Review

PORCUPINE TREE
Support: ANATHEMA
am 12.04.05 in Köln, Bürgerhaus Stollwerk

Das neue Album "Deadwing" von den britischen Spaceprog-Rockern
PORCUPINE TREE ist förmlich eingeschlagen wie eine Granate, darum war es höchst erfreulich, als die Formation um Mastermind Steven Wilson dieses Meisterwerk kurz nach Erscheinen live präsentierte.

Im ausverkauften Kölner Bürgerhaus Stollwerck sollte zunächst die Liverpooler Band ANATHEMA supporten. Die Band um die Brüder Vicent und Danny Cavanagh, die 1990 unter dem Namen "Pagan Angel" gegründet wurden, sind nun weit abgekommen von ihrem ursprünglichen doomigen und harten Sound. Auch live stellten sie nur Songs der neueren Veröffentlichungen vor, was in Fankreisen eher mit gemischten Reaktionen aufgefasst wurde, doch beim Großteil des Publikum, welches überwiegend für den Headliner anreiste, kamen diese ruhigeren Stücke wie z. B. "Judgement", "Pressure" oder "Flying" ausgezeichnet an. Vicents Ansage eines älteren Songs entpuppte sich mit "Fragile Dreams" für die Fans der ersten Stunde eher als Witz, doch war dieser Song der 1998er Veröffentlichung "Alternative 4" der Älteste des Sets. ANATHEMA die technisch auf hohem Niveau spielten, meisterten den oftmals ungeliebten Part des Openers und Supportacts hervorragend. Sei nur zu hoffen, dass frühen Anhänger der Band, welche ANATHEMA groß machten, in Zukunft nicht zu kurz kommen werden.

Nach einer etwas längeren Umbauphase, in welcher der Wartende mit einer sich ständig wiederholenden Fotoshow unterhalten wurde, war es endlich so weit. Mit "Deadwing", dem Titeltrack des neuen Longplayers eröffneten PORCUPINE TREE in absolut professioneller Verfassung ihren Gig und starten gleichzeitig den ersten Auftritt der Tour. Colin Edwin hervorragend am Bass, Steven Wilson souverän an der Gitarre und am Mikro, Richard Barbieri an den Tasten, insbesondere bei seinen Soli, eine bislang ungekannte Coolness ausstrahlend, Gavin Harrison kreativst am Schlagzeug, legte PORCUPINE TREE den Hauptaugenmerk des Sets eindeutig auf das aktuelle Werkes. Auch "In Absentia"- oder "Stupid Dream"-Stücke kamen zum Einsatz. Die abgefahrenen Alben "Signify" und "The Sky Moves Sideways" wurden leider nicht berücksichtigt, was aber der Songauswahl nicht besonders schadete. Der Zuschauer war weitgehendst zufrieden und so konnte dies auch die symphatische Band, die gute 2 Stunden für mit hochwertigstem Progrock überzeugte - ein Konzert an welches man sich gerne zurückerinnert.

(by: Michael Kümmet - 14.04.05)

P.S.: Möglicherweise auf dem Höhepunkt seiner Ekstase kletterte ein PORCUPINE TREE-Fan während des Gigs auf die Bühne und animierte die anderen Zuschauer ihn beim Stagediving aufzufangen. Zwar stand die Menge dicht gedrängt und es wären sicherlich auch genügend Hände da gewesen, die für ein Erlebnis der besonderen Art gesorgt hätten. Doch irgendwie waren die Leute nicht so in der Stimmung. Jedenfalls blieben die Arme unten. Um die ganze Aktion schnell zu beenden eilte mittlerweile ein Backliner von hinten auf die Bühne, um den Typ von der Bühne zu 'bewegen'. Letzterer wollte dem aber zuvor kommen und mit einem Jetzt-oder-Nie-Sprung hechtete er ohne weiteres Zögern ins Publikum. Doch dieses hatte kein Erbarmen mit dem Waghalsigen und bildete flugs eine kleine Gasse, in die der Stagediver fast ungebremst abtauchte. Wir wünschen ihm von hier aus gute Besserung! 

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Setlist PORCUPINE TREE:

  • Deadwing

  • Sound of Muzak

  • Lazarus

  • Halo

  • A Smart Kid

  • Hatesong

  • Arriving Somewhere

  • Fadeaway

  • Burning Sky

  • Mellotron Scrath

  • Blackest Eyes

  • Even Less

  • Shesmovedon

  • Trains

  • Futile

  • Strip the Soul

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