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Der
letzte Termin der kurzen Solo-Tour des DREAM THEATER-Sängers JAMES LA BRIE
sollte ein Besonderer werden. Als Support-Act sind die mächtigen EVERGREY
am Start. Mit dem viel versprechenden und starken Live-Album "A
Night To Remember" im Rücken legen die Jungs um Sänger und
Gitarrist Tom Englund mit "Blinded" los. Da schätzungsweise
jeder zweite Zuschauer mit einem DREAM THEATER-Shirts bekleidet ist, haben
die in diesen DT-Fan-Kreisen relativ unbekannten sympathischen Schweden
einen schweren Stand. Auch ein extrem schlechter PA-Sound trägt noch seinen
Teil dazu bei. Doch mit unermüdlicher Spielfreude und Agilität kann diese
geile Band schnell einen Großteil des Publikums auf ihre Seite gewinnen.
Knapp eine dreiviertel Stunde werden Kracher wie "Recreation
Day" und "More Than Ever" oder Balladen wie "I'm
Sorry" gespielt, um sich dann mit dem Hit "Masterplan"
zu verabschieden.
JAMES
LA BRIE
und seine aus hochkarätigen Musikern bestehende Tourband lassen dann auch
nicht lange auf sich warten. Schon beim ersten Stück "Crucify"
merkt man weshalb die meisten Leute hier sind; doch so richtig geht die
Post vor und auf der Bühne nicht ab. Der italienische
Gitarren-Shootingstar Marco Sfogli wirkt etwas plump, aber sein
Gitarrenspiel stellt bislang alles in den Schatten. Schlagzeuger John
Macaluso, der auch bei Yngwie Malmsteen und unzähligen anderen Bands
hinter den Fellen sitzt, ist nicht nur bei seinem Drumsolo sensationell
gut. Matt Guillory von DALI'S DILEMMA bedient gekonnt die Keyboardburg. Am
5-Saiter etwas schüchtern wirkend, sich auf sein Griffbrett
konzentrierende AGHORA-Bassist Andy DeLuca, der schon 1998 SYMPHONY X auf
ihrer Amerika- und Europa-Tour aushalf, beherrscht sein Instrument
tadellos; er slappt und tappt sich durch die einzelnen Songs. Nur der
stimmgewaltige Kanadier alleine bringt Bewegung auf die Bühne.
Der
Sound ist um Längen besser als bei EVERGREY und kristallklar. Wirklich
Schade, denn technisch wäre dies bei der Support-Band auch möglich
gewesen. Es werden außer einigen MULLMUZZLER-Songs, fast alle Stücke von "Element
Of Persuasion" vorgetragen.
Die EVERGREY-Leute sind irgendwann auch wieder zu Stelle, als sie zur
Belustigung sämtlicher Beteiligten sich fast nackt, teilweise nur mit einen
Strumpf begleidet oder mittels Klebeband und Seiten aus einem speziellen Männer-Magazin
ihre Blöße bedeckend, auf der Bühne präsentieren. Der DREAM
THEATER-Frontmann kann dies kaum fassen. Der hohe Alkoholkonsum der
Schweden, die fast den kompletten Gig des Headliner im Publikum für
Stimmung sorgen, forderte wohl seinen Tribut. Als dann noch Henrik Danhage
von EVERGREY die Bühne entert, bangt, schließlich 'stagedived', aber nicht
besonders weit kommt, taut auch Bassist Andy DeLuca auf und präsentiert
sein beeindruckende Haarpracht.
Etwas
mehr schwedisches Blut würde der Band von James LaBrie schon gut tun. Doch
wer braucht das, wenn man mit EVERGREY, die den Abschluss dieser
sehenswerten Tournee feucht fröhlich feierten und für Unterhaltung sorgen,
unterwegs ist.
(by
Michael Kümmet - 05.05.05)
Setlist
JAMES LA BRIE:
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