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Während
im letzten Jahr der Heavy Metal die Musikrichtung des Festivals beherrschte,
liegt der Schwerpunkt diesmal eindeutig im Bereich (Alternativ-)Rock. So
haben die Verantwortlichen des Jugenzentrums Andernach FOURTYFOURFREAKS,
BRAND NEW DEMON, BLIND, LAW, AK4711, und als Headliner H-BLOCKX und DIE
HAPPY eingeladen.
Eigentlich hätten die
Locals CHIEF ROCKAZ den Opener für das diesjährige Endsommerfest machen
sollen. Doch leider hatten sich die Band und Sänger kurz zuvor getrennt, so
dass der Gig abgesagt werden musste. Als Ersatz springen hier die
FORTYFOURFREAKS ein.
Obwohl das Wetter vor
wenigen Tagen noch nach Herbst ausgesehen hatte, hat der Sommer an diesem
letzten Samstag im August gerade noch mal die Kurve gekriegt. Aber trotzdem
sind die Besucherzahlen zu Beginn des Festivaltages eher spärlich.
Vielleicht mal 200 Musikfans verlieren sich beim Auftritt der in der Region
ziemlich unbekannten FOURTYFOURFREAKS auf dem Festivalgelände. Die
Allgäuer Band überzeugt dennoch mit einem gelungenen Mix aus Rock und
Metal-Elementen. Sie haben es aber trotzdem sehr schwer zu früher Stunde
die Leute aus der Reserve zu locken.
Schon
etwas leichter haben es die Jungs von BRAND NEW DEMON, die jedoch
ohne Keyboard und mit neuem Mann am Bass auf die Bühne kommen. Die
Alternative-Rocker aus Koblenz bieten eine überzeugende Performance und
spielen überwiegend aus dem aktuellen Album „Unburnt Bridges“.
Zur Überraschung wird „New Faith“ mit deutscher Lyric als
„Neuer Glaube“ präsentiert – zwar ungewöhnlich, aber
nicht schlecht. Insgesamt schaffen es BRAND NEW DEMON ihren
musikalischen Streifzug mit bretthartem Sound und sanften Melodien zu
kombinieren und in eingängige Melodien zu betten. Als wichtiger Baustein
kristallisiert sich hierbei die charaktervolle Stimme von Sänger Daniel Dötsch
heraus.
Weiter
geht es im Programm mit BLIND, die Local Heros mit weit
überregionalem Bekanntheitsgrad. Und da wird erwartungsgemäß fett
gerockt. Die musikalischen Knüppel werden von Sänger Steve z. T. mit
voller Gewalt unter die Leute geprügelt. Mit größter Leidenschaft und
jede Menge Emotionen bearbeitet Schlagwerker Gunnar seine Drums, während
Guido am Bass und Fabian mit der Gitarre einen satten Sound zwischen
Crossover und Alternative-Rock liefern. Und wenn Steve vor lauter
Enthusiasmus mal wieder den nächsten Song vergisst, helfen ihm seine
Bandkollegen gerne weiter. Zwischendurch gönnt sich der Sänger eine kleine
Pause und überlässt einem Fan das Mikro; und dieser macht seine Sache
ausgesprochen gut. Zwar ist der Zuschauerbereich schon etwas voller
geworden, weist aber immer noch große Lücken auf; da kann keine
Atmosphäre aufkommen und so will der Funke auch nicht so richtig überspringen. Da ist BLIND sicher mehr
gewohnt.
Zwar
kann LAW aus Rheinhausen bereits auf eine langjährige Musik- und
Live-Erfahrung zurückgreifen; doch wurden bislang erst zwei Alben des
Quartetts veröffentlicht. So geht der musikalische Streifzug durch das
aktuelle Album „In My Head“ und den 2002er Vorgänger „Life
After Weekend“ (hiervon leitet sich auch der Bandnahme LAW ab).
Die Songs werden mit LAW wieder etwas ruhiger, bedienen aber weiterhin die rockige
Gesamtlinie des Tages. LAW überzeugen dabei an diesem frühen Festivalabend
mit eingängigen Songs mit Hit-Potential; dennoch hätte ich mir persönlich
musikalisch mehr Ecken und Kanten gewünscht.
Mit
AK4711 kommt eine Band auf die Bühne deren Namen ich zwar schon mal
hörte, jedoch keine Ahnung hatte, was da kommen würde. Umso überraschter
bin ich, als nach und nach vier Mädels auf die Bühne kommen. Dass hier der
Spaß im Vordergrund stehen würde, ist schon beim Soundcheck klar; mit
ihrer Berliner Schnauze, Witz und Charme unterhält Frontfrau Anja bereits die Zuschauer und
überbrückt das unfreiwillige Warten auf beiden Seiten. „AK4711 ist
eine Frauenband, die es so noch nie gegeben hat, doch wenn man darüber
nachdenkt, es längst hätte geben müssen“ – so heißt es im
Bandinfo von AK4711. Und das sehe ich genauso! Frisch, frech und ein
bisschen rockig mit deutlichen Pop-Anleihen werden ausnahmslos deutsche
Texte unters Volk gebracht. Den Originalitätspreis haben die Vier bereits
jetzt gewonnen. Musikalisch vielleicht nicht ganz zum Thema des Tages
passend, sind AK4711 aber dennoch irgendwie eine abwechslungsreiche
und gelungene Bereicherung des Festivals.
Jetzt
wird es wieder ernst. Die Beine zittern wie bei einem Wildpferd, das auf
seine Freilassung wartet. Es ist Zeit für die H-BLOCKX. Henning und seine
Mannen, die im letzten Jahr bei Rock am Ring nach einem Durchhänger und
personeller Neubesetzung ein gelungenes Comeback feiern konnten, stürmen
auf die Bühne – und das nun schon zum sagenhaften
eintausenddreihundertdreiunddreißigsten Male! Zwischenzeitlich ist die
Zuschauermenge auch deutlich angewachsen; vor der Bühne ist der Platz jetzt
eng. Nun ist auch die Zeit der Crowd-Surfer gekommen und die Security bekommt
Arbeit. Ein Rock-Feuerwerk nach dem anderen wird gezündet. Aber auch für
die Coverversion von „Celebrate Youth“ von Rick
Springfield ist sich die Band nicht zu schade. Allerdings hat der Song bei H-BLOCKX
etwas mehr 'Bums'; und das ist auch gut so. Doch auch ruhige Songs
kommen zum Einsatz. Mit „Little Girl“ verrät Henning,
dass er diesen Song vor einigen Jahren für Marta von DIE HAPPY geschrieben
hat. Das Publikum übernimmt begierig den Refrain. Mit „Risin’
High“ und dem Zugaben-Song „Ring of Fire“ wird
noch mal richtig aufgedreht bevor die Show zu Ende geht.

Mit
DIE HAPPY kommt zum Abschluss des 'Summers End Open Air' der
zweite Headliner des Tages auf die Bühne. Nach einem kurzen Intro geht es
mit „Supersonic Speed“ gleich zur Sache. Im Mittelpunkt
steht wie immer die attraktive und stimmgewaltige Sängerin Marta, die wie
ein kleiner Wirbelwind über die Bühne fegt. Von (fast) allen DIE
HAPPY-Alben werden einige Songs gespielt. Auch vom brandneuen Werk „Bitter
to Better“ bekommen die Fans „Big Big Trouble“
und „Blood Cell Traffic Jam“ geboten. Auf dumme und überflüssige
Machosprüche, wie sie immer wieder versteckt aus dem Publikum kommen, weiß
Marta auch die passende Antwort. Nach „Leaving You“ werden
ein paar Takte von „Killing in the Name“ von RAGE AGAINST THE MACHINE
angespielt – hey :-)
bevor es dann doch mit „Like a Flower“ weitergeht. Aus „Not
that kind of girl“ wird zumindest zu Beginn des Songs überraschender
Weise eine HipHop-Version. Hallo, geht’s noch?! Die Fans können damit
auch wenig anfangen. Die Setlist ist mit insgesamt 17 Powersongs wieder sehr
lang und so dauert es eine Weile, bis alle Songs von DIE HAPPY und den Fans
abgefeiert sind. Mit „Goodbye“ verabschiedet sich das
Quartett von der Bühne des JUZ in Andernach.
(by: Dietmar
Schäfer - 31.08.05)
Zu
den einzelnen Fotoserien -> BRAND
NEW DEMON · BLIND
· LAW
· AK4711
H-BLOCKX
· DIE
HAPPY
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