Review

APOCALYPTICA
am 01.04.05 in Hamburg, Große Freiheit

APOCALYPTICAist zurück! Die drei Cello-Rocker und Absolventen der Sibelius Akademie in Helsinki haben nach „Reflections“ endlich ihr neues Album „Apocalyptica“ am Start, und schnurstracks eine Tour gebucht. Erster Deutschlandtermin: Hamburg, 1. April. Das Ganze entpuppte sich zum Glück nicht als ein Aprilscherz, sondern als eine glänzende Show! Hunderte Fans strömten die berühmt berüchtigte Reeperbahn hinunter, um ihre Helden live in der Großen Freiheit zu erleben.

Die Fans mussten sich gar nicht so lange gedulden wie abgemacht. Anstatt der Vorband ANGELZOOM, die offenbar ausgefallen war, betraten APOCALYPTICA als erster Act die Bühne. Sofort erwachte der Club zum Leben. Es hagelte Beifallstürme, die ihren Höhepunkt erreichten, als die Band ihren Opener „Path“ anstimmte. Ein Schlagzeuger war selbstverständlich auch mit von der Partie, eine Person wurde allerdings vermisst: Perttu, das jüngste Bandmitglied. Seinen Platz nahm Ex-Mitglied Antero Manninen ein, der normalerweise sowieso als vierter Cellist die Shows mitspielt. Egal, ob mit drei oder vier Celli, die Jungs hauten rein! Nach „Path“ folgten die Metallica-Klassiker „Master Of Puppets“ und „For Whom The Bell Tolls“. Hatte die Band diese Tracks ja bekanntlich ohne Percussion aufgenommen, so klangen sie nun mit Unterstützung des Drummers härter und grooviger als je zuvor. Dann endlich, präsentierte das Quartett einige Titel des aktuellen Albums. Auf die schaurig schöne Ballade „Bittersweet“ folgten die knallharten Metalnummern „Fisheye“ und „Betrayal“. Der Abend sollte für das Publikum aber noch eine Überraschung bereithalten…

Kurz vor Ende des Konzerts spielte Bandboss Eicca Toppinen plötzlich einen wohlbekannten Riff. Ein verblüffendes Raunen ging zunächst durch den Club, ehe das Publikum begriff. Es handelte sich um den Metallica-Klassiker „Seek And Destroy“. Damit hatte wohl keiner der Zuschauer gerechnet! Jetzt kochte die Stimmung in der Großen Freiheit noch mal so richtig über. Während sich die Band auf der Bühne total verausgabte, sangen die Fans lauthals mit. Anschließend meinte Toppinen, er hätte jetzt wirklich Durst und könne ein paar Bier gebrauchen, sie würden demnach nur noch eine Zugabe spielen. Bei dieser handelte es sich wie so oft um „Hall Of The Mountain King“. Die drei Cellisten ließen sich anschließend samt ihrem Schlagzeuger noch minutenlang auf der Bühne feiern, während „Ruska“ aus den Boxen schallte. Allzu lange müssen die Fans aber hierzulande auf eine Rückkehr der Finnen nach ihrer Tour nicht warten, denn sie haben bereits für „Rock Am Ring“ zugesagt. Dies ist auch ein Beweis dafür, dass APOCALYPTICA mittlerweile ein fester Bestandteil der musikalischen Landschaft geworden sind. Rock On!

(by: Timo Kinzel - 05.04.05)

Hinweis: Die Fotos sind vom Konzert in Wiesbaden am 05.04.05. Hier war Perttu wieder mit dabei. Weitere Fotos findet ihr hier.

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