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Um
die Erde beben zu lassen, trifft sich die Heavy Metal-Fraktion aus dem In-
und Ausland im fränkischen Geiselwind. Dieses Jahr wartet das Earthshaker
Fest mit hochkarätigen Stars wie MANOWAR oder NIGHTWISH,
sowie den Blackmetallern DIMMU BORGIR auf, welche für die leider
ausgefallenen TESTAMENT eingesprungen sind. Die Anreise am Donnerstag verläuft ziemlich problemlos, bis man bei der Auffahrt zum Campingplatz feststellen muss, dass die Parkeinweiser und Ordner kaum mit diesem Job vertraut sind und für das Parkticket, sowie für das Campingticket jeweils 12,50 Euro verlangen, obwohl auf der offiziellen Earthshaker-Homepage von 10 Euro die Rede war. Zum großen Teil ist es nicht möglich, neben dem eigenen Fahrzeug zu zelten. Zeltplatz und Parkplatz sind getrennt! Dementsprechend ist die FAQ-Aussage auf der offiziellen Homepage: "Ja, Ihr dürft mit dem Auto auf den Campingplatz fahren und je nach Platzangebot in unmittelbarer Nähe Eueres Zeltes parken", als Werbegag zu verstehen. Die Wege zu den nur zentral platzierten blauen Dixie-WCs sind recht weit und es gibt keinerlei Wasserstellen. Wer Pech hat muss zur Körperpflege die Sieben-Meilen-Stiefel auspacken, da die Münz-Duschen für die meisten Camper kilometerweit entfernt sind. Auf anderen großen Festivals ist dies trotz günstigeren Campingpreisen wesentlich besser und einfacher geregelt. Eventuell sollte man sich hier mal ein paar Anregungen holen! Also nix wie los zum Festivalgelände! Der Weg ist zwar weit, doch fährt tagsüber eine winzige Touristenbahn, die völlig überfüllt zur Attraktion der Festivalbesucher wird. Manche machen es sich sogar auf dem Dach gemütlich; doch bei kleinen Steigungen müssen ein paar Leute aussteigen um das Gefährt anzuschieben. An
der geräumigen und wirklich sehr schönen Eventhalle angekommen, welche
direkt an das Festivalgelände angrenzt, wartet man auf den Einlass, da
schon am Donnerstag Abend ein großer Ansturm herrscht. Zur Warm-Up-Show
spielen unter anderem TURISAS und FINNTROLL, sowie LOUDNESS
aus Japan, die dieses Wochenende in Geiselwind gleich zweimal eine
klasse Performance bieten. Auch sind POWERGOD mit einer coolen
Cover-Show, die mit diversen Gastmusikern bestritten wird, am Start. Dabei
sind beispielsweise Rodrigo Gonzales von den ÄRZTEN und Schmier von
DESTRUCTION. Der Sound in der Eventhalle ist zwar an allen drei Tagen nicht
gerade der Beste, aber dafür ist hier die Stimmung meist auf dem Höhepunkt. Ebenso
direkt neben dem Festivalgelände gibt es eine große Tankstelle, ein Burger
King-, sowie ein McDonalds-Restaurant. Wer also den teuren Preisen für die
feste und flüssige Verpflegung auf dem Earthshaker-Ground ausweichen möchte,
findet hier eine günstigere Alternative, die auch von zahlreichen
Metalheads fast rund um die Uhr genutzt wird. Auch
die Music-Hall, wo die "1st International Mega MANOWAR Fanconvention"
stattfindet, befindet sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe des
Veranstaltungsgelände und ist somit gut zu erreichen. Für satte 50 Euro
(in Worten: fünfzig Euro) zusätzlich bekommt man hier Einlass. Es sind
Fans und Fanclubs aus aller Welt angereist. Doch die Attraktionen, die hier
geboten werden, rechtfertigen den stattlichen Eintrittspreis in keinster
Weise. Unter anderen gibt es ein MANOWAR-Quiz, ein "Beerdrinking in
Joey's Style"-Contest, Armwrestling und ein "Longest Eric Scream"-Contest.
Die Teilnehmer dieser Wettbewerbe werden von den Animateuren teilweise verhöhnt,
was sich als sehr peinlich für die Betreiber dieser Fanconvention
herausstellt. Auch die Sicherheitskräfte vom B.u.M.-Security-Service,
erweisen sich als äußerst unfreundlich. Hier ist wahrscheinlich der
Firmenname Programm. Security-Mitarbeiter des Monats Stefan Hück macht
diesem Motto in rüder Art alle Ehre und zeigt sich als besonders
einsatzfreudig. Glücklicherweise sind diese Mannen auf dem Festivalgelände
selbst nicht anzutreffen. Der Fan, der trotz dieser Umstände, dennoch auf
die Meets and Greets mit den Bandmitgliedern wartet und vielleicht auf ein
Foto mit seinen Göttern hofft, wird leider enttäuscht. Denn diese
Attraktion wurde aus nicht genannten Gründen abgesagt. Schade! Das Ausleben
der Brothers-Of-Metal-Einstellung ist hier auf Strecke geblieben. Auch
der Wettergott hat es nicht besonders gut gemeint und bescherte den
kompletten Freitag Vormittag Regen. Doch beeindruckte das Andy B. Franck und
seine Mannen nicht - SYMPHORCE lieferten einen hervorragenden
Opening-Gig. Das schon früh anwesende, im Schlamm und Matsch versinkende
Publikum würdigte dies mit heftigem Applaus. Des Weiteren spielen die üblichen
festivalerprobten Formationen,
NIGHTWISH,
der Headliner auf der Hauptstage, spielen routiniert wie eh und je. Sängerin
Tarja beweist erneut eindrucksvoll, dass sie einer der besten Stimmen in der
Szene besitzt und so wird die etwas dürftige Lightshow zur Nebensächlichkeit. Am
Samstag Vormittag kommt nun die Sonne zum Vorschein und es stellt sich
endlich Festivalstimmung ein. Die Besucher, welche auf BLUDGEON
warteen, müssen allerdings feststellen, dass das Programm um 45 Minuten
vorgezogen wurde und die Thrasher nun gegen Abend in der Halle spielen
sollen. Also starteten AFTER FOREVER aus den Niederlanden den Tag. Sängerin
Floor Jansen braucht sich wahrlich nicht hinter der NIGHTWISH-Frontfrau
verstecken. Ihr
Auf
MANOWAR haben sich die meisten der Zuschauer gefreut. Das Gelände
ist nun zweigeteilt. Der Zugang, vor den etwa 15 Meter vor der Bühne
platzierten Wellenbrechern, ist mittlerweile nur noch Besitzern des überteuerten
Mega Fanconvention-Einlassbändchens gestattet. Demzufolge müssen sich
Ottonormal-Festivalbesucher, die kein Geld für diese Fanverarsche ausgeben
wollten, sich mit den hinteren Reihen begnügen. Trotzdem hat sich das
Warten gelohnt. MANOWAR zeigt allen Zweiflern wer die wahren Kings Of
Metal sind. Mit "Manowar" den Gig beginnend, gibt's aus
allen Schaffensphasen geile Songs zu hören. Zu allem Glück entern nach und
nach die vier ehemaligen Metalkings David Shankle, Ross The Boss, Rhino und
Donnie Hamzik die Stage und stellen Stücke aus der jeweiligen Band-Ära
vor. Die Jungs haben das Rocken und Posen nicht verlernt. Auch Joey DeMaio
hat dies nicht Nach
einem großen Abschlussfeuerwerk geht es wieder in die Eventhalle. Das
Earthshaker-Fest, das doch einige organisatorische Mängel aufwies, sich im
Großen und Ganzen aber als recht schönes Metal-Wochenende präsentierte,
geht nach drei Tagen mit ABANDONED und HAEMATOM zu Ende. Die
sympathischen Oldschool-Thrasher aus Darmstadt sind ein echter Geheimtipp
und rocken alles in Grund und Boden, während sich HAEMATOM mit ihren
Cover-Versionen von Kinderliedern, wie "Häschen in der Grube"
oder "Es rappelt in der Kiste", noch peinlicher als ihr Bandname
geben.
(by:
Michael Kümmet - 28.07.05) Zu den Fotoserien von MANOWAR · RHAPSODY · NIGHTWISH · GRAVE DIGGER · DIMMU BORGIR · PRIMAL FEAR · MASTERPLAN · DISBELIEF · DESTRUCTION · EXILIA · CHILDREN OF BODOM · APOKALYPTISCHE REITER |
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