der anderen auf-/abgebaut wird. So kann es nicht zu Überschneidungen kommen und man kann theoretisch wirklich jede Bands sehen.

Die allgemeine Stimmung beim Summerbreeze war wirklich super, sowohl die Festivalbesucher als auch die Securitys auf dem Festivalgelände und auf dem Campingplatz waren sehr friedlich und es gab kaum unangenehme Zwischenfälle oder irgendwelchen Stress. Das Wetter allerdings ließ leider an den drei Tagen oft zu wünschen übrig; plötzliche Regengüsse oder länger andauernder Nieselregen wechselten sich ab mit strahlendem Sonnenschein.

Da die Jungs von Crematory nach ihrer im Jahr 2001 angekündigten Auflösung es sich doch anderes überlegt hatten und dann statt dessen ein Jahr später mit einem neuen Album im Gepäck zurückkamen, wurden sie von ihren Fans ungeduldig erwartet. Crematorys Musik könnte man beschreiben als Gothic-Todes-Metall mit EBM Einflüssen. Sie spielten einige alte Songs wie „Tears of time“, die bei den Zuschauern wahre Begeisterungsstürme hervorriefen, sowie Songs vom neuen Album „Revolution“  wie die Single „Greed“. Zum Abschied gab's dann auch noch als Zugabe einen Cover des Sisters of Mercy Klassikers „Temple of Love“, der sich auch auf dem Crematory Album „Awake“ wiederfindet.

Nachdem Crematory die Mainstage verlassen hatten, erschienen auch schon die „Spielleute“ der Mittelalterrockband Saltatio Mortis (lat.=Totentanz) auf der Painstage. Die Jungs mit ihren Dudelsäcken spielten gutgelaunt eine gute Mischung alter Songs und einige vom aktuellen Album „Das Erwachen“. Auch ein Feuerwerk und Feuersäulen fehlte bei der Show nicht; schade allerdings dass es noch nicht dunkel war und es so nicht richtig zur Geltung kommen konnte. Die Band wurde nicht müde, das Publikum zwischen den Songs zu “Schweinskram“-rufen aufzufordern und zeigten sich allgemein als sehr humorvoll. 

Am frühen Abend betraten die schwedischen Death Metaller von Hypocrisy die Main Stage. Peter Tägtgren und seine Jungs, die seit 1992 ein Album nach dem anderen released haben und Tour um Tour spielten, legten wie zu erwarten war, eine sehr gute Show hin. Die Stimmung war sehr gut, genauso der Sound, Hypocrisy waren mit Sicherheit einer der Höhepunkte des Summer breeze Festivals. Auch die äußeren Umstände meinten es gut mit der Band; bei den Klängen von “Fire in the sky“ riss der Himmel auf und man konnte die Sonne blutrot untergehen sehen.

Die vorletzten am Freitag Abend waren die Suizid-Metaller von Sentenced. Fast pünktlich in dem Moment in dem die Jungs auf die Bühne kamen, begann es zu nieseln und hörte auch fast erst am Ende der Show wieder auf. Die Finnen spielten eine mitreißende Show, deren Mittelpunkt unbestritten der charismatische Sänger Ville Laihiala war, der mit seiner rauen, gefühlvollen Stimme die Fans in seinen Bann zieht, wenn er über Selbstmord singt. Im Winter werden Sentenced im Studio ihr neues Album aufnehmen, von dem man auf dem Summerbreeze schon einige Songs hören konnte und die einiges verheißen. Als Opener für die Show wurde „The Suicider” gewählt, es folgte eine gute Mischung aus Songs aus fast allen der 7 bisherigen Alben.

Die Happy - Die Ulmer Jungs und ihre Sängerin Marta Jandova passten nicht so recht zum restlichen Line-up des Festivals (obwohl es nicht der erste Auftritt der deutschen Rockband auf dem Summerbreeze war) und man merkte doch recht deutlich, dass das viele der Festivalbesucher genauso sahen. Die Happy rockten aber trotzdem gut, mit einem blumenverzierten Mikrofonständer und ihrer charismatischen Frontfrau, die recht witzige Sprüche von sich ließ und die das „Ausziehen! Ausziehen!“- Gegröle gekonnt ignorierte. Man merkt dieser Band ihre jahrelange Erfahrung wirklich an.

Six feet Under - Was einst nur als Nebenprojekt des damaligen Cannibal Corpse Sängers Chris Barnes angefangen hat, ist inzwischen eine bekannte Größe geworden und war einer der Headliner des Festivals. Die vier Amerikaner, die seit 1995 bereits 5-Studioalben veröffentlicht haben, wurden vom Publikum heiß erwartet und gebührend empfangen. Zum Ende einer großartigen Show gab es als Zugabe den AC/DC Song TNT.

Mit Ensiferum betrat eine weitere Band aus Finnland am Samstag Abend die Pain Stage, vor der sich schon, wie man den Eindruck hatte, so gut wie alle der sich auf dem Festivalgelände befindenden Personen versammelt hatten. Die Band mit ihrem neuen Sänger Petri Lindroos (davor Sänger bei Norther) spielte eine überragende Show. Kaum eine Band schaffte es, das Publikum so mitzureißen wie Ensiferum mit ihrem melodischen Death Metal.

Wer das Festival bis zum Samstag Abend überlebt hatte, ließ es sich natürlich nicht nehmen, auch bei Danzig die natürlich auf der Mainstage spielten, im Nieselregen zu stehen. Sobald die Band, deren einzige Show in Deutschland auf dem Summerbeeze war, auf der Bühne stand, waren bei vielen der Regen und die Kälte vergessen. Sänger und Danzig- sowie Misfits-Gründer Glen Danzig, Gitarrist Tommy Victor, der mit seiner kabellosen Gitarre unermüdlich vom einen Bühnenrand zum anderen wanderte und das etwas erschöpft wirkende Publikum zu animieren versuchte, Jerry Montano am Bass und Drummer Bevan lieferten eine gute Show ab. Das ein bis zwei mal die Technik nicht mitspielte und Glen Danzig für einige Minuten wieder hinter der Bühne verschwand, war wohl nicht die Schuld der Band. Sie spielten Songs wie „Her black wings“, „Dirty Black Summer“ und natürlich der Klassiker „Mother“.

Die allerletzte Band auf dem Summerbreeze Samstag Nacht waren Finntroll, eine Band, die in den letzten Jahren eine sehr schwere Zeit durchmachen musste; erst wurde beim Sänger Krebs diagnostiziert, dann starb der Gitarrist im Alter von nur 26 Jahren. Beim Summerbreeze erwiesen sie sich als würdiger Abschluss des Festivals. Schon während Danzig auf der Mainstage spielten, warteten auffällig viele Leute vor der Painstage auf die Finnen und irgendwie konnte man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass Finntroll sogar besser besucht war, als der Headliner. Sehr Schade war, dass die Jungs nachdem ihre Spielzeit um war, mitten im Lied abgewürgt wurden.

(by: Beatrice Mussgnug  - 09/2004)

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MOTHER TONGUE
13.08.04 - Marburg, KFZ

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Interview
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unitedpixel ist auf Mother Tongue erstmals 2003 aufmerksam geworden. Sie spielten damals auf dem Lott-Festival im Hunsrück und präsentierten sich sowohl musikalisch als auch personell als außergewöhnliche Band. Der Kontakt zur MOTHER TONGUE war durch die aufgeschlossene und kommunikative Art der Bandmitglieder, allen voran von Gitarrist Bryan Tulao, hergestellt und hatte nun schon über ein Jahr (mehr oder weniger sporadisch) Bestand. Und so hatten wir auf der zweiten Europatour in diesem Jahr, vor dem Konzert in Marburg, die Ehre mit der Band ein Gespräch führen zu dürfen.

Als wir an diesem Freitagabend im KFZ, dem örtlichen Konzertclub mitten in der idyllischen Universitätsstadt, ankamen, war die Band gerade dabei den Soundcheck vorzubereiten. Die Vier machten einen entspannten Eindruck und wir wurden von allen sehr freundlich begrüßt.