Review

PAIN OF SALVATION
am 08.09.05 in Aschaffenburg, Colos-Saal

Einer von zwei Gigs der zweiten Staffel von PAIN OF SALVATIONs "Six Worlds Tour" findet unter anderem auch im Colos-Saal statt. Die klimatisierte Location in Aschaffenburg erweist sich als ideal. Die Musiker können dem Publikum ordentlich einheizen und diesem wird dennoch nicht zu heiß. Lediglich ein wenig warm ums Herz, wenn die sympathischen Jungs um Daniel Gildenlöw Schmuse-Hits wie "Second Love" zum Besten geben. Und genau dies machen die schwedischen Proggies, können sie doch auf 5 grandiose Studio-Alben zurückgreifen. Da kommen auch Metalknaller wie das rasante Inside Out zum Einsatz ...

Doch zuvor sollten die DARK SUNS eröffnen. Schon beim ersten Teil der Tour konnten die Leipziger Prog-Death-Metaller mit ihrem teils in epischer Länge gehalten Songs überzeugen. Die Combo wird zwar OPETH den Genre-Thron nicht streitig machen, doch ist es sehr erfrischend diese jungen und durchaus talentierten Musiker live zu erleben. Etwas ungewohnt ist die Bühnenshow ohne einen eigentlichen Frontmann. Schlagzeuger Niko Kappe ist zusätzlich für die Leadvocals zuständig, so wirkt die Performance der Band etwas träge. Das stört hier in Aschaffenburg aber Niemanden. Die Musiker sowie die Zuschauer sind zur keiner Zeit gelangweilt. Leider kommen von Debüt "Swanlike" keine Stücke zum Einsatz; dagegen fünf melancholisch düstere Werke des Zweitlings "Existence". DARK SUNS - eine Band die man im Auge behalten sollte.

Nach einer kurzen Umbauphase sind nun PAIN OF SALVATION an der Reihe ihr Bühnenwerk zu vollbringen. Wie schon bei der ersten Tour-Staffel geht's mit "Used" los. Ein grandioser Start, wie sich erweist. Denn der Song birgt Emotionen - vereint mit der passenden Härte, und so werden auch die Zuschauer in den hintersten Ecken der Halle aus den Reserven gelockt. Diesmal gibt's kein knapp 3-stündiges Set, wie beispielsweise im Frühjahr in Essen, doch kommen die Besucher dennoch auf ihre Kosten. Da sprechen Hits wie "Winning A War", "People Passing By" und "Oblivions Oceans" des Erstlings, "Inside" und "Inside Out" des Zweitlings für sich. Nicht zu vergessen ist das grandiose und wunderschöne "Second Love", das Mastermind Gildenlöw mit zarten Alter von Fünfzehn geschrieben hatte. Auch die neueren Werke wurden nicht vernachlässigt. Vorallem die Show bei den "Be"-Stücken hat Klasse. Zu"Mr. Money" kommt jedes Bandmitglied mit Sonnenbrille auf die Bühne. Daniel im Nadelstreifenanzug legt die Gitarre zur Seite, um in Begleitung einer weiblichen Schönheit während einer hollywoodreifen Darstellung von "Dea Pecuniae" in verschwenderischer Weise erfrischenden Champagnerersatz im Publikum zu verteilen. Zum Ende des Sets verlauten langanhaltende Zugaberufe aus dem bestens aufgelegten Publikum. Dem kann die Combo nicht widerstehen. Jetzt ist "Entropia"-Zeit angesagt, außer zwei der schon oben erwähnten Stücke kommt noch "Nightmist", welches mittels eines kleinen Verspielers von Schlagzeuger Johann Langell zur Instrumententausch anspornt. Anscheinend findet Johann nicht den richtigen Takt. Doch dieser kleine Patzer nimmt ihm wohl niemand übel. Stattdessen gibt's eine kleine und humorvolle Kostprobe von Improvisationskünsten der einzelnen Musiker zu hören. Auch nicht schlecht.

Nach gut 2 Stunden wird nun der Vorhang geschlossen. Dieses hervorragende Konzert wird wohl nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Am Rande wäre da noch zu erwähnen, dass PAIN OF SALVATION ihre unverschämt überteuerten Merchandise-Preise im Laufe der zweiten Staffel nicht gesenkt haben. So stehen die Schweden in dieser, sowie in musikalischer Hinsicht den Progkönigen DREAM THEATER, in Nichts nach.

(by Michael Kümmet - 06.10.05)

Setlist DARK SUNS:

1. A Slumbering Portrait
2. Her And The Element
3. You, A Phantom Still
4. Daydream
5. Patterns Of Oblivion

Setlist PAIN OF SALVATION

1. Used
2. Diffidentia (Breaching The Core)
3. Winning A War
4. Inside
5. Second Love
6. Inside Out
8. Ashes
9. Of Two Beginnings
10. Ending Theme
11. Under Tow
12. Dea Pecuniae
13. Martius
14. People Passing By
15. Oblivion Oceans
16. Nightmist

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